weather-image

Saisonstart unter besonderen Umständen

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Am heutigen Samstag geht es los: Lorenzo Griffin (am Ball) und seine TVT-Basketballer gehen voll konzentriert in die neue Bayernliga-Saison. (Foto: Kruselburger)

Für die Korbjäger des Turnvereins endet heute eine lange Zeit des Wartens. Knapp sieben Monate nach Beginn des Lockdowns, der damals auch der noch laufenden Basketballsaison ein vorzeitiges Ende bereitete, steht heute die erste Bayernligapartie in 2020/21 auf dem Programm. Um 20 Uhr trifft die Mannschaft des neuen Cheftrainers Luis Prantl auswärts auf den TV Memmingen. Trotz Covid-Auflagen und schlechten Erinnerungen ans Vorjahresspiel will die Mannschaft den Schwung aus den vergangenen Wochen mitnehmen und gleich zu Beginn einen Sieg einfahren.


»Aller Begleitumstände zum Trotze haben wir die Vorbereitung optimal genutzt«, so der Traunsteiner Cheftrainer vor dem Saisonstart. Dabei waren einige Herausforderungen zu bewältigen. Ein regulärer Trainingsbetrieb war durch die Corona-Einschränkungen in der Halle erst ab Ende Juli möglich. Mitte August musste Prantl schließlich nach Urlaubsrückkehr aus einem nachträglich eingestuften Risikogebiet kurzzeitig in Quarantäne und konnte erst nach zwei negativen Tests wieder die Einheiten betreuen. Dennoch konnte man »die Zeit gut nutzen« und sich als Team entwickeln.

Anzeige

Spätestens im September war der Fokus dann voll und ganz auf die neue Saison gerichtet. Mit Lorenzo Griffin stieß nach wohlverdientem Heimaturlaub in Kaliforniern einer der Schlüsselspieler zur Mannschaft. Bei einem zweitägigen Trainingslager auf dem Internatsgelände des TVTBB-Schulpartners Schloss Stein wurde des Weiteren intensiv an der neuen Spielphilosophie und den Saisonzielen gefeilt. Mit dem jüngsten Beschluss der bayerischen Landesregierung war kurz darauf auch klar, dass die Saison wie geplant im Oktober beginnen könne.

»Jetzt freuen wir uns alle, dass es richtig losgeht und sind voll motiviert, endlich zu spielen«, so Prantl. Über den Gegner kann der 20-jährige Übungsleiter, der erst seit Juli in der Großen Kreisstadt aktiv ist und in der Vorsaison ein Bayernliga-Jugendteam betreute, nicht viel sagen. Umso präsenter ist jedoch für einen großen Teil seines Kaders die Erinnerung ans Vorjahr. Am damaligen vierten Spieltag wurde die 77:82-Auswärtsniederlage des TVTBB von verbalen Entgleisungen des Memminger Publikums überschattet. Diese gipfelten in rassistischen Ausrufen gegen den Traunsteiner Aufbauspieler Lorenzo Griffin. Trotz der nicht vorhandenen Ahndung des Vorfalles durch den Verband – der Videobeweis ist laut Satzung nicht als Beweismittel zugelassen – fanden die Chiemgauer im Rückspiel eine sportliche Antwort und schossen die Allgäuer mit 91:50 regelrecht aus der AKG-Halle.

Für Prantl steht aber ausschließlich die Gegenwart im Fokus: »Fakt ist, dass wir uns für den ersten Sieg in dieser Saison nur auf uns selbst konzentrieren müssen und versuchen werden, unseren Plan umzusetzen.« Dabei fordert er vom kompletten Aufgebot, egal ob Starting-Five- oder Bankspieler, vollen Einsatz über die kompletten 40 Spielminuten. »Wichtig ist, dass jeder einzelne seinen bestmöglichen Teil dazu beiträgt. Ich denke aber, dass alle motiviert sind und die letzten Einheiten optimal zur Vorbereitung auf Memmingen genutzt haben.«

Bei der Generalprobe am vergangenen Wochenende, als man sowohl die Fireballs Bad Aibling aus der 1. Regionalliga als auch den Salzburger Landesligisten BBU 2 in der AKG-Halle bezwingen konnte (wir berichteten), bewiesen die Traunsteiner bereits eine respektable Frühform. Diese soll nun beim Ligaauftakt bestätigt werden. Störgeräusche von außen sind dabei nicht zu erwarten. Wegen der aktuell wieder verschärften Corona-Situation in und um Memmingen hat sich der TVM dazu entschlossen, das Heimspiel ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. So wurden auch die Anhänger des TVTBB darum gebeten, von einer Reise ins Allgäu abzusehen. SK