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»Die Vorfreude auf die Saison ist bei allen riesig«

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Markus Haindl fiebert seinem ersten Punktspiel als Cheftrainer der TVT-Basketballer entgegen. (Foto: Schwankner)

Er lebt Basketball! Markus Haindl, der neue Headcoach des TV Traunstein, jagte einst in Töging dem Ball hinterher, spielte dann Jahrzehnte lang aktiv beim TSV Neuötting mit lediglich zwei Zwischenstationen in Landshut (2010) und Vilsbiburg (2011). Seit dem Ende des vergangenen Jahres ist er nun beim TV Traunstein.


Aus beruflichen Gründen hat er in der Großen Kreisstadt eine neue Heimat gefunden. Eine schwere Verletzung stoppte nun aber vorerst Haindls aktive Laufbahn, dem Basketball bleibt er aber trotzdem nun eben in leitender Funktion verbunden.

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Im Interview mit unserer Sportredaktion spricht der neue Headcoach über seine neue Aufgabe an der Linie, über die Gegner in der Bayernliga und über seine Ziele und Visionen.

Sie haben sich im März schwer am Knie verletzt. Es wurde ein Knorpelschaden mit diversen Bandverletzungen diagnostiziert. Wie geht es Ihnen aktuell, Herr Haindl?

Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung! Seit rund zehn Tagen bin ich jetzt auch im Aufbautraining.

Wie schwer fällt es Ihnen denn, nicht selbst aktiv Basketball spielen zu können?

Es ist wirklich hart, nicht auf dem Spielfeld stehen zu können. Es ist bereits meine zweite schwere Verletzung. 2015 habe ich mir die Achillessehne gerissen. Damals bin ich aber zurückgekommen. Es hat aber sehr lange gedauert.

Werden Sie auch diesmal nochmals angreifen oder konzentrieren Sie sich jetzt voll und ganz auf das Amt des Trainers?

Ich lege diese Saison meine volle Konzentration aufs Traineramt. Ich werde mich auch zu nichts drängen lassen. Ich höre auf meinen Körper, der entscheidet letztlich, ob ich nochmals spielen werde.

Ist das Amt beim TVT Ihre erste Trainerstation?

Im Herrenbereich ist es das, ja. Im Jugendbereich war ich schon in Neuötting als Trainer aktiv.

Sie waren in Ihrer jetzigen Mannschaft ja bis März als Spieler aktiv. Ist es Ihnen schwer gefallen, die Seite zu wechseln?

Nein, das ist mir nicht schwer gefallen. Vielleicht auch, weil ich ja auch erst ein Dreivierteljahr in Traunstein gewesen bin. Wichtig für mich ist es jetzt aber, zu sehen, dass die Mannschaft an einem Strang zieht.

Haben Sie Respekt vor Ihrer neuen Aufgabe?

Ja, aber ich habe keine Angst davor. Ich habe meine Vorstellungen und Ideen. Ich bin positiv gestimmt, dass wir das gemeinsam schaffen werden.

Welchen Eindruck haben Sie von Ihrer Mannschaft?

Der ist durchweg positiv. Wir sind seit Mai im Training, hatten jetzt nur im August nochmals eine kurze Pause. Die Vorfreude auf die Saison ist bei allen riesig. Die Stimmung ist sehr sehr gut.

Welche Saisonziele haben Sie mit dem TVT?

Unser erstes Ziel ist es, so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Dann schauen wir, wohin die Reise noch gehen kann. Aber wir müssen uns auch immer vor Augen führen, woher wir kommen. In der vergangenen Saison haben wir in der Vorrunde lediglich zwei Siege eingefahren, dafür dann eine super Rückrunde gespielt. Wir haben diesen Sommer auch drei Abgänge zu verzeichnen, die nicht unwesentlich sind. Dafür haben wir zwei Neue bekommen. Wir gehen jetzt auch einen neuen Weg mit vielen jungen Spielern. Das alles ist ein Prozess. Schauen wir mal, wie die Saison anläuft! Ich hoffe, sie wird einen sehr positiven Verlauf nehmen.

Und im Pokal? Da war Ihre Mannschaft in der vergangenen Saison ja sehr erfolgreich und schaffte sogar den Sprung ins Final Four. Welches Ziel haben Sie für diesen Wettbewerb?

Wir haben in der ersten Runde ein Freilos. Jetzt müssen wir warten, was uns die Losfee in der zweiten Runde beschert. Aber der Fokus liegt klar auf der Liga. Im Pokal nehmen wir das mit, was geht.

Sie haben vorhin den neuen Weg mit den jungen Spielern angesprochen. Wie sehen Sie dieses zukunftsweisende Konzept der Basketball-Abteilung?

Ich stehe voll und ganz hinter dem neuen Konzept. Ich hätte das Traineramt nicht übernommen, wenn es dieses Konzept nicht gegeben hätte. Für mich ist das der logische nächste Schritt. Und wir werden schon anders wahr genommen. Unsere beiden Neuzugänge Lorenzo Griffin und Kenan Biberovic etwa hatten mehrere Anfragen, aber letztlich haben sie sich für uns entschieden. Das zeigt mir, dass unser Projekt auf dem richtigen Weg ist. Es macht mir einfach unheimlich viel Spaß, in so einem Team arbeiten zu dürfen.

Und der soll ja irgendwann ja auch mal zum nächsten Aufstieg führen...

Eine Meisterschaft mit dem TV Traunstein würde ich gerne mitnehmen. Aber das dauert noch!

Sie machen sich da also keinen Druck?

Nein! Wir wollen erst einmal von unten her eine gesunde Basis schaffen. Mit unserem neuen Jugendkoordinator Luis Pires und auch mit unseren beiden Neuzugängen haben wir gute Trainer für den Nachwuchs dazu bekommen. Und auch was die Erste Mannschaft betrifft, haben wir eine Super-Kombination. Sie zeigt eine große Bereitschaft. Aber es werden vielleicht auch mal Rückschläge kommen. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir durch unsere gute Team-Chemie auch mal eine schlechte Phase überstehen können.

Sie haben die zwei Neuzugänge schon angesprochen. Was erwarten Sie sich von Lorenzo Griffin und Kenan Biberovic?

Das sind zwei echte Kracher. Mit ihrem Können und ihrer Erfahrung sind sie das Beste, was uns passieren konnte. Lorenzo ist meiner Meinung nach der beste Point Guard der Liga, so einer hat uns bisher noch gefehlt. Kenan ist ein echter Allrounder, den ich auf allen Positionen einsetzen kann. Das sind zwei erfahrene Spieler, die uns auf Anhieb weiterhelfen werden. Sie helfen uns auch dabei, unsere vielen jungen Spieler so schnell wie möglich zu integrieren.

Los geht die Saison am Samstag mit dem Heimspiel gegen die SG Heising-Kottern. Was erwarten Sie sich von dieser Partie?

Ich war vergangene Saison im Rückrundenspiel dabei, das haben wir gewonnen. Aber das war ein sehr emotionales und hitziges Spiel. Ich erwarte auch diesmal so eine Partie. Das wird also ein richtig heißer Auftakt werden. Aber wir starten mit einem Heimspiel und das wollen wir natürlich gewinnen!

Wie wichtig sind eigentlich die Zuschauer?

Extrem wichtig! Es ist einfach schön, wenn du als Spieler vor so vielen Zuschauern spielen darfst und nicht vor einer leeren Halle aufläufst. Die Zuschauer waren vergangene Saison unser sechster Mann. Da gehen dann auf dem Spielfeld gleich ein paar Prozent mehr. Ich hoffe, dass unsere Zuschauer uns wieder so wie in der vergangenen Saison supporten. Übrigens haben das auch unsere beiden Neuzugänge aus Wasserburg sofort gesagt, dass ihnen das Spiel in Traunstein besonders in Erinnerung geblieben ist – eben wegen der brutalen Stimmung. Wir werden auch alles dafür tun, dass unsere Fans Spaß und Freude am Basketball haben werden.

Der Auftakt ist noch in der Ludwig-Thoma-Halle. Wann erfolgt der Umzug in die neue AKG-Halle?

Wir werden voraussichtlich unser zweites Heimspiel gegen Schwabing II am 12. Oktober in der neuen Halle bestreiten. Es kommt noch darauf an, ab wann wir dort trainieren können.

Wie schätzen Sie die Liga im Allgemeinen ein?

Die Liga ist meiner Meinung nach sehr ausgeglichen. Es kann jeder jeden schlagen. Mit Wacker Burghausen und Jahn München haben wir dieses Jahr zwei sehr ambitionierte Aufsteiger dazu bekommen. Aber ich sehe keine Mannschaft, die keine Chance hat und auch keine, die durchmarschieren wird. Das macht das Ganze natürlich extrem spannend!

Stephanie Brenninger