Jahrgang 2021 Nummer 35

Heiliger Augustin, Bischof und Kirchenlehrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Augustinus (= majestätisch, erhaben) wurde 354 zu Tagaste in Afrika geboren. Der Vater Patrizius war noch ein Heide, die Mutter die heilige Monica. Aber Augustin folgte in der Jugend allen Begierden und Neigungen eines verderbten Herzens und fiel auch noch in die Ketzerei der Manichäer. Die Mutter mahnte, betete, weinte und reiste ihm überall hin nach, auch nach Mailand, wo er Lehrer der Beredsamkeit werden sollte. Zuerst besuchte Augustin die Predigten des heiligen Erzbischofes Ambrosius aus Neugierde, dann zogen sie ihn an und machten Eindruck auf ihn. Er hörte vom Büßerleben des heiligen Antonius erzählen; eine singende Stimme rief ihm zu: »Nimm und lies! Nimm und lies!« Endlich siegte die Gnade. Im 33. Lebensjahre wurde Augustin vom heiligen Ambrosius zu Mailand getauft den 24. April 387. Bei dieser Gelegenheit sollen beide den herrlichen Hymnus Te Deum laudamus (Großer Gott, wir loben dich ...) verfasst haben. Im Jahre 396 wurde Augustin Bischof von Hippo. Nun kam seine Glanzperiode. Nachdem er schon früher dem Orden der (Augustiner-)Eremiten sein Entstehen gegeben haben soll, gründete er jetzt den Orden der regulierten Kanoniker. Sein Eifer für das geistige Wohl der Gläubigen kannte keine Grenzen. Er predigte unermüdet und mit dem größten Erfolge. Sein Leben war der strengsten Buße geweiht. Er besuchte die Waisen, Witwen, Kranken und Betrübten und brachte ihnen Trost. Gegen die Sektierer trat er durch Schrift und Wort auf. Der heilige Bischof starb den 28. August 430. Er hinterließ viele und herrliche Schriften und ist einer der vier großen lateinischen Kirchenväter.

Lehre. Den größten Eindruck auf den heiligen Augustin machte die Mahnung des heiligen Apostels Paulus im Briefe an die Römer (13,13. 14): »Wie am Tage lasset uns ehrbar wandeln: nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Schlafkammern und Unzucht; nicht in Zank und Neid; sondern ziehet den Herrn Jesus Christus an und pfleget der Sinnlichkeit nicht zur Erregung der Lüfte.«

Kirchengebet. Höre auf unsere Bitten, o allmächtiger Gott! Und weil du uns Vertrauen einflößest, auf deine Güte hoffen zu dürfen, so lass uns gnädig durch die Fürbitte deines heiligen Bekenners und Bischofs Augustinus die Wirkungen deiner beständigen Barmherzigkeit angedeihen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

35/2021