Jahrgang 2008 Nummer 42

Die Ehrenbürger der Stadt Traunstein: Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger)

Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Papst Benedikt XVI. in Rom am 8. Februar 2006.

Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Papst Benedikt XVI. in Rom am 8. Februar 2006.
Die Verleihung erfolgte mit Beschluss vom 16. Juni 2005 »in Anerkennung seiner Persönlichkeit und der persönlichen Verbindungen zu Traunstein als >seiner Vaterstadt<«. Die Urkunde wurde dem Heiligen Vater von einer offiziellen Delegation der Stadt mit Oberbürgermeister Fritz Stahl an der Spitze am 8. Februar 2006 in Rom ausgehändigt.

Joseph Ratzinger, geboren am 16. April 1927 in Marktl (Landkreis Altötting), wohnte ab 1935 mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern in einem kleinen Bauernhaus in Hufschlag (Gemeinde Surberg) und besuchte hier das Humanistische Gymnasium. Offiziell wurde er mit seinem Eintritt in das Erzbischöfliche Studienseminar auf der Wartberghöhe Traunsteiner und blieb dies bis zur Aufnahme des Theologiestudiums am Freisinger Priesterseminar zu Beginn des Jahres 1946. 1951 feierte er in der Stadtpfarrkirche St. Oswald, die er als »heimatliche Pfarrkirche« ansieht, zusammen mit seinem Bruder Georg die Primiz. Letzterer war hier von 1957 bis 1964 Chorregent, die Eltern verbrachten bei ihm ihren Lebensabend und verstarben beide in Traunstein, der Vater Joseph 1959, die Mutter Maria 1963. Beide wurden zunächst im Waldfriedhof beigesetzt, 1974 jedoch nach Regensburg überführt.

Sowohl als Erzbischof von München und Freising wie auch als Theologe von Weltruf in den höchsten Ämtern des Vatikan betonte Joseph Ratzinger stets seine Verbundenheit zu Traunstein. 1982 – zugleich seine letzte Amtshandlung als Erzbischof – erhob er das Studienseminar zu einer Stiftung und sicherte damit die Zukunft des Hauses. Bei seinem offiziellen Besuch der Stadt am 12. Mai 2002 bekannte er, in Traunstein »die Atmosphäre der Heimat« zu spüren. Schon mehrmals hat er das Zentrum des Chiemgaus als seine »Vaterstadt« tituliert. Am 19. April 2005 wurde er zum 265. Papst der Kirchengeschichte gewählt und trat als Benedikt XVI. die Nachfolge Johannes Paul II. an. Erstmals seit 482 Jahren hatte das Konklave damit nicht nur wieder einen Deutschen für das höchste Amt der katholischen Kirche bestimmt, sondern einen Bayern, dessen jugendliche Wurzeln zu einem großen Teil in Traunstein liegen.

Franz Haselbeck



42/2008