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Einsätze

Große Einsatzübung der Feuerwehren im Ettendorfer Tunnel

Dichter Rauch, beißender Qualm, sengende Hitze und schreiende Unfallopfer. Mit diesem schrecklichen Szenario waren die Feuerwehren rund um Traunstein am Dienstag Abend bei einer Großübung im Ettendorfer Tunnel konfrontiert. Solch eine Übung ist alle vier Jahre für die Rettungskräfte Pflicht, in deren Bereich sich eine Tunnelanlage befindet.

Angenommen wurde der Brand eines Busses im Tunnel. Zudem befanden sich noch unzählige andere Verkehrsteilnehmer im Tunnel, die mit ihren Fahrzeugen eingeschlossen waren. Nachdem in der Tunnelzentrale der Brandmeldealarm einging, wurden sofort Durchsagen über Lautsprecher aktiviert, um den Eingeschlossenen erste Hinweise zum Verhalten in solch einem Notfall zu geben. Der Rauch war so dicht, dass man kaum die eigene Hand vor Augen sah. Gleichzeitig wurde für die umliegenden Feuerwehren Großalarm ausgelöst. Unglaubliche 231 Einsatzkräfte mit 34 Feuerwehrfahrzeugen von 14 umliegenden Feuerwehren rückten zum Ettendorfer Tunnel aus.

Als erstes galt es, sich einen Überblick über die Unglückssituation zu verschaffen und die Einsatzfahrzeuge richtig einzuweisen. Da die Rettungskräfte von zwei Seiten an den knapp 800 Meter langen Tunnel heranfuhren, war eine stabile Funkverbindung beider Seiten von hoher Wichtigkeit. Erste Atemschutztrupps machten sich mit Markierungsleuchten auf den Weg in den total verrauchten Tunnel, um Notausgänge zu markieren und erste eingeschlossene Personen aus dem Tunnel zu retten. Die meisten wurden über die Notausgänge ins Freie gebracht.

Nach und nach rückten immer mehr Atemschutzträger ins Tunnelinnere vor, um Verletzte zu bergen und eine Wasserversorgung aufzubauen. Als diese stand, war ein Löschen des Brandes möglich. Mit der Meldung "Feuer aus" konnte auch die Lüftung zum Entrauchen des Tunnels eingeschalten werden. Nach gut anderthalb Stunden wurde die Übung für beendet erklärt.

Ziel einer solchen Übung ist es natürlich, die Abläufe bei solch großen Einsätzen zu proben, Fehler zu erkennen und im Ernstfall bestens für derartige Szenarien gerüstet zu sein. An der Übung waren die Feuerwehren aus Traunstein, Surberg, Neukirchen, Traunreut, Matzing, Nußdorf, Vachendorf, Erstätt, Haslach, Kammer, Siegsdorf, Waging, Wolkersdorf und Wonneberg beteiligt.