Jahrgang 2021 Nummer 22

Heiliger Maximinus

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Maximinus (= groß, erhaben), stammte aus der Gegend von Poitiers in Frankreich. Durch den Ruf des heiligen Bischofs Agritius von Trier angezogen, begab sich der fromme Jüngling zu demselben, wurde zum Priester geweiht und 332 dessen Nachfolger. Als Maximin mit dem heiligen Bischofe Martin von Mainz nach Rom reiste, zerriss ein Bär den Esel; dafür musste nun der Bär das Gepäck tragen. Deshalb wird der heilige Maximin mit einem Bären abgebildet. Damals sendeten die Arianer vier Abgeordnete an den Kaiser, der sich zu Trier aufhielt, um ihn einzufädeln. Der heilige Bischof aber enthüllte die Schleichwege der Arianer und bewog den Kaiser, dass er die Irrlehrer abwies und die verfolgten Bischöfe beschützte. Nun entlud sich der ganze Hass der Arianer auf den Heiligen. Er aber verteidigte mutig die Wahrheit gegen den Irrtum und opferte alle seine Kräfte der Reinerhaltung des Glaubens. Indem aber der heilige Bischof seinen nahen Tod ahnte, wollte er nochmals seine Heimat und seine Verwandten sehen, reiste dorthin und starb den 12. September 349. Sein heiliger Leib wurde 353 im Auftrage seines heiligen Nachfolgers Paulinus nach Trier übertragen. Im Leben und nach dem Tode geschahen durch ihn viele Wunder. Der 29. Mai (Feier seiner Übertragung) ist sein Verehrungstag.

Lehre. Das Haus des heiligen Maximin stand zu jeder Zeit allen Bedrängten, Obdachlosen und Reisenden offen. Groß war seine Gastfreundschaft. Früher war diese viel wichtiger, als jetzt, da es sehr schwierig war, eine ordentliche Herberge zu erhalten. In unseren Zeiten aber ist große Vorsicht nötig, weil allerlei verdächtige Menschen umherschwindeln, falsche Zeugnisse ausweisen und sich über missbrauchte Gastfreundschaft sogar lustig machen.

Kirchengebet. O Gott, der du uns durch die jährliche Feier des Andenkens deines hl. Bekenners und Bischofes Maximinus erfreuest: gewähre uns, wir bitten dich, dass jener wegen unserer Sünden Fürbitte leiste, welcher deinen Namen andächtig gepredigt hat. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

22/2021