Jahrgang 2021 Nummer 17

Heiliger Georg, Ritter und Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Georg (= Landmann) stammte aus Cappadocien in Kleinasien. Er wurde Soldat und wegen seiner Tapferkeit Oberst. Als er sah, wie unter Kaiser Diocletian die unschuldigen Christen wegen ihres Glaubens gepeinigt wurden, da trat er bei einem öffentlichen Feste dem Kaiser entgegen, pries laut Christus den Herrn und verabscheute die Anbetung der Götzen. Seine Güter hatte Georg bereits verschenkt, um die himmlischen dafür zu erlangen. Der Kaiser ließ den kühnen Mahner gefangen setzen. Dann wurde er mit Ruten gegeißelt, mit eisernen Hacker zerfleischt, gefoltert, mit brennenden Lampen gepeinigt und zuletzt bei Nicomedia enthauptet den 23. April 303. St. Georg wird als Ritter dargestellt, wie er den höllischen Drachen bekämpft und überwindet. Diese Darstellung versinnbildet, wie der Heilige mutig sein Martyrium bestand; die Götzen, unter welchen die Teufel sich anbeten ließen, verabscheute und besiegte und viele Seelen für den heiligen Glauben gewann. Mehrere Länder und Ritterorden erwählten ihn zu ihrem Schutzpatron. Er ist auch Patron und Vorbild der Soldaten, speziell der Kavallerie. St. Georg gehört zu den heiligen 14 Nothelfern und wird besonders in geistigen Kämpfen, in Gefahren für den Glauben und gegen den bösen Feind angerufen. Im römischen Martyrologium steht sein Name am 23. April. Aber in vielen Diözesen ist sein Verehrungstag der 24. April.

Lehre. Vor dem Richterstuhle des Kaisers Diocletian sprach der heilige Georg: »Die Teufel halten nicht stand vor Christus, nicht einmal vor dem Namen Christi, sondern fürchten ihn und erzittern; und kaum haben sie ihn vernommen, so verschwinden sie wie der Rauch.« Darum kämpfe, o Christ! mutig gegen den Satan und rufe dabei die Fürbitte des heiligen Ritters Georg an. Der heilige Hieronymus sagt: »Welcher Heilige wurde gekrönt ohne Trübsal? Suche, und du wirst finden, dass jeder Kreuz und Leiden erduldet hat.«

Gebet der Kirche. O Gott, der du uns durch die Verdienste deines heiligen Martyrers Georg erfreuest: verleihe gnädig, dass wir durch das Geschenk deiner Gnade diejenigen Wohltaten erhalten mögen, um welche wir durch ihn bitten. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

17/2021

Einstellungen