Jahrgang 2012 Nummer 31

Heiliger Dominicus, Ordensstifter

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Dominicus (= herrlich) wurde zu Calagora in Spanien 1170 geboren. Der Vater hieß Felix von Guzmann. Die Mutter, selige Johanna von Aza, sah im Traume auf der Stirne ihres Kindes, das sie gebären würde, einen glänzenden Stern. Nach einer anderen Nachricht wurde ihr das Kind gezeigt unter dem Bilde eines Hundes mit einer Fackel im Maule, welche die Welt in Brand setzte. Dominicus wurde Kanonikus zu Osma und gründete auf besonderen Antrieb Gottes den Orden der Prediger, nach ihm auch Dominikaner genannt. Er stiftete auch noch einen zweiten Orden der Dominikanerinnen und einen dritten Orden für Weltleute. Viele Nächte brachte der Heilige in der Kirche zu und betete für die Bekehrung der Sünder und Irrgläubigen, wobei er seinen Leib mit einer eisernen Kette kasteite und viele Tränen vergoss. Es wird versichert, er habe nie im Leben eine schwere Sünde begangen. Die Zunge beherrschte er vollständig und sprach nur von göttlichen Dingen. Durch seine begeisterten Predigten bekehrte Dominicus zahllose Seelen, besonders Albigenser. Auch verlieh ihm Gott die Wundergabe. Mit dem heiligen Franziscus von Assisi stand er in inniger Freundschaft. Seine Tätigkeit für das Heil der Seelen wurde noch fruchtreicher, als ihm die Mutter Gottes erschien und ihm empfahl, den heiligen Rosenkranz zu predigen, welcher von nun an in der heiligen Kirche die größte Verbreitung fand. Reich an Verdiensten starb der Heilige zu Bologna den 6. August 1221 und wurde vom Papste Gregor IX. 1234 heilig gesprochen. Zu seinem Verehrungstage ward der 4. August bestimmt.

Lehre: Der heilige Dominicus gibt die schöne Lehre: »O Mensch, sei beständig der Hammer - und nicht der Amboss der Leidenschaften, damit du nicht von ihnen verzehrt werdest.« Bete, o Christ! eifrig den heiligen Rosenkranz.

Gebet: O Gott, der du dich gewürdigt hast, durch die Verdienste und Lehren des hl. Dominicus deine Kirche zu verherrlichen! Verleihe, dass sie durch seine Fürbitte der zeitlichen Hilfe nicht entbehre und stets im geistigen Leben zunehmen möge. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 


31/2012