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Berge, Tiere und Schwimmen am Kap

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Am Helderberg marschierten die Berchtesgadener Alpenvereinsler in Richtung Dom.
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Alle 28 Teilnehmer am Wolfberg Arch.
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Aufstieg zum Wolfberg Arch.
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Ausblick während des Aufstiegs zum Kogelberg, im Hintergrund die False Bay.

Auf einen sehr aktiven Bergsommer der DAV-Sektion Berchtesgaden folgte jetzt noch ein Projekt der besonderen Art: Wandern und Bergsteigen in Südafrika. 28 Sektionsmitglieder waren dabei.


Untergebracht war man in Kapstadt in drei Pensionen. Man genoss große Zimmer und schöne Gartenanlagen mit Pool. Das »Somer Place« diente als Treffpunkt zur Tourenbesprechung und jeden Morgen zum ausgiebigen Frühstücken. Die Besitzer, ein deutsches Ehepaar, kümmerten sich rührend um die Berchtesgadener.

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Einen ersten Eindruck von der großartigen Landschaft in der Kap-Region erhielten die Berchtesgadener auf der Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung, der Südspitze der Kaphalbinsel. Äußerst ungestüm brandet hier der Atlantik lautstark gegen die Felsen – immer und immer wieder. Beeindruckt von dieser Naturgewalt, denkt man unwillkürlich an den »Fliegenden Holländer«. Sein Schiff verschwand 1680 spurlos bei einer stürmischen Kapumrundung. Das Ziel der Alpenvereinsler war Cape Point, ein Leuchtturm hoch oben in den Felsen mit toller Aussicht.

Steiler Weg führt hinauf zum Tafelberg

Einen wolkenlosen, aber sehr heißen Tag hatten sich die Berchtesgadener für den Tafelberg (1067 Meter) ausgesucht. Keiner fuhr mit der Kabinenbahn, alle wollten zu Fuß gehen. Der steile Weg ist zwar mit Natursteinplatten gut angelegt, aber er befindet sich in der prallen Sonne. So erreichte man die Hochfläche, die andere Gruppe kam über einen Klettersteig herauf. Die Rast bei kühlen Getränken in der Bergstation tat allen gut.

Ein Höhepunkt wurde der Ausflug in die »Wilderness Area« der Cederberge. Das Sanddrif Campsite war eine gute Unterkunft, nur die neugierigen Affen ärgerten die Urlauber. Der einheimische Führer zeigte den Gästen aus Deutschland Felsmalereien der Sam, der ursprünglichen Bewohner Südafrikas. Den Wolfberg Arch – einen spektakulären Riesenbogen aus bizarrem roten Stein – erreichte die Gruppe über eine steile Geländestufe und über ein riesiges Plateau mit faszinierenden Felsformationen. Die Gegend um Ceres gehört zu den reichsten und schönsten Obstanbaugebieten der Region, hier gedeiht auch der in Deutschland sehr beliebte und gesunde Roibuschtee.

November heißt in Südafrika Frühling. Schöne Gewächse in knalligen Farben zwischen lästigen Dornenstauden erfreuten die Berchtesgadener auf jeder Tour. Die Protea – eine eigenwillige große Blume – war gerade in voller Blüte.

Landschaftlich außergewöhnlich interessant war eine Überschreitung im Jonkershoek Naturreservat. Bei bestem Wetter erfolgte ein gemütlicher Aufstieg auf guten Wegen, dafür aber ein sehr steiler Abstieg in losem, grobem Gestein. Abkühlung boten die Gumpen mit klarem Bergwasser am Ende der Tour.

Auf den Helderberg, den »Hausberg« Kapstadts, vom Quartier aus immer gut zu sehen, stiegen die Berchtesgadener auch hinauf. Hier erlebten sie eine prachtvolle Aussicht auf die ganze Region.

Eigentlich hatten sich alle bei der anstehenden Safari auf Scharen von Tieren gefreut. Die Anzahl der Elefanten, Gnus, Zebras, Nashörner und Löwen, die man zu Gesicht bekam, hielt sich aber in Grenzen.

Kapstadt liegt als einzige Millionenmetropole der Welt in einem Naturpark. Gepflegt, an den Straßen blühende Sträucher, großzügig gebaut, nicht einengend – so empfanden die Berchtesgadener die Stadt. In den Shopping-Malls (Einkaufszentren) gab es alles zu kaufen. Die Restaurants, die man abends besuchte, boten vorzügliches Essen. Der fangfrische Fisch war besonders fein zubereitet, dazu gab es Wein aus der Region. Auch streifte man durch ein Aquarium, sah ungewöhnliche Meeresbewohner durch dicke Glasscheiben.

Unabdingbar war ein Besuch der »anderen Seite« der Stadt. Die Townships, Wohngebiete der Schwarzen und Coloureds, sind noch ein Produkt aus der Zeit der Apartheid. Eine rostige Blechhütte neben der anderen.

Bei einer Kolonie mit Brillenpinguinen in Boulder Beach amüsierte man sich köstlich. Kein bisschen schüchtern watschelten die Tiere im Sand herum, beobachtet und fotografiert von vielen Besuchern. Die Pinguine scheinen sich hier sehr wohl zu fühlen. Und weil man schon am Meer war: Was lag näher, als ein erfrischendes Bad in Simons Bay zu nehmen?

Die letzte Bergtour führte durch das hügelige Weinland auf den historischen Franschhoek-Pass. Der Guide der Gruppe hatte eine abwechslungsreiche Überschreitung in den Wemmershoekbergen ausgesucht, teils durch üppige Vegetation, teils über kahle und steinige Plateaus. In Franschhoek, einem Ort mit französischer Vergangenheit, labte man sich an kühlen Getränken.

Die Gastgeber luden ihre Gäste noch zum Grillabend ein. Es gab Fleisch, Fisch, Salate, alles sehr geschmackvoll zubereitet. Die DAVler saßen bis spät abends beisammen. Noch einmal Baden im Meer oder am Pool, Koffer packen und heim ging’s wieder. In Erinnerung bleiben werden die vielfältigen Eindrücke und Erlebnisse dieser außergewöhnlichen Region. fb