Jahrgang 2006 Nummer 4

200 Jahre weltliche Pfarrei

Neuorganisation der ehemaligen Klosterpfarreien 1805/06

Die Kirche Traunwalchen und das Schloß Pertenstein, um 1950. Die Kirche ist seit 200 Jahren Pfarrkirche

Die Kirche Traunwalchen und das Schloß Pertenstein, um 1950. Die Kirche ist seit 200 Jahren Pfarrkirche
Das Dorf Truchtlaching an der Alz. Aus der einstigen Klosterpfarrei wurde vor 200 Jahren eine Säkularpfarrei.

Das Dorf Truchtlaching an der Alz. Aus der einstigen Klosterpfarrei wurde vor 200 Jahren eine Säkularpfarrei.
Seit 200 Jahren ist Kienbergs Kirche eine Pfarrkirche.

Seit 200 Jahren ist Kienbergs Kirche eine Pfarrkirche.
Die Jahre von 1803 bis 1821 brachten in Bayern viele wichtige Ereignisse, wobei auch die bayerische Kirche eine bewegte Zeit des Umbruchs erlebte. Die folgende Darstellung bezieht sich auf das bayerische Gebiet der ehemaligen Archidiakonate Herrenchiemsee und Baumburg sowie des Bistums Chiemsee.

Im Februar 1803 wurde in München ein bischöfliches Generalvikariat an Stelle des Geistlichen Ratskollegiums gebildet. Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 bildete die rechtliche Grundlage für die Auflösung von Stiften und Klöstern, die daraufhin vom 19. bis zum 21. März erfolgte. Als Pfarrherrn zwischen Rott, Inn und Salzach waren hier u. a. auch die Augustiner-Chorherrenstifte Au am Inn, Gars, Baumburg, Herrenchiemsee und St. Zeno, die Benediktinerinnenabtei Frauenchiemsee, die Benediktinerabteien St. Veit a. d. Rott, Seeon und Attel sowie die Zisterzienserabtei Raitenhaslach betroffen. Besetzung und Dotation der Pfarreien wurde nun zum neuralgischen Problem zwischen Staat und bischöflichen Vikariaten, da der Kurfürst auf das Patronatsrecht bestand. Mit kurfürstlicher Entschließung vom 5. August 1803 sollte dem Kurfürsten »das Patronatsrecht an allen Pfarreien« zustehen. Die Ordinariate beanspruchten aber das freie Pfarrverleihungsrecht für sich und vertraten im Falle der ehemaligen Klosterpfarreien die Meinung, dass mit der Säkularisation der Klöster deren Verbindung zu den inkorporierten Pfarreien erloschen sei und nun der zuständige Bischof wieder in seine Rechte treten müsse. Die kurfürstliche Regierung legte nach der Säkularisation größten Wert auf die Einflußnahme bei der Pfarrbesetzung. Mit der königlichen Verfügung vom 14. November 1808 übernahm der bayerische Landesherr endgültig das Patronatsrecht. Die Pfarreien nannten sich nun königliche Patronatspfarreien.

Zwischen dem Säkularisationsjahr und dem Konkordat (Kirchenvertrag) zwischen König Maximilian I. Joseph von Bayern und der römischen Kurie am 5. Juni 1817 wurden die Pfarrer in ihre Pfarreien ohne Kontaktaufnahme mit der Diözesanverwaltung von den Landrichtern eingesetzt. Die Ordinariate wurden lediglich durch die Anzeige im Regierungsblatt amtlich unterrichtet und erteilten dann dem neu ernannten Pfarrer die kirchliche Investitur. So wurde z. B. 1806 dem bisherigen Pfarrvikar P. Bonifaz Riedhammer die Pfarrei Seeon vom Salzburger Konsistorium übertragen. Die Errichtung der Pfarrei Trostberg, bisher Vikariat der Altpfarrei Peterskirchen, erfolgte zum 30. März 1805 ohne Wissen des Baumburger Archidiakons Franz Lindemann. Der Vikar Lorenz Zoglauer reiste damals von Trostberg nach Salzburg, um sich dort die Investitur (kirchliche Amtseinsetzung) geben zu lassen.

Der Staat sah im Amt des Priesters nicht nur die religiöse Unterweisung als priesterliche Aufgabe an, sondern sah im Priester einen Volkserzieher und Sittenlehrer, der das Volk zu tugendhaftem Lebenswandel und gewissenhafter Pflichterfüllung anzuleiten hatte.

Die Regierungsverordnung vom 7. Mai 1804 sagt aus, dass die Pfarrer »als Volkserzieher in Religion und Sittlichkeit nicht als bloße Kirchendiener, sondern zugleich als Staatsbeamte zu betrachten seien«. Jeder Pfarrer in ländlichen Pfarreien führte damals schon als Lokalschulinspektor die Schulaufsicht aus. Der bayerische Staat wünschte ein dicht geknüpftes Pfarrnetz, um alle Untertanen in den Genuss der priesterlichen Unterweisungen gelangen zu lassen.

Nun wurden die ehemaligen Klostrpfarreien oder Teile davon durch die kurfürstliche Entschließung vom 19. Dezember 1805 als organisierte bzw. reguläre Säkularpfarrei erklärt (das »Klosterpfarr-Organisations-Instrato-ment«). Die vormaligen Klosterpfarreien wurden nun nicht mehr vikariert, d. h. von einem Vikar betreut, sondern erhielten einen eigenen Pfarrer. Die Bauunterhaltspflicht für Kirchen und Pfarrhöfe übernahm nun der bayerische Staat.

Der Staat hatte auch die materielle Ausstattung der exkorporierten Klosterpfarreien übernommen. Nach der Regelung von 1806 sollte jede Pfarrei 20 Tagwerk Feld- und Wiesengründe erhalten und ersatzweise für jedes fehlende Tagwerk eine jährliche Ausgleichszahlung von 3 Gulden. Der Pfarrer erhielt freie Wohnung und freien Genuss der Stolgebühren (Einnahmen des Priesters aus seelsorglichen Tätigkeiten) sowie eine jährliche Besoldung von 600 Gulden.

Das Landgericht Trostberg vollzog am 16. Januar 1806 die angeordnete Neuorganisation der einstigen Klosterpfarreien in seinem Bezirk.

Das bischöfliche Vikariat Freising gliederte unter der Leitung von Joseph von Heckenstaller insgesamt 109 Pfarreien aus dem Salzburger Bistumsgebiet ein. Insgesamt wurden 1805/06 in Bayern nach diesen Grundsätzen 1192 Pfarreien neu organisiert und von den zuständigen Ordinariaten provisorisch bestätigt.

Folgende ehemalige Klosterpfarreien des Chiemgaus und angrenzender Gebiete waren von der Entschließung des 19. Dezembers 1805 betroffen.

1. Pfarreien des Klosters Baumburg

Neugründung der Pfarrei Baumburg mit den Filialkirchen Altenmarkt, Kirchberg und St. Wolfgang, wobei die ehemalige Klosterkirche St. Margaretha in Baumburg zur Pfarrkirche ernannt wurde.
Aufteilung der mindestens seit 1185 dem Kloster inkorporierten Altpfarrei St. Georgen in die weltlichen Pfarreien Traunwalchen und St. Georgen (mit der Filialkirche Irsing); der Filialsprengel Lindach wurde am 20. Januar 1810 der Pfarrei Palling zugewiesen. Aufteilung der ebenfalls seit 1185 inkorporierten Altpfarrei Truchtlaching in die weltlichen Pfarreien Truchtlaching (mit der Filiale Ising) und Kienberg (mit der Filiale Rabenden). Neugründung der weltlichen Pfarrei Chieming, die von 1632 bis 1803 Baumburger Klosterpfarrei war.

2. Pfarreien des Klosters Seeon

Die seit 1195 dem Kloster Seeon inkorporierte Altpfarrei Obing wurde in die Säkularpfarreien Obing (mit den Filialkirchen in Albertaich und Diepoldsberg) und Pittenhart aufgeteilt. Neugründung der Pfarrei Seeon aus der seit 1240 bestehenden Altpfarrei Ischl a. d. Alz mit den Filialkirchen in Niederseeon und Ischl sowie dem ehemaligen Klosterbezirk Seeon, wobei die ehemalige Klosterkirche St. Lambert zur Pfarrkirche erklärt wurde.

3. Pfarreien des Klosters Herrenchiemsee. Die seit 1201 inkorporierte Altpfarrei Hart (Gde. Chieming) wurde zur Säkularpfarrei erklärt. Die Altpfarrei Eggstätt wurde in die neuorganisierten Pfarreien Eggstätt (der Filialsprengel Gollenshausen wurde erst 1904 selbstständig) und Endorf aufgeteilt.

Die Altpfarrei Prien wurde weltliche Pfarrei (die Filiale Rimsting wurde erst am 27. Juni 1946 selbstständige Pfarrei).

Die Klosterpfarrei Niederaschau, die schon 1680 von der riesigen Altpfarrei Prien abgetrennt worden war, wurde nun in die vier Pfarreien Niederaschau, Sachrang, Bernau und Frasdorf aufgeteilt.

Von der einstigen Klosterpfarrei Herrenchiemsee wurde die Filialkirche in Breitbrunn zur Pfarrkirche erhoben.

Die Altpfarrei Riedering wurde zur Säkularpfarrei ernannt.

Die Altpfarrei Prutting wurde eine weltliche Pfarrei (die Filiale Söchtenau konnte erst 1829 eigene Pfarrei werden).

4. Pfarreien des Klosters Frauenchiemsee.

Die Altpfarrei Evenhausen mit dem Vikariat Schönstätt wurde nun zur weltlichen Pfarrei ernannt. Die ehemalige Klosterpfarrei Frauenchiemsee wurde am 7. September 1809 aufgehoben und als Expositur der Pfarrei Breitbrunn angegliedert.

Gstadt als vormalige Filiale von Frauenchiemsee fiel am 10. Juni 1811 ebenfalls an die Pfarrei Breitbrunn.
Seebruck, ebenfalls einst Filiale von Frauenchiemsee, wurde Anfang 1806 zunächst Pfarrei, aber schon 1809 zur Expositur zurückgestuft (ab 1812 Vikariat Seebruck) und der Pfarrei Eggstätt angegliedert; Seebruck wurde erst 1950 wieder Pfarrei.

5. im Archidiakonat Baumburg gelegene Pfarreien des Klosters Attel am Inn (Attel lag im Altbistum Freising). Aus der seit 1205 dem Kloster Attel inkorporierten Altpfarrei Eiselfing entstanden die beiden weltlichen Pfarreien Eiselfing und Griesstätt.

6. im Chiemgau gelegene Pfarreien des Klosters St. Zeno (Stadt Bad Reichenhall)

Inzell, das seit 1191 Mittelpunkt einer Klosterpfarrei war, wurde zur weltlichen Pfarrei erhoben. Von der Altpfarrei Kirchdorf im Leukenthal wurde der Filialsprengel Reit im Winkel abgetrennt und zur regulären Weltpfarrei erhoben.

7. im Archidiakonat Baumburg gelegene Pfarreien des Klosters Raitenhaslach (Pfarrsitz in Schupfing)

Aus der 1203 dem Kloster Raitenhaslach inkorporierten Altpfarrei Halsbach entstanden am 16. Januar 1806 die Pfarreien Halsbach (bis 1886 mit der Filiale Margarethenberg) und Burgkirchen a. d. Alz.

Im Landkreis Mühldorf waren vor 200 Jahren Pfarreien der Klöster Au, Gars, Raitenhaslach, Seeon, St. Wolfgang am Burgholz und St. Veit an der Rott sowie des Kollegiatstifts Mühldorf betroffen.

Zum ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Gars hatten die Pfarreien Wang (mit Filiale Unterreit), Gars und Stefanskirchen (mit Filiale Ranoldsberg) gehört. Randoldsberg wurde dabei als Jahrhunderte alte Filiale zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben und am 5. März 1806 bestätigt. Dem Augustiner-Chorherrenstift Au am Inn waren bis zu seiner Aufhebung die Klosterpfarreien Mittergars, Au am Inn, Reichertsheim (mit Filiale Oberornau), Fraham (mit Filialen Aschau und St. Erasmus), Pürten, Ampfing und Heldenstein (mit Filiale Weidenbach) inkorporiert. Diese alten Klostervikariate wurden 1805/06 zu selbstständigen Säkularpfarreien ernannt. Der Filialsprengel St. Erasmus wurde dabei der Pfarrei Pürten zugeteilt. Oberornau und Aschau ernannte man erst viel später zu eigenständigen Pfarreien. Die vormalige kleine Seeoner Klosterpfarrei Lauterbach dagegen wurde eine Filiale der neuentstandenen Säkularpfarrei Heldenstein.

Zum Benediktinerkloster St. Veit a. d. Rott hatten die Klosterpfarreien St. Veit (mit den Filialen Neumarkt/Rott und Elsenbach), Feichten und Hörbering gehört, die nun zu Säkularpfarreien erklärt wurden. Dabei wurde aber Feichten eine Filiale der neugebildeten Pfarrei St. Veit.

Dem Zisterzienserstift Raitenhaslach hatte im Landkreis Mühldorf die Pfarrei Niederbergkirchen gehört, die nun ebenfalls seit 200 Jahren eine weltliche Pfarrei ist.

Das Kollegiatstift in Mühldorf, das am 15. Oktober 1610 durch den Salzburger Erzbischof errichtet wurde, war bis zum 8. Dezember 1802 für die Pfarreien Erharting, Altmühldorf, Mühldorf und Oberflossing zuständig. Somit waren auch diese Pfarreien von den Vorgängen im Winter 1805/06 betroffen. Die einst Salzburger Altpfarrei Oberbergkirchen war erst seit 1737 eine Stiftspfarrei des Kollegiatstifts St. Wolfgang im Burgholz (Lkr. Erding) und fand nach nur 68 Jahren als Klostervikariat zurück zum Status einer Säkularpfarrei.

Der Status der Pfarreien, in denen schon immer ein weltlicher Priester die Seelsorge ausgeübt hatte, blieb unverändert. Es kam aber vor, dass aus großen Altpfarreien zwei oder mehr Pfarreien gebildet wurden. Dazu zählte die Pfarrei Trostberg, die am 30. März 1805 aus der Altpfarrei Peterskirchen ausgeschieden wurde. Trostberg erhielt damals auch die Filialkirchen Tacherting (seit dem 13. Dezember 1883 selbstständige Pfarrei) und Oberfeldkirchen zugesprochen.

1807 gehörten die Pfarreien der Archidikonate Herrenchiemsee, Baumburg und Gars sowie des Bistums Chiemsee noch zum Ordinariat Salzburg. 1808 wurden auf königlichem Befehl die alten im Königreich Bayern gelegenen Pfarreien provisorisch der Jurisdiktion des Generalvikariats Freising unterstellt. Am 16. Juni 1808 beurkundete Sigmund Christoph Graf von Zeil und Trauchburg (+7.11.1814) das Ende des Bistums Chiemsee und damit die Unterstellung des Bistums dem Generalvikariat Freising.

Am 28. Februar 1809 wurde die Aufhebung der Archidikonate Herrenchiemsee, Baumburg und Gars sowie des Bistums Chiemsee angeordnet; erst zum 3. Februar 1813 trat das Ende dieser Archidiakonate ein. Das Generalvikariat Freising nahm eine provisorische Dekanatsbildung vor.

Von 1810 bis 1816 gehörten die Pfarreien der Archidiakonate Herrenchiemsee, Baumburg und Gars sowie des Bistums Chiemsee wieder zum Salzburger Consistorium, nachdem das Land Salzburg für diese kurze Zeit bayerisch geworden war. Sigmund Christoph Graf von Zeil und Trauchburg, letzter Chiemseebischof, leitete die geistlichen Geschäfte des Erzbistums Salzburg und das erzbischöfliche Konsistorium setzte seine Arbeit fort. In den Chiemgauer Pfarreien neu eingesetzte Pfarrer holten sich ihre Bestätigungsurkunde in Salzburg ab.

Durch das bayerische Konkordat vom 5. Juni 1817 wurde das Bistum Chiemsee formell aufgehoben (am 24. Oktober 1817 vom König ratifiziert). Seit 1817 befinden sich die ehemaligen links der Salzach gelegenen Salzburger Pfarreien endgültig im Bistum Freising. Nur die Pfarreien im heutigen Landkreis Altötting wurden dem Bistum Passau zugeteilt. Am Allerheiligentag 1821 wurde Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel zum ersten Erzbischof von München und Freising geweiht.

Es veränderten sich seit damals auch die Seelsorgesprengel vieler Altpfarreien, die schon immer vom Weltklerus betreut wurden. In den Altpfarreien des ehemaligen Archidiakonats Baumburg gab es z. B. nachfolgende Änderungen. Von der Pfarrei Burghausen wurde erst 1902 die Pfarrei Mehring ausgegliedert. Die Pfarrei Engelsberg verlor am 10. November 1875 die Pfarrei Garching a. d. Alz. Von der Pfarrei Grünthal wurde das Vikariat Waldhausen erst 1954 abgetrennt. Die Altpfarrei Schnaitsee verlor am 17. März 1837 das bisherige Vikariat Babensham und 1955 die neugebildete Pfarrei St. Leonhard am Buchet. Die Pfarrei Höslwang gab erst 1889 die neugegründete Pfarrei Halfing und 1894 die neugebildete Pfarrei Amerang ab.

Die Altpfarrei Haslach verlor vorübergehend seinen Pfarrsitz, als dieser am 20. Dezember 1850 nach Traunstein verlet wurde; die Kirche St. Oswald in Traunstein wurde damals Pfarrkirche. Erst seit dem 10. April 1914 ist Haslach wieder Pfarrei. Erlstätt und Nußdorf wurden 1872 der Pfarrei Traunstein unterstellte Exposituren. 1937 wurden beide Exposituren zu Pfarrkuratien erhoben. Erlstätt ist seit dem 15. Juni 1950 Pfarrei.

Von der umfangreichen Altpfarrei Vachendorf erfolgte am 16. Februar 1811 die Abtrennung der Pfarrei Ruhpolding, am 21. Mai 1812 die Abtrennung der Pfarrei Siegsdorf und am 2. Juni 1841 die Abtrennung der Pfarrei Bergen.

Surberg wurde am 11. Dezember 1811 zur Pfarrei erhoben und damit aus der Altpfarrei Otting herausgelöst.

Von der Altpfarrei Grassau wurde am 21. September 1818 das Vikariat Übersee ausgegliedert und zur eigenen Pfarrei erhoben. Schleching, das seit dem 20. April 1709 Vikariat war, ist erst 1921 zur Pfarrei ernannt worden. Unterwössen, seit dem 27. September 1803 Vikariat, ist seit 1942 Pfarrei. Rottau ist seit 1923 Expositur. Und Marquartstein wurde 1936 Expositur und 1946 Pfarrei.

Wie man sehen kann, haben sich besonders während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Veränderungen in ehemaligen Altpfarreien ereignet. Sie hatten vorher jahrhundertelang unverändert bestanden. Die Entschließung vom 19. Dezember 1805 brachte auch im Chiemgau mehrere neugegründete Pfarreien.

Meinrad Schroll



4/2006