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Nachbeben von Memmingen noch immer spürbar

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TVT-Basketballer Kenan Biberovic (rechts, hier im Duell mit dem Schwabinger Clint Schönheiter) muss heute Abend zuschauen. Er wurde vom Verband für eine Woche gesperrt. (Foto: Weitz)

Am fünften Spieltag der Bayernliga Süd ist die Erste Basketball-Mannschaft des TV Traunstein am heutigen Samstag (19.30 Uhr) erneut auswärts gefordert. Bei Aufsteiger DJK Kaufbeuren will das Team von Markus Haindl nach der 77:82-Niederlage in Memmingen zurück in die Erfolgsspur finden und dabei erstmals in dieser Saison auch in der Fremde punkten.


Im Nachgang der letzten Begegnung hat die Abteilung beim Verband Beschwerde, unter anderem wegen groben Zuschauerfehlverhaltens, eingereicht. Der BBV hatte Mitte der Woche eine einwöchige Sperre gegen Kenan Biberovic verhängt, der damit an diesem Wochenende nicht zur Verfügung stehen wird.

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Auch sieben Tage später sind die Nachwirkungen der bitteren Niederlage der Traunsteiner Bayernliga-Korbjäger in Memmingen (wir berichteten) noch deutlich zu spüren. Dabei konnte die sportliche Aufarbeitung recht schnell abgeschlossen werden: »Gerade auswärts müssen wir uns zukünftig einfach mehr auf uns selbst konzentrieren«, sagt Markus Haindl, »es kann nicht sein, dass wir uns durch Schiedsrichterentscheidungen, Provokationen des Gegners oder sonstige Begleiterscheinungen aus dem Konzept bringen lassen.« Vor dem heutigen Kaufbeuren-Spiel hat der TVT-Coach die Seinen in einer spontanen Teamsitzung darauf eingeschworen, was zukünftig besser laufen muss.

Auf sportrechtlicher Ebene wird der vergangene Samstag hingegen noch ein längeres Nachspiel haben. Ob der fortwährenden verbalen Entgleisungen vom Memminger Publikum und Mannschaft, die zum Teil gar in rassistischen Ausrufen gipfelten und weder durch das Schiedsrichterduo noch durch Offizielle in der Halle unterbunden wurden, hat die Traunsteiner Abteilungsspitze sich mittels offenem Brief an den TVM und einer Beschwerde an den BBV gewandt. »Mit rassistischen Wortäußerungen oder gar Affenlauten gegen unseren Point Guard Lorenzo Griffin wurde hier das Maß jeglichen Anstandes unterschritten, unsere Videoaufzeichnungen weisen die Vorfälle nach«, so Abteilungsleiter Stefan Schwankner. »Uns geht es dabei nicht um eine Neuansetzung, das Spiel haben wir auf dem Platz verloren. Uns geht es um Fairplay und Respekt – vor allem auch auf den Zuschauerrängen.«

Infolge der mehrfach vorgetragenen Beleidigungen, die ihm und seinen Teamkollegen während der Partie auf Deutsch, Englisch und Bosnisch entgegenschallten, hatte Kenan Biberovic bei der Verabschiedung von den Schiedsrichtern eine Verbandsbeschwerde über deren Leistung angekündigt. Da diese Handlung aus Sicht des BBV als grobe Unsportlichkeit einzuordnen ist, verhängte der Spielleiter nun eine einwöchige Sperre gegen den TVT-Forward. Sportdirektor Franz Buchenrieder: »Natürlich war es unklug, sich in der Emotion nach Spielende überhaupt zu einer Aussage hinreißen zu lassen. Jedoch werden wir alles dafür tun, um uns im Bezug auf die Memminger Verfehlungen Gehör zu verschaffen und unsere Spieler vor derartigen Anfeindungen in der Zukunft zu schützen.«

Es ist also durchaus schwierig für die Truppe von Markus Haindl, den Fokus voll und ganz auf den heutigen Gegner zu richten. Als amtierender Bezirksoberliga-Meister belegt Aufsteiger Kaufbeuren vor dem Wochenende den achten Tabellenrang in der Bayernliga Süd. Während man sich den letzten beiden TVT-Gegnern Memmingen (67:84) und Schwabing (52:64) geschlagen geben musste, konnte der Aufsteiger immerhin einen 82:53-Kantersieg bei der Regionalliga-Reserve des SB DJK Rosenheim feiern. Ungeachtet vom Gegner will die Herren I nur allzu gern ein sportliches Zeichen setzen, um sich dem Frust von Memmingen etwas zu entledigen. Für die U-20-Spieler steht gar ein Doppelspieltag an, nach der Bayernliga-Partie treffen sie bereits am morgigen Sonntag (14 Uhr, AKG-Halle) mit der Zweiten Mannschaft auf den Meisterschaftsfavoriten TSV 1860 Rosenheim. SK