Jahrgang 2012 Nummer 41

Heiliger Eduard, König

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Eduard (= edler Wächter, treuer Beschützer) wurde 1013 als Kronprinz des Königs Ethelried II. von England und dessen Gemahlin Emma geboren. Nach dem Tode des Königs zog sich die Mutter mit den zwei Prinzen nach der Normandie zurück, wo dieselben am herzoglichen Hofe erzogen wurden. Eduard wurde der Engel am Hofe genannt. Im Jahre 1041 schüttelten die Engländer das dänische Joch ab und beriefen Eduard zur Regierung. Die eingerissenen Kirchen wurden wieder hergestellt, der öffentliche Gottesdienst befördert, das den Kirchen und Klöstern geraubte Gut zurückgegeben, und weise Gesetze erlassen. Der heilige König leuchtete selbst durch sein Beispiel allen vor und wusste dadurch um so besser den Gesetzen Achtung und Gehorsam zu verschaffen. Mit seiner Gemahlin Editha lebte er in jungfräulicher Ehe. Es gelang auch dem Könige, dem Volke die schweren Auflagen zu erleichtern; und weil er selbst ganz einfach lebte, so hatte er noch Mittel genug, um die Armen und Waisen zu unterstützen und verschiedene große Stiftungen zu machen. Er gründete das Kloster St. Peter und beschenkte reichlich das Kloster St. Paul (Westmünsterabtei). Wer im Namen des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes den Heiligen um etwas bat, war der Erhörung gewiss, da er sich dies aus besonderer Verehrung desselben vorgenommen hatte. Der heilige Johannes bat ihn einmal in Gestalt eines Armen um Almosen. Der König hatte gerade nichts bei sich und so gab er ihm den Ring vom Finger. Kurz darauf schickte ihm der heilige Johannes den Ring zurück mit der Nachricht, dass er bald sterben werde. Am vorausgesagten Tage starb der heilige König, am 5. Januar 1066. Sein Grab wurde durch Wunder glorreich. Papst Alexander III. nahm 1106 seine Heiligsprechung vor. Der Ehrentag des heiligen Eduard ist der 13. Oktober.

Lehre: »Das beste Mittel«, pflegte der heilige Eduard zu sagen, »um ein Reich glücklich zu machen, ist, dass Gottesdienst und Gottesfurcht im Lande gelten, weil der Wohlstand eines Reiches mit dem guten Zustande der Religion und Kirche zusammenhängt.«

Gebet: O Gott, der du deinen hl. Bekenner und König Eduard mit der ewigen Glorie gekrönet hast: wir bitten dich, gewähre, dass wir ihn so auf Erden verehren, damit wir im Himmel mit ihm herrschen können. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

41/2012