Jahrgang 2021 Nummer 2

Heiliger Julian und heilige Basilissa, Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Julian (= jugendlich) wurde von seinen adeligen Eltern als der einzige Sprosse zur Heirat mit Basilissa (= königlich erhaben) genötigt, die ihm aber an Adel und Reichtum ebenbürtig war. Am Tage der Hochzeit gelobten beide auf Antrieb des Heiligen Geistes beständige Enthaltsamkeit. Nach dem Tode der Eltern verwendeten sie ihr ganzes Vermögen zu guten Zwecken. Zu dieser Zeit ließ der kaiserliche Statthalter Marcian zu Antiochia in Ägypten an vielen Orten Götzenbilder aufstellen, wovon manche durch das Gebet der beiden Heiligen vernichtet wurden (siehe Bild!). Wegen des christlichen Glaubens wurden sie nun arg verfolgt und getötet. Andere Quellen besagen, die heilige Basilissa sei im Frieden geschieden. Der heilige Julian aber hatte verschiedene Martern zu erdulden, aus denen er unversehrt hervorging, oder bald wieder wunderbar geheilt wurde. Er wirkte auch viele Wunder, indem er Tote erweckte und bekehrte hiedurch nicht wenige zum Christentum. Zuletzt wurde der Heilige enthauptet unter Kaiser Diocletian im Jahre 303.

Lehre. Als der heidnische Statthalter unter Androhung der fürchterlichen Martern dem heiligen Julian befahl, den Götzen zu opfern, antwortete dieser: »Ich betrachte den Kaiser als eine von Gott verordnete Obrigkeit; ich kann aber seinen Befehlen, wenn sie den Geboten Gottes zuwider sind, nicht Gehorsam leisten«. Bete, o Christ! für die Vorgesetzten, dass sie selbst den Geboten Gottes und der heiligen Kirche treu bleiben und nichts befehlen, was gegen Gottes Anordnung und so gegen das Gewissen wäre.

Gebet. O unendlicher, dreieiniger Gott! der du deinen treuen Dienern Julian und Basilissa keuschen Sinn und Starkmut im Bekenntnisse des heiligen Glaubens geschenkt hast: verleihe uns deine mächtige Gnadenhilfe, dass auch wir standesgemäße Keuschheit beobachten und durch nichts uns von der Treue in deinem heiligen Dienste abwendig machen lassen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

2/2021

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