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Traunsteiner Ringer-Express ist nicht zu bremsen

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Starke Leistung und überzeugender Sieg: Ben Wittenzellner (rotes Trikot) setzte sich gegen den ehemaligen deutschen Vizemeister Roland Rehm durch. Mattenleiter Petar Stefanov erklärte den Schultersieg. (Foto: Wittenzellner)

Eine in jeder Hinsicht überlegene Traunsteiner Ringermannschaft präsentierte sich am Samstagabend den gut 100 Zuschauern in der Ludwig-Thoma-Turnhalle beim Landesliga-Duell gegen den TSV Diedorf. Der TVT gewann beim 48:8-Sieg in nicht einmal einer halben Stunde effektive Kampfzeit alle zwölf ausgetragenen Kämpfe mit Schultersieg oder technischer Überlegenheit. Nur zwei nicht besetzte Gewichtsklassen konnten die sympathisch auftretenden Schwaben in der fairen Begegnung für sich verbuchen.


TVT-Chefcoach Petar Stefanov saß diesmal nicht als Betreuer an der Seite des Traunsteiner Teams, sondern musste aufgrund bayerischer Kampfrichterengpässe in der Landesliga die Kämpfe leiten. Er tat dies mit gewohnter Umsicht und internationaler Kompetenz zur Zufriedenheit beider Mannschaften. Er beteiligte sich zudem auch als Hilfs-Sanitäter, als kleine blutende Wunden fachgerecht versorgt werden mussten. Der TVT ist mit dem dritten Sieg in Folge wie der schärfste Verfolger – der TSV Aichach – verlustpunktfrei und führt die Tabelle an.

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Kurzen Prozess machte Daniel Flemmer (57 kg) mit Niklas Butski und legte diesen in beiden Stilarten nach jeweils rund einer Minute auf beide Schultern. Und auch der Traunsteiner Ungarn-Express rollte planmäßig: Greco-Spezialist Zoltan Keri legte im Halbschwergewicht (98 kg) seinen Kontrahenten Ibrahim nach zwei Kampfminuten aufs Blatt und auch für Andre Weber war im Greco-Schwergewicht nach zwei Kampfminuten nach 15:0 Punkten Schluss. Wie erwartet behielt auch Yusuf Raiskhel (61 kg) in beiden Stilarten seine weiße Weste und siegte gegen seinen jugendlichen Gegner Ludwig Neff in beiden Stilarten mit technischer Überlegenheit im jeweils ersten Abschnitt.

Tobias Einsiedler (66 kg) bekam es im freien Stil, Ben Wittenzellner im griechisch-römisch mit Diedorfs Besten, Roland Rehm, zu tun. Dieser gewann in seinen besten Ringerzeiten immerhin mehrere Silbermedaillen bei Deutschen Meisterschaften und Gold bei den landesweiten Titelkämpfen. Gegen die beiden 18-jährigen Traunsteiner musste er dem Alter und der körperlich guten Verfassung der beiden Rivalen Tribut zollen und verlor ebenfalls mit technischer Überlegenheit beziehungsweise mit einer Schulterniederlage.

Das Mittelgewicht (86 kg) war ebenfalls ganz in der Hand des TVT: Luca Zeiser war im freien Stil gegen Heiko Rehm klar Chef auf der Matte und zeigte zweieinhalb Minuten feine Freistiltechniken – 16:0 Punkte sprachen eine eindeutige Sprache. Eine Schulterverletzung des Diedorfers bereitete im 2. Abschnitt TVT-Mittelgewichtler Alexej Patalaschko die zweifelhafte Ehre, mit einem Armzug ohne Gegenwehr gleich bei der ersten Aktion zu schultern.

Auch das Weltergewicht (75 kg) war wieder eine TVT-Domäne: Plamen Petrov tat gegen Erick Lenhardt etwas fürs Auge und ließ neben vorsichtigen und trotzdem spektakulären Würfen einige blitzschnelle Schwunggriffe folgen, was den Kampf nach gut einer Minute mit technischer Überlegenheit beendete. Da wollte im freien Stil Andreas Dik nichts nachstehen: Der starke Traunreuter präsentierte sich in einem abwechslungsreichen Kampf nach vier Minuten Kampfzeit mittels Schultersieg als Sieger.

»Wir freuen uns natürlich über den klaren Sieg. Die Moral in der Mannschaft stimmt, unsere Ringer sind motiviert. Wir nehmen jeden Kampf ernst« betonte TVT-Abteilungsleiter Hartmut Hille nach dem etwas einseitigen Mattenduell.

Auf Augenhöhe mit dem Meister präsentierten sich die Nachwuchsringer des TVT gegen die Kampfgemeinschaft Vigaun/Abten-au. Dennoch mussten die von Alex Patalaschko und Nenad Prelic betreuten Jugendlichen in der Grenzlandliga eine 13:24-Niederlage einstecken, wobei eine Gewichtsklasse jeweils nicht besetzt werden konnte. Punkte holten Justin Flemmer (40 kg), Tommy Dik (43 kg), David Dik (46 kg, kampflos) und in einem spannenden Kampf Valentino Schneider (55 kg).

Weitere Mannschaftsringer waren Jonas Perschl (30 kg), Simon Perschl (33 kg), Jan Schatz (36 kg), Georg Rasumny (63 kg) und Maximilian Minchev (80 kg). Um Wettkampferfahrung zu sammeln, konnten einige Neulinge Freundschaftskämpfe machen und zeigten dabei gute Ansätze. awi