Jahrgang 2021 Nummer 31

Heiliger Ignatius von Loyola, Ordensstifter

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Eneco wurde 1491 auf dem Schlosse Loyola in Spanien geboren. Seinen Taufnamen vertauschte er später mit Ignatius (aus Verehrung gegen diesen heiligen Bischof, 1. Februar). Sein Vater war Herzog. Von dem Hofdienste trat Ignatius in den Kriegsdienst über. Bei der Belagerung der Festung Pampelona (1521) wurde er durch eine Kanonenkugel an beiden Füßen verwundet. Dem Tode nahe, wurden ihm die heiligen Sterbesakramente gespendet. Die Franzosen ehrten seine Tapferkeit und ließen ihn nach Loyola bringen. Dort musste er lange auf dem Schmerzenslager bleiben. In Ermangelung weltlicher Bücher las er das Leben Jesu und der Heiligen, anfangs zum Zeitvertreib, aber dann mit heiligem Ernste. Allmählich wurde er umgewandelt. Im Benediktinerkloster Montserrat legte Ignatius eine Generalbeichte ab, hing seinen Degen an einem Pfeiler vor dem Gnadenbilde Mariens auf und zog ein Pilgergewand an. Dann verlebte er in einer Höhle bei Manresa in Gebet und Betrachtung beinahe ein ganzes Jahr und verfasste das herrliche Büchlein von den Exerzitien oder geistlichen Übungen, wobei ihm die Mutter Gottes mehrmals erschien. Hierauf wallfahrtete der Heilige nach Jerusalem. Mit 33 Jahren begann er das Studium, ging später auf die Universität zu Paris und legte 1534 mit mehreren Gesinnungsgenossen den Grund zu einem neuen Orden (Gesellschaft Jesu oder Jesuitenorden), welcher vom Papste Paul III. 1540 förmlich bestätigt wurde. Der heilige Ignatius wurde der erste General seines Ordens, starb zu Rom den 31. Juli 1556 und wurde von Gott durch Wunder verherrlicht. Selig sprach ihn Papst Paul V. 1609, und heilig Papst Gregor XV. 1622.

Lehren des heiligen Ignatius. »Alles zur größeren Ehre Gottes! – Überwinde dich selbst! Könnte ich an einem Tage tausendmal sterben, so würde ich gerne tausendmal den Tod erleiden, um eine einzige Seele zu retten. Ich liebe dich, o Gott! Du liebst mich. Lieben und geliebt werden – weiter nichts!«

Kirchengebet. O Gott, der du zur größeren Verbreitung deines Namens durch den heiligen Ignatius die streitende Kirche mit einer neuen Stütze befestigt hast: verleihe, dass wir durch seine Hilfe und Nachfolge auf Erden kämpfen und im Himmel mit ihm gekrönt zu werden verdienen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

31/2021