Jahrgang 2002 Nummer 8

Der Räuber und Wildschütz Mathias Kneißl

Am 21. Februar 1902 wurde er in Augsburg geköpft

Mathias Kneißl im Rollstuhl bei der Gerichtsverhandlung.

Mathias Kneißl im Rollstuhl bei der Gerichtsverhandlung.
Eine Witzpostkarte makabrer Art. Viele dieser Karten wurden an der Hinrichtungsstätte verkauft.

Eine Witzpostkarte makabrer Art. Viele dieser Karten wurden an der Hinrichtungsstätte verkauft.
Bierfilz für das Räuber-Kneißl-Bier der Brauerei Maisach

Bierfilz für das Räuber-Kneißl-Bier der Brauerei Maisach
»De Wocha geht scho guat o, am Montag wer i köpft.« So sarkastisch äußerte sich der zum Tode verurteilte Räuber und Wildschütz Mathias Kneißl, als ihm sein Hinrichtungstermin bekannt gegeben wurde. Wer war dieser Mann, der zu einer Legende wurde; den die Bevölkerung in der Dachauer Gegend als bayerischen Robin Hood verehrt und der noch heute als klassisches Justizopfer angesehen wird? Was hatte er angestellt?

Mathias Kneißl stammte aus Unterweikertshofen im Glonntal. Er wurde dort am 12. Mai 1875 in der Gastwirtschaft geboren, die seine Großeltern mütterlicherseits gebaut hatten. Mathias war das fünfte von insgesamt elf Kindern. Fünf Geschwister starben bereits im frühesten Kindesalter. Eine besondere Beziehung hatte Mathias zu seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Katharina und zu dem um zwei Jahre jüngeren Bruder Alois.

Den Oberwirt oder auch Paschkaliniwirt betrieben die Eltern von Mathias, der Müller und Schreinergehilfe Mathias Kneißl und dessen Ehefrau Therese Kneißl, geborene Pascolini, im Dorf die Pachkaline-Res genannt. Das Sagen in der Gastwirtschaft hatte eindeutig die resolute, stimmgewaltige und besonders gut aussehende Mutter. Sie war als Wirtin, wie man so sagt, eine umwerfende Stimmungskanone. Ihre Lebensfreude, ihre Wildheit und ihr gekonntes Spiel mit der Ziehharmonika animierte die Gäste zu ausufernden Trinkgelagen. Auch mit der ehelichen Treue nahm sie es nicht so genau. So hatte sie eine heftige Affäre mit einem fragwürdigen Kleinkrämer, der ein besonders häufiger Gast war. Der Ruf der Gastwirtschaft wurde im Lauf der Jahre immer schlechter. Die Dorfbewohner blieben aus und statt dessen kamen zwielichtige Gestalten von auswärts. Es verdichteten sich die Gerüchte, dass in der Gastwirtschaft mit gewildertem Fleisch und mit Hehlerwaren gehandelt wurde. Der einzige ständige Besucher aus dem Dorf war dann nur noch der Dorfgendarm.

Der Betrieb der Gastwirtschaft sicherte der kinderreichen Familie nur ein mäßiges Auskommen. Dies führte dazu, dass die Wirtin lieber das Jagdgewehr in die Hand nahm als den Kochlöffel. Der Handel in der Gaststube mit illegal erlegtem Wild nahm zu und auch die Buben Mathias und Alois beteiligten sich schon an der Wilderei. Beide konnten hervorragend mit einem Jagdgewehr umgehen und hatten bald den Ruf berüchtigter Wilderer. Ihre schulischen Leistungen waren aber eher besonders schlecht. Sein Lehrer bezeichnete 1884 den damals neunjährigen Mathias als äußerst unwillig und unfolgsam und meinte, eine Unterbringung in einer Besserungsanstalt wäre gut, denn der Junge sei eine Zuchthauspflanze. In einer anderen Beurteilung stand: »... Versteht jetzt schon die Harmonika besser zu handhaben als das Lesebuch und spielt zur Belustigung u. Vergnügen der Großen auf. Das kann doch gewiß keine gute Erziehung genannt werden.«

1886 verkauften die Kneißls das Wirtshaus und kauften sich die einsam gelegene Schachermühle, etwa drei Kilometer südlich von Weikertshofen im Gemeindebereich Sulzemoos. Die Schachermühle stand am Rande von dichten Fichtenwäldern, da ließ sich das heimlich erbeutete Jagdgut ungesehen heim transportieren. Der Betrieb der Mühle brachte nicht viel ein. Mehr Erfolg versprach man sich von der kleinen Taverne, die in einem Zimmer eingerichtet werden konnte und Vater Kneißl arbeitete daneben als durchaus anerkannter Schreiner und Wagner. Bei diesen Arbeiten half auch Mathias nach Kräften mit. In der Schule in Sulzemoos gab es naturgemäß wieder große Probleme. Der Lehrer bezeichnete Mathias als grenzenlos faul, nachlässig und unaufmerksam. Im kleinwüchsigen Bruder Alois sah er einen halb blödsinnigen Schüler. Beide Buben fielen immer wieder durch ihr häufiges Schuleschwänzen auf.

Die geringen Einnahmen aus der Mühle, aus dem Betrieb der Taverne und aus der Arbeit als Schreiner und Wagner reichten zur Bestreitung der Kosten für den Lebensunterhalt der Familie nicht aus und so wurde durch Wilderei der Söhne Alois und Mathias, durch Unterstützung wildernder Bauern und durch die Beherbergung von Hehlern und flüchtigen Kriminellen das Einkommen aufgestockt.

In der Nähe der Stadt Friedberg steht die Wallfahrtskirche »Zu Unseres Herrn Ruhe«, im Volksmund Herrgottsruh genannt. Im Sommer 1892 raubte das Ehepaar Kneißl, unterstützt durch ihre Söhne Alois und Mathias, diese Wallfahrtskirche aus. Alle Beteiligten waren mit Gewehren bewaffnet. Zur Beute zählten zum Beispiel ein goldener Kelch, die Hostienschale, Kultgegenstände aus Edelmetall und silberne Votivgaben. Außerdem leerten sie den Opferstock. Bald jedoch fiel der Verdacht auf die Kneißls und es wurde beobachtet, wie Therese Kneißl in München Beutestücke aus dem Raub bei einem polizeibekannten Hehler losschlug. Am 28.August 1892 griff die Polizei zu. Bei dem Versuch zu fliehen fiel Vater Mathias Kneißl in den Mühlbach und verletzte sich dabei schwer. Die Polizisten holten ihn heraus, nahmen in fest, fesselten ihn auf einen Pferdewagen und brachten in nach Dachau in das Gefängnis. Dort konnte er gerade noch vom Wagen gehoben werden, bevor er zusammenbrach und starb. Die Ursache seines Todes ist ungeklärt. Ein Arzt wurde nicht eingeschaltet und die subjektiven Aussagen der Polizisten einerseits und der Ehefrau andererseits brachten keine Klärung. Die Ehefrau jedenfalls verkündete lauthals ihre Meinung: »Derschlag’n ham s’n, de Greafrack!«. Später wurde auch sie verhaftet und wegen Hehlerei zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Nun waren die Kinder allein. Die 16 Jahre alte Katharina versorgte ihre Geschwister. Die beiden Buben Alois und Mathias besorgten die Nahrung durch Wilderei. Um die Betreuung der verwaisten Kinder und Jugendlichen kümmerte sich niemand. Dies wäre Aufgabe des Bezirksamtes Dachau gewesen, doch dieses reagierte in keiner Weise. In dieser Zeit kam der erst 15 Jahre alte und kaum tischhohe Alois vollends auf die schiefe Bahn. Mit seinem Freund und Kumpan, dem 17-jährigen Joseph Schreck, zog er immer wieder los um zu wildern, zu plündern oder einzubrechen. Dabei machte Alois rücksichtslos von seinen Schusswaffen Gebrauch. Sein Bruder Mathias nahm an diesen Raubzügen nicht teil.

Am 2. November 1892 waren zwei Polizisten zu Fuß unterwegs zur Schachermühle. Auf Betreiben des Sulzenmooser Pfarrers sollten sie die beiden Kneißlsöhne Alois und Mathias zwangsweise zur Sonntagsschule vorführen. Als sie das Haus betraten, fielen zwei Schüsse. Einer zerschmetterte dem Polizisten Georg Förtsch das Handgelenk und der zweite durchschlug eine Ohrmuschel. Ein dritter Schuss, abgefeuert von Alois, traf den Polizisten Balthasar Gößwein in den Unterleib. Dann polterten Alois und sein Freund Joseph Schreck die Treppe herunter, Schreck hob das Gewehr, zielte auf den am Boden liegenden Gößwein und schrie: »Ich geb ihm den Rest. Ganz und gar hin muss er sein!« Ein weiterer Schuss verfehlte glücklicher Weise das Ziel. Katharina Kneißl, der selbst schwerverwundete Polizist Förtsch und ein Tavernengast legten Balthasar Gößwein einen Notverband an und brachten ihn mit der Kutsche der Kneißls zum Arzt nach Odelzhausen. In der Zwischenzeit hatten die Brüder und Joseph Schreck die Flucht ergriffen. Aber schon am nächsten Morgen konnte Alois Kneißl verhaftet werden. Joseph Schreck erwischten sie einige Tage später und nach zwei Wochen konnte auch Mathias Kneißl gefasst werden. Er war mit einem Drilling bewaffnet und im Rucksack hatte er seine geliebte Ziehharmonika. Am 23. Juni 1893 wurde Mathias Kneißl wegen Mordversuch, schwerem Diebstahl, Raub, Hehlerei, Bedrohung und einem Jagdvergehen zu einer Gefängnisstrafe von sieben Jahren verurteilt. Joseph Schreck erhielt zwölf Jahre und neun Monate. Der erst 16 Jahre alte Alois Kneißl bekam als Haupttäter eine Gefängnisstrafe von 15 Jahren. Er starb am 3. Juli 1897 im Gefängnis in Laufen an Schwindsucht. Das harte Urteil gegen Mathias Kneißl stieß allgemein auf Verwunderung und auf Unverständnis. Warum wurde Mathias wegen Mordversuchs verurteilt, wenn er doch nicht geschossen hatte? Schließlich gab es ja das eindeutige Geständnis von Alois Kneißl, dass alle vier Schüsse von ihm abgefeuert worden waren.

Die beiden Polizisten Balthasar Gößwein und Georg Förtsch überlebten, Gößwein musste sich aber als dienstunfähig pensionieren lassen.

Mathias Kneißl wurde am 28. Februar 1899, seelisch und körperlich stark gezeichnet, aus der Gefängnishaft entlassen und ging zu seiner in der Zwischenzeit nach München umgezogenen Mutter. Er hatte den Entschluss gefasst, die wilden Jahre seiner Jugend hinter sich zu lassen und als ehrbarer Schreiner zu leben. Von einem Münchner Schreinermeister erhielt er eine Arbeitszusage, die Stadt München verweigerte ihm aber das Aufenthaltsrecht. Nach längerer Suche fand er dann beim Schreiner in Nußdorf am Inn Arbeit. Aber trotz guter, ehrlicher und unauffälliger Arbeit konnte er seiner Vergangenheit nicht entfliehen. Ein Gendarm sorgte dafür, dass die ehemaligen Verbrechen des Mathias Kneißl überall und in drastisch ausgeschmückter Form bekannt wurden. Schließlich konnte ihn der Meister mit Rücksicht auf seinen Betrieb nicht mehr halten. Er schrieb Mathias ein ausgezeichnetes Zeugnis und dieser fand dann in Allach eine neue Arbeitsstelle. Aber das Pech, oder besser die Obrigkeit, verfolgten ihn weiter und es gelang ihm nicht, für längere Zeit eine geregelte Arbeit zu erhalten.

Während eines Besuches bei seiner Mutter lernte er die 18 Jahre alte Mathilde, die Tochter einer Cousine, kennen und lieben; mit ihr wollte er später nach Amerika auswandern. Bei seiner Mutter machte er aber auch die Bekanntschaft eines jungen, eleganten und vornehm wirkenden Mannes namens Erhard Holzleitner. Ganz so vornehm war dieser jedoch nicht. Er versuchte, Mathias Kneißl zu überreden, mit ihm ein ganz sicheres »Ding zu drehen«. In einem Pfarrhof in Niederbayern seien gefahrlos etwa 50 000 Mark zu holen. Mit seinem Anteil könne Mathias dann für sich und Mathilde eine Passage nach Amerika bezahlen. Der Verlockung, mit einem Schlag alle Probleme los zu sein und mit seiner Geliebten in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ein neues Leben zu beginnen, war zu groß. Mathias holte den Drilling aus dem Kleiderschrank seiner Mutter und war für eine neue Schandtat bereit.

Mit dem Einbruch in das Pfarrhaus wurde es nichts, denn ohne massive Gewaltanwendung war da nichts zu machen. Ersatzweise überfielen die beiden am hellen Tag ein bäuerliches Anwesen in Oberbirnbach. Erhard Holzleitner bedrohte die Bäuerin mit einem Revolver und einem Dolch. Mathias Kneißl stand Schmiere; sein Beuteanteil betrug rund 500 Mark. Kurz darauf kam das Verhängnis. Erhard Holzleitner wurde von der Polizei verdächtigt, eine Prostituierte ermordet zu haben. Um seinen Kopf zu retten - denn er hatte für die Tatzeit kein Alibi und die Indizien standen gegen ihn - gestand er, zur fraglichen Zeit auf Raubzug in Niederbayern gewesen zu sein. Als Zeugen benannte er seinen Kumpan Mathias Kneißl. Diesen belastete er dabei so schwer, dass auf dessen Ergreifung eine Belohnung von 400 Mark ausgesetzt wurde.

Der nun fieberhaft gesuchte Mathias Kneißl flüchtete in die Gegend die er kannte, in die Wälder zwischen Altomünster und Nannhofen, dort wusste er jeden sicheren Schlupfwinkel. Das war Ende Oktober 1900. Am 30. November traf Mathias Kneißl abends in Irschenbrunn den ihm altbekannten Flecklbauer Michael Rieger. Diesem gab er Geld, um im nahegelegenen Gasthaus etwas zu essen und zu trinken zu holen. Michael Rieger holte das Gewünschte und dann gingen beide in das Flecklbauerhaus zur Brotzeit. Mathias Kneißl ahnte nicht, dass der Flecklbauer vorher im Wirtshaus seinen Knecht beauftragt hatte, die Gendarmerie zu verständigen; die Aussicht auf 400 Mark Belohnung war eben doch zu verlockend gewesen. Gegen 11 Uhr abends kamen dann die beiden Polizisten Benedikt Brandmaier und Wolfgang Scheidler zum Flecklbauerhaus und klopften an. Als sie eintraten, schoss Mathias Kneißl zuerst auf Benedikt Brandmaier und dann auf Wolfgang Scheidler. Der erste Schuss zerfetzte Brandmaier eine Beinschlagader und er verblutete. Auch Scheidler wurde am Bein getroffen. Er musste amputiert werden und starb einige Tage später an einer Lungenentzündung. Nun hatte Mathias Kneißl zwei Polizistenmorde auf dem Gewissen. Die Folge war eine Erhöhung der Belohnung auf seine Ergreifung von 400 auf 1 000 Mark. Gleichzeitig setzte eine Großfahndung nach ihm ein. Prinzregent Luitpold ließ sich täglich über die eingeleiteten Maßnahmen unterrichten.

Rund drei Monate war Mathias Kneißl auf der Flucht. Am Morgen des 4. März 1901 kam dann für ihn das Verhängnis; das Glück hatte den Schachermüller-Hiasl verlassen. Mit Hilfe von Kneißls Freundin Mathilde und deren Mutter konnte die Polizei sein Versteck ausfindig machen. Er befand sich im Aumacher Anwesen in Geisenhofen. 60 bis 70 Polizisten belagerten das Anwesen einen Tag und eine Nacht lang. Die Pächtereheleute hatte man rechtzeitig aufgefordert, das Haus zu verlassen. Am 5. März, Punkt 9 Uhr morgens, gab der kommandierende Polizeihauptmann den Befehl zur Beschießung des Anwesens. Nach einer Stunde wurde das Feuer eingestellt und 45 Polizisten stürmten Kneißls Versteck. Dieser hatte bis dahin noch keinen Schuss abgegeben. Man fand ihn, von mehreren Kugeln lebensgefährlich verletzt, zusammengekauert hinter einem Kamin. Nachdem er die letzte Ölung bekommen hatte, brachte man den Schwerverletzten in die Chirurgische Klinik nach München. Nach vier Monaten intensiver Behandlung war er wieder so weit hergestellt, dass man ihn als verhandlungsfähig ansehen konnte.

Am 14. November 1901 begann der Prozess gegen Mathias Kneißl vor dem Oberlandesgericht Augsburg. Der Weg vom Gefängnis zum Justizpalast und der Platz davor war dicht mit Neugierigen besetzt. Angeklagt war Mathias Kneißl wegen zwei Verbrechen des Mordes, drei Verbrechen des versuchten Totschlages und wegen Raubes. Nach vier Verhandlungstagen fällten die zwölf Geschworenen das Urteil: Mathias Kneißl wird zum Tode verurteilt. Ein eingereichtes Gnadengesuch lehnte Prinzregent Luitpold ab. Der Ablauf des Gerichtsverfahrens und das Urteil selbst waren heftig umstritten.

Am 21. Februar 1902 wurde Mathias Kneißl kurz nach sieben Uhr in Augsburg hingerichtet. Das Fallbeil trennte den Kopf vom Rumpf. Scharfrichter war Franz Xaver Reichart.

Die Mutter kaufte von der königlichen Behörde die Leiche ihres Sohnes für 60 Mark frei, um dadurch zu verhindern, dass die sterblichen Überreste ein Ende in der Anatomie finden. Auf dem katholischen Friedhof von Augsburg fand Mathias Kneißl die letzte Ruhe. Sein Kopf allerdings war bis zum Sommer 1944 in der Münchner Anatomie, seit einem Bombenangriff ist er verschollen.

Mathias Kneißl wurde schon zu Lebzeiten und erst recht nach seinem gewaltsamen Tod zur Kultperson. Eine Menge Witz- und Spottpostkarten verhöhnte die Polizei und die Obrigkeit. Es entstanden Spottgedichte und Lieder wie die Kneißl-Moritat, die vom Kiem Paule vertont wurde. Von Georg Ringsgwandl gibt es die Kneißl-Ballade und im aktuellsten Kneißl-Hit heißt es im Refrain: »Das war der Hias, das war der Räuber, scharf auf’s Geld und wuid auf d’ Weiber.« Reinhard Hauff drehte 1971 das Heimat-Melodram »Der Räuber Mathias Kneißl« mit Hanna Schygulla und von Georg Maier ist das Schauspiel »Zuagricht, Hergricht, Hingricht«. Daneben gibt es Bücher und Veröffentlichungen. Hier ist auch die Brauerei in Maisach zu erwähnen mit ihrem beliebten Räuber-Kneißl-Bier.

Der Räuber und Wildschütz Mathias Kneißl ist nun seit einhundert Jahren tot, aber immer noch als Legende im Bewusstsein vieler Leute lebendig. Besonders in seiner Heimat ist der Schachenmüller-Hiasl unvergessen. Das Volk, vor allem die Kleinbauern und Gütler, sahen in seinem räuberischen Leben etwas Revolutionäres, ein Aufbegehren gegen die ungeliebte Obrigkeit. Er war für sie ein ungerecht behandelter Einzelkämpfer für die Gerechtigkeit, der den Großen nahm und den Kleinen gab. Diese Legende wird sich noch lange halten.

Quellennachweis:
Klaus, Martin A.: Der Räuber Kneißl. Leben, Tod und Erhöhung des Schachermüller-Hiasl, Buchendorfer Verlag, München 2000, Mahler-Scharf, Christiane: Jagd auf den Räuber Mathias Kneißl, in: Literatur in Bayern, Ausgabe Nr.66, Böckl, Manfred: Mathias Kneißl. Der Raubschütz von der Schachermühle, Verlagsanstalt »Bayerland«, Dachau 1998, Wieser, B., Brauerei Maisach, stellte unentgeltlich umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung, Internet: www.kneissl-classics.de, Nahbauer, Hans F.: Die Chronik Bayern, Chronik Verlag, Gütersloh/München, 1994, Dollinger, Hans: Bayern, Prismen Verlag, Gütersloh, 1982.

AS



8/2002