Jahrgang 2021 Nummer 10

Hl. Fridolin, Abt.

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Fridolin (= schützendes Schwert), adeliger Irländer, wurde gründlich in den Wissenschaften gebildet und entsagte allen irdischen Ansprüchen. Er wurde Priester und predigte an den Orten seines Heimatlandes das Christentum. Allseitig bewundert und verehrt, verließ der Heilige, um dem Ehrgeize zu entrinnen, Irland und verkündete das Evangelium in Frankreich. Um das Jahr 507 kam Fridolin nach Poitiers, stellte durch eine Erscheinung des heiligen Hilarius ermuntert und vom Könige Clodwig I. reichlich unterstützt, Kloster und Kirche des heiligen Hilarius wieder her, fand dessen Reliquien wieder auf und wurde Abt des Klosters. Infolge einer 2. Erscheinung des heiligen Hilarius reiste er nach Alemannien, fand die ihm bezeichnete Rheininsel bei der jetzigen Stadt Säckingen, erbaute ein Kloster für Mönche, ein Frauenkloster und eine Kirche zu Ehren des heiligen Bischofs Hilarius und predigte ringsum das Christentum. Ursus und Landulph, zwei Brüder, hatten in der Nähe bedeutende Besitzungen. Ursus schenkte dem Heiligen einen Teil seiner Güter und starb. Landulph wollte diese Güter an sich ziehen und verlangte bei der Weigerung des heiligen Abtes lebende Zeugen. Der Heilige erweckte nun den Ursus wieder ins Leben und führte ihn als Zeugen vor Gericht, wodurch Landulph so ergriffen wurde, dass er von seiner Forderung abstand und sogar einen Teil seines Eigentums dem Kloster überließ. Fridolin starb am 6. März 540 und glänzte auch nach dem Tode durch Wunder. Die Stadt Säckingen in Baden verdankt der Wallfahrt zum Grabe des heiligen Fridolin ihr Entstehen.

Lehre. Nicht selten entstehen wegen Erbschaften selbst unter Geschwistern und andern Verwandten die größten Erbitterungen, Feindschaften und Prozesse. Der Geldteufel verblendet die Menschen und verleitet sie zu den schändlichen Ungerechtigkeiten. Wie viele Seelen kommen dadurch in Gefahr, ihr ewiges Heil zu verlieren, weil die Sünde nicht verziehen werden kann, bis das Unrecht gut gemacht, das ungerechte Gut zurückerstattet ist. O möchte niemand vom Geldgeize sich überwinden lassen!

Gebet. Wir bitten dich, o Herr! um deine Erleuchtung und Hilfe, dass uns keine unerlaubte Rücksicht auf Fleisch und Blut, Geld und Gut von deinem Dienste abhalten und der ewigen Freuden berauben möge. Amen

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

10/2021

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