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Auf die Technik und die Fitness kommt es an

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Der Traunsteiner Tobias Angerer ist oft auf den Strecken der Chiemgau-Team-Trophy zum Trainieren unterwegs. Unser Bild entstand auf Höhe des Biathlonzentrums Ruhpolding mit einem wunderschönen Blick auf die Hörndlwand.

Der ehemalige Weltklasse-Langläufer Tobias Angerer ist immer wieder gern auf den Strecken der Bioteaque Sports Chiemgau-Team-Trophy zwischen Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl zum Trainieren unterwegs. Der Traunsteiner, der seit kurzem Vizepräsident des Deutschen Skiverbands ist, gibt im zweiten Teil unserer Serie »Fit für den Winter« Tipps, welche Vorbereitungen vor der Langlauf-Saison zu treffen sind, auf welche Dinge Neulinge achten sollten und wie man den richtigen Stil für sich findet.


Hallo Herr Angerer, die fünfte Auflage der Bioteaque Sports Chiemgau-Team-Trophy steht vor der Tür. Haben Sie für unsere Leser ein paar Tipps parat, was diese jetzt im Vorfeld alles zur Vorbereitung machen müssen?

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Tobias Angerer: Skilanglauf ist eine Kraftausdauersportart. Das heißt, eine allgemeine Fitness ist schon hilfreich. Ob joggen, etwas Krafttraining oder zum Langlaufen zu gehen, hilft natürlich bei der Vorbereitung auf die Chiemgau-Team-Trophy. Das Schöne ist bei dieser Veranstaltung, dass es ohne Zeitmessung ist. Der Genuss steht also im Vordergrund, trotzdem sind die Technik und ein guter Fitnesszustand hilfreich. Dann kann man noch mehr genießen!

Muss es gleich eine Profi-Ausrüstung sein?

Nein, die muss es nicht sein. Wir haben viele Sportgeschäfte und Händler, die auf die jeweiligen Bedürfnisse die richtige Ausrüstung zusammenstellen. Mittlerweile gibt es viel gute Ausrüstung zu vernünftigen Preisen. Mit gutem Material tut man sich halt leichter und es macht mehr Spaß – und eine bessere Technik kann man damit auch laufen! Es ist immer wichtig zu sagen, für was die Ausrüstung benötigt wird. Ist es der ambitionierte Hobbyläufer, der auch den einen oder anderen Volkslauf mitmacht, dann sollte man schon in Richtung professionellerer Ausrüstung denken.

Wie kommt man darauf, ob man die Skating- oder die klassische Variante wählen soll?

Ich sage immer, das klassische Laufen ist die natürliche Fortbewegung. Auch als Einsteiger tut man sich zu Beginn in der Spur leichter, das Skigefühl zu erlernen und den Ski zum Gleiten zu bringen. Einer meiner früheren Trainer hat zu mir immer gesagt, wenn ich richtig klassisch laufen kann, dann kann ich auch mit sehr guter Technik Skaten. Umgekehrt funktioniert es eher nicht und ist deutlich schwieriger! Die Technik ist entscheidend, ob ich die Kraftausdauer, die ich mir antrainiert habe, auch in Vortrieb bringen kann. Wenn jemand aber nur Skaten möchte, ist das auch kein Problem. Mit den richtigen Tipps und Übungen schafft man auch das. Wenn jemand mit dem Langlaufsport beginnen möchte, ist ein Kurs zu Beginn immer zu empfehlen. Nur so hat man auch Spaß und kann den besten Sport genießen und erleben!

Was braucht man neben den Skiern und Stöcken sonst noch zum Langlaufen?

Man braucht noch Schuhe, atmungsaktive Winterkleidung, Mütze, Handschuhe, ein Getränk in einem Trinkgurt und unbedingt auch eine Sonnenbrille zum Schutz für die Augen.

Sie waren zweimal bei der Chiemgau-Team-Trophy dabei. Was gefällt Ihnen an der Veranstaltung?

Mir gefallen die sehr gute Organisation, die sehr schöne Streckenführung und die Begeisterung der Teilnehmer. Es macht immer Spaß, hier dabei zu sein!

Sind Sie beim kleinen Jubiläum der Chiemgau-Team-Trophy am 27. Januar auch wieder am Start?

Das kann ich aktuell noch nicht sagen, da ich in diesem Zeitraum viel unterwegs bin. Falls ich kurzfristig Zeit finde, bin ich natürlich wieder mit dabei. Ich hoffe, Sven Hindl (Mitorganisator, Anm. d. Red.) wird mir einen Platz reservieren! SB

Trainingstipp der Woche

Tobias Angerer: Wie im Text bereits erwähnt, ist die Technik beim Langlaufen sehr wichtig. Dazu gehört sowohl beim klassischen Stil wie auch beim Skating das Gleichgewicht. Eine einfache Übung dafür ist: Jeder von uns putzt zweimal täglich drei Minuten Zähne. Stellen Sie sich dabei abwechselnd immer auf ein Bein und gehen immer mal wieder etwas in die Knie und wieder hoch. Das Gewicht sollte dabei leicht auf den Vorderfuß liegen. Jedes Bein sollte man 3 x 30 Sekunden belasten! Diese Übung schult das Gleichgewicht. Eine Steigerung der Übung ist, diese mit geschlossenen Augen zu versuchen. Sie werden merken, dass es etwas wackliger wird.