Jahrgang 2005 Nummer 22

Dr. Karl Hefele – Königlich-Bayerischer Forstmeister

Er war auch Lehrer und Forscher in Japan

Dr. Karl Hefele hatte eine große Karriere vor sich. Er starb am 8. März 1904 in Bad Reichenhall an der Malara.

Dr. Karl Hefele hatte eine große Karriere vor sich. Er starb am 8. März 1904 in Bad Reichenhall an der Malara.
Der Oberforstmeister mit seiner Reichenhaller Braut Finny Pustett.

Der Oberforstmeister mit seiner Reichenhaller Braut Finny Pustett.
Dr. Karl Hefele, Königlich-Bayerischer Forstmeister von Bergen bei Traunstein wurde am 31. März 1863 als Sohn einer Wagnermeisterfamilie in Augsburg geboren. Er studierte in St. Stephan, Aschaffenburg, München und Erlangen, und praktizierte in verschiedenen Forstämtern.

In München promovierte er und wurde praktischer Dozent im Staatsforstverwaltungsdienst. Als Forstassessor kam er an das Forstamt Wolfstein/Schlichtenberg. Im Alter von 37 Jahren erfolgte seine Berufung nach Japan, wo er in Tokio als Professor der Forst- und Staatswissenschaft drei Jahre lang wirkte.

Von dort aus besuchte er Korea, China, Sibirien und Russland. In diese Zeit fiel auch die Weltreise des Prinzen Ruprecht von Bayern mit seiner Gemahlin. Professor Dr. Mayr aus München (welcher selbst einmal Lehrer in Tokio war) begleitete das Prinzenpaar und besuchte dabei Karl Hefele in Tokio.

Seine Rückkehr nach Bayern führte Karl Hefele über Zentralamerika und Kanada, wo er manche anstrengende und gefährliche Hochgebirgstour zu wissenschaftlichen Zwecken unternahm.

Wieder zurück in der Heimat

Sein Lieblingswunsch, in den oberbayerischen Bergen Forstmeister zu werden, erfüllte sich Mitte Dezember 1903, als ihm die Oberförsterstelle in Bergen verliehen wurde. Allerdings war ihm diese Stelle nicht lange vergönnt. Er erkrankte bereits nach kurzer Zeit und musste Urlaub nehmen. Die früheren Strapazen und Anstrengungen in Japan und bei seinen Reisen kamen unerwartet zum Ausbruch. Er zog zu seiner Verlobten Finny Pustett in deren Villa »Carolus Borromäus« (Kotzbauer) in Kirchberg bei Reichenhall. Kurz darauf musste er jedoch schon ins Krankenhaus eingeliefert werden. Er erlebte noch die Überreichung des Kaiserlichen Japanischen Verdienstordens der aufgehenden Sonne 1. Klasse, mit welchem er für seine Verdienste in Japan ausgezeichnet wurde. Am 8. März 1904 verstarb Karl Hefele im Alter von nur 40 Jahren.

Eine Vielzahl hoher Beamter und Universitätsprofessoren gaben ihm bei seiner Beerdigung die letzte Ehre. So legte zum Beispiel für das Forstamt Bergen der Forstamtsassistent Roth einen Kranz nieder. Der gewaltige Findling, der als Grabstein diente (heute Grabstätte der Familie Rapl), ist noch heute vorhanden, das prächtige Waffenschild nicht mehr.

Dr. Karl Hefele war auch Oberleutnant der Reserve des 19. Bayerischen Infanterie-Regiments »König Viktor Emanuel III von Italien«.

Heute erinnert nichts mehr an diesen Forstmann.

FH



22/2005