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Jahrgang 2016 Nummer 30

Wöchentlicher Anschlag

Die Heu- und Güterwaage sowie Pflasterzollstation am Maxplatz

»Waagordnung für die Stadt Traunstein«, 1861 (Plakat Nr. 695); beige mit schwarzer Schrift; 32 mal 42 cm, 2. Exemplar in Bestand »Akten 1870-1972« unter A 843/3-1.
Das Schulhaus am Maxplatz um 1970. Im Erdgeschoß waren die »Haupt-Feuerwache« (bis zum Abbruch 1979) und die Stadtwaage (bis 1960) untergebracht.

Die Stadtwaage ist eine öffentliche Einrichtung zum Wiegen von Kaufmannsgütern. Vor der Verbreitung überregional einheitlicher Maße konnten Gewichte von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein. Um Betrug zu verhindern, waren Kaufleute seit dem Mittelalter in vielen Städten verpflichtet, das Gewicht ihrer Handelswaren in der von den Stadtbehörden errichteten Waage gegen eine Gebühr feststellen zu lassen. Das Recht der Stadt, den Kaufleuten eine solche Verpflichtung aufzulegen, war oft Teil des vom Landesherrn erteilten Stadt- oder Marktrechts. Meist sind Stadtwaagen im Erdgeschoß teiloffene Gebäude; fast immer standen sie in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes.(1)

Laut Anton Kasenbacher hatte Kurfürst Maximilian I. Traunstein 1650 erlaubt, »eine Stadtwaage zu halten und deren Gebühren zu Gunsten der Stadtkasse einzuziehen«.(2) Ab 1863 befand sich diese zusammen mit dem Feuerhaus im Erdgeschoß des Schulhauses am Maxplatz. Deutlich älter war der Pflasterzoll. Ihn hatte Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut schon am 23. April 1493 der Stadt zur erstmaligen Befestigung der Wege und Gassen verliehen.(3) Als zweckgebundene Abgabe wurde er über die Jahrhunderte beibehalten. Zunächst erhob man ihn nur an den beiden Stadttoren. Mit der fortschreitenden Ausdehnung der Stadt und dem Ausbau des Straßennetzes erhöhte sich auch die Zahl der Pflasterzollstationen auf am Ende sieben im Jahr 1892.

Diese beiden Gebühren bzw. ihre Einhebung an der Station »bei dem oberen Thore« bilden die inhaltliche Klammer für die nun folgende Abhandlung. Sie bietet ein Bild des Lebens in einer bayerischen Kleinstadt an der Schwelle zum industriellen Zeitalter aus Sicht derer, die nicht an der Spitze der bürgerlichen Gesellschaft standen und denen auch der Sprung in die sich formierende Mittelschicht kaum möglich war.

Am 15. September 1864 war der städtische Bedienstete Josef Mayr aus dem Leben geschieden.(4) Die von ihm bis dato versehene Stelle als »Waagmeister für die Heu- und Güterwaage, dann eines Percipienten [Empfängers] für den Pflasterzoll bei dem oberen Thore« war somit neu zu besetzen. Drei bürgerliche Kandidaten waren bis 1. Oktober beim Magistrat der Stadt vorstellig geworden: Johann Nepomuk Neurath, Insasse(5) dahier, Johann Weihrauch, Schneidermeister und Simon Mayr, Insasse und Musiker.

Neurath, in Traunstein geboren und hier seit »anno 1844 ansässig und verehelicht«, hatte sich laut eigener Aussage als Stadtkaminkehrers- Gehilfe 25 Jahre lang »durch Treue und Fleiß, dann bei Gelegenheiten von Feuersgefahren, […] so hervorgethan […], daß ich mir, wie gewiß […] jetzt noch bekannt sein werde, die allgemeine Zufriedenheit erworben habe«. Krankheit und »harte Mißgeschicke« sowie »das vorgerückte Alter hat mich dahin gebracht, so daß ich schweren Arbeiten nicht mehr vorstehen kann«. Zum Zeitpunkt der Gesuchstellung war er in München wohnhaft; da er aber dort »unmöglich für mich einen Erwerb aufbringen« konnte, war er gezwungen, nach Traunstein zurückzukehren. (6) »Ich bitte daher noch einmal ehrfurchtsvoll […] in meiner sehr traurigen Lage, mich einer huldvollen Bittgehör […] zu würdigen«. Auch um die wirtschaftliche Lage des Schneiders Johann Weihrauch war es nicht eben üppig bestellt. »Gehorsamst Unterzeichneter sehe ich mich genöthiget, zur Aufbesserung meines bekanntermassen sehr spärlichen Einkommens, welches kaum hinreicht, die Lebsucht [Lebensunterhalt] für mich und meine zahlreiche Familie bei den bescheidensten Ansprüchen bestreiten zu können, mich um weiteren Verdienst zu bewerben. – Mit schuldigster Ehrfurcht wage ich nunmehr gehorsamst zu bitten: Wohllöblicher Stadtmagistrat geruhe bei Verleihung der in rubro [im Betreff] bezeichneten Stelle gnädigst mich zu berücksichtigen!«

Weitaus weniger Aufheben um sich und seine Situation machte hingegen der Dritte im Bunde. Simon Mayr war bereits mit der Pflasterzoll-Einnahmestelle an der Bahnhofstraße bestallt und erwartete sich von der neuen Aufgabe im Zentrum der Stadt wohl deutlich höhere Einnahmen, als seine bisherige Stelle an der Peripherie abgeworfen hatte. Dass er neben seiner zweifellos vorhandenen Berufserfahrung ein Bruder des Verstorbenen war, sollte kaum ein Nachteil sein. In seiner »unterthänigste[n] Bitte, ihn bey Wiederbesetzung der erledigten benannten Dienststelle gütigst berücksichtigen zu wollen«, vertrat er daher selbstbewusst die Ansicht, »von Anführung seiner persönlichen und Familienverhältnisse Umgang nehmen zu dürfen, da sie […] genügend bekannt sein werden«. Mayr schien sich seiner Sache sicher, und er sollte recht behalten. Einstimmig beschloss der Magistratsrat am 3. Oktober 1864, ihm das doppelte Amt eines Waagmeisters und Pflasterzöllners am oberen Tor anzuvertrauen, »unter gleichzeitiger Enthebung seiner Pflasterzollperception an der Bahnhofstraße«.(7) Dabei behielten sich die Stadtväter vor, beide Bereiche, falls erforderlich, jederzeit wieder zu trennen; außerdem »sind und bleiben [diese] völlig widerruflich und können die Inhaber derselben jederzeit […] entlassen werden, ohne die Entlassung zu motivieren [begründen]«. Als Vergütung erhielt er, wie schon sein Vorgänger, »von den Gebühren der Heuund Güterwaage, dann von der bei selber vorhandenen Viktualien-Waage als Tantieme den 4. Teil und von dem erhobenen Pflasterzolle […] den sechsten Theil«, zudem als Pflasterzöllner »eine jährliche besondere Vergütung von 60 Gulden und für die Aufhebung des sogenannten Abwurfholzes(8) eine jährliche Entschädigung von 18 Gulden«. Zusammen garantierte ihm dies ein zwar nicht üppiges, aber durchaus zufriedenstellendes Auskommen.

Schon am 6. Oktober wurde Simon Mayr von Bürgermeister Jakob Prandtner »eidlich dahin verpflichtet, [dass er] mit allem Fleiße und aller Treue die vorkommenden Abwägungen zu besorgen und vorzunehmen, das Resultat ordentlich in das Waagbuch einzuschreiben, daraus den Betheiligten Extracte [Belege] zu geben, diese […] mit seinem Vor- und Schreibnamen zu unterzeichnen und für die Richtigkeit der Buchführung […] unbedingt zu haften habe. Zugleich wurde demselben die bestehende Waagordnung mit Gebührentarif vom 17. Juli 1861 zur genauen Einhaltung zugestellt«. Dabei handelte es sich um nichts anderes als den heute abgebildeten Anschlag.

Der 55 Jahre alte Sohn des Lehrers und Musikmeisters Joseph Mayr war allem Anschein nach eine durchaus – um es vorsichtig auszudrücken – »interessante« Persönlichkeit. Zwar zeigen Sprache und Ausdruck seiner schriftlichen Eingaben einen für seinen gesellschaftlichen Stand gebildeten Menschen. »Nicht etwa, um eine mir selbst verfaßte Jeremiade [Jammerrede bzw. Klagelied] einstmal bestandenen Martyriums wiederkäuen zu wollen, sondern lediglich zur Auffrischung einer gänzlich aus dem Gedächtnisse vieler entschwundenen, für mich unheilvollen Scene aus der Zeit des Traunsteiner Stadtbrandes, wage ich es […].« Was Mayr aber hier nicht wiederkäuen wollte, war die Tatsache, dass er nach dem Brand von 1851 für mehrere Wochen inhaftiert war – natürlich »ganz unverschuldet«. Warum, darüber gibt er leider keine Auskunft. Doch hatte dies »nicht bloß die Kränkung meiner Ehre bis in’s innerste Mark zu Folge«. Es zerschlugen sich auch die laufenden Verhandlungen »bezüglich des Verkaufes meines Hauses«, weshalb er, »wie ich durch Urkunden und Zeugen erhärten kann, einen Schaden von mindestens 2000 Gulden zu erleiden hatte«. All das beruht, wie gesagt, auf Mayrs eigener Aussage, getroffen im unerschütterlichen »Bewußtsein meiner Schuldlosigkeit«. Was 1851 tatsächlich vorgefallen war, bleibt späteren Forschungen vorbehalten, für die an dieser Stelle die Zeit fehlt.

In den folgenden Jahren jedenfalls ging in der Stadtwaage am Maxplatz scheinbar alles seinen normalen Gang. Anzeichen einer »Klimaveränderung« zeigten sich erstmals 1871, als der Magistrat Mayr die besondere Vergütung von 60 Gulden ohne Angabe von Gründen streichen wollte. »Wie hart und empfindlich mich eine solche, mir geradezu unerklärliche Maßregel trifft, davon haben diejenigen Herren, welche solche zu verfügen für gut befunden, keinen Begriff. […] was mich umso mehr verletzen muß, als ich mich durchaus keiner ungesetzlichen Handlung schuldig weiß.« Wortreich gelang es ihm, dies zu verhindern. Er hatte, »so lange er seine Funktion bekleidet, einen rechtlichen Anspruch auf die ihm ausgesprochenen Bezüge«.(9) Es sollte »die Pflasterzollstation beim obern Thor ohnedieß bei Beginn des nächsten Jahres« neu verpachtet werden, womit sich das Problem aus Sicht der Stadtväter von selbst lösen würde. Ein Irrtum, denn erneut erhielt der nunmehr 66-jährige Simon Mayr den Zuschlag. 1875 gewährte man ihm sogar eine Gehaltsaufbesserung und eine außerordentliche Unterstützung von zehn Gulden, »außerdem den Genuß von Bädern auf Kosten der Armenpflege unter dem Vorbehalte der Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses«.

Simon Mayr war alt, seine Gesundheit angegriffen. Das aber waren nicht die einzigen Gründe, warum man ihn nun endgültig loswerden wollte. Wiederholt waren jetzt auch »Beschwerden wegen unregelmäßiger Ablieferung der von demselben eingehobenen Gebühren sowie über den geringen Stand der erzielten Einnahmen« laut geworden; »nachdem endlich Maßnahmen zur genauen Controle der vereinnahmten Gebühren bei der Ungefügigkeit des derzeitigen Perzipienten sich nicht durchführen« ließen, war das Maß voll. Mayr wurde, wie es sein Vertrag ausdrücklich erlaubte, zum 1. Februar 1878 entlassen. Zur Erinnerung: Seine Funktion war »eine völlig widerrufliche« und ihm konnte daher »zu jeder Zeit auch ohne Angabe der Beweggründe« gekündigt werden. Aber: Der Magistrat wollte ihn zumindest weich fallen lassen. »Eine Sustentation [Versorgung] von jährlich 208 Mark für sich und seine Frau (je 2 Mark für die Woche) sowie freie Wohnung, Beheizung und Beleuchtung im Armenhaus dahier, wobei demselben bei entsprechender Qualifikation die Funktion eines Hausmeisters in Aussicht gestellt wird«, so lautete das Angebot.

Doch Mayr wollte nicht als Sozialfall abgeschoben werden und startete einen letzten, verzweifelten Versuch. »Wohlwissend, daß das Urtheil über mich und meine Familie bereits gefällt, wage ich es doch noch einmal, meine Bitte, die Bitte eines am greißen Altersstabe dahinwankenden Elternpaares, an den wohllöblichen Magistrat der Stadt Traunstein zu richten. Väter der Stadt, in deren Händen das Schicksal meiner Familie liegt, habt Erbarmen und vernichten Sie nicht Leben, deren Dauer ja so nur mehr eine kurze ist, nicht einen Bürger, der Ihnen stets treu geblieben, gedient und von dessen Absetzung die Stadt Traunstein keinen Nutzen zieht. Nehmen Sie zurück, was bereits beschloßen, und Gott wird ihre Familien dafür segnen. […] Und sollte ich je einen der geehrten Herren beleidigt haben, verzeihen Sie mir, brechen sie nicht den Stab über eine Familie, welche es nicht verdient. Belaßen Sie mich in meiner Stellung, laßen Sie Ihre Güte walten, und ich werde Ihnen ewig dafür dankbar sein.« Allein, alles Drücken auf die Tränendrüse war vergebens. Der Zug war abgefahren. Die Väter der Stadt ließen sich nicht mehr erweichen.

Am 2. Januar 1878 wurde die »erledigte Stelle« neu vergeben. Vier Bewerber hatten ihren Hut in den Ring geworfen. Karl Kirchofer, dessen »Verdienst als Musikmeister [Leiter der Stadtkapelle] für meinen Unterhalt nicht ausreicht«, der aber bereit war, dieses Amt ohne Salär auch weiterhin auszuüben, sollte er dafür zum Waagmeister und Pflasterzöllner befördert werden; Josef Fruhmann, seit neun Jahren Schrannenkontrolleur [Marktmeister], dessen »sehnlichster Wunsch [es war], einen anderweitigen, städtischen Posten zu erhalten«, da sein bisheriger »Dienst […] ein ziemlich anstrengender« war; Bernhard Seitz, Wagnermeister, ein Schwiegersohn des alten Amtsinhabers, der als einziges Argument vorbrachte, dass bei seiner Anstellung »der den Simon Mayr hart berührende Beschluß […] gemildert würde«, was aber den Stadtmagistrat wenig überzeugte – das Interesse, einen nahen Verwandten des missliebig gewordenen, renitenten Mayr einzustellen, war verständlicherweise äußerst gering; und schließlich der Schuhmacher Wolfgang Portenreiter, der wohl der Unkomplizierteste aller vier Kandidaten war und auf den die Wahl daher ohne jede weitere Diskussion fiel. Acht Tage später wurde er vereidigt, wobei ihm Bürgermeister Joseph Ritter von Seuffert unter anderem eröffnete, dass mit seinen bislang bekannten Aufgaben »auch die Verpflichtung verbunden sei, im städtischen Feuerhaus bei vorkommenden Bränden das Anzünden der Lampen, Einheizen etc. zu besorgen«.

Mayr aber weigerte sich standhaft, das Armenhaus zu beziehen. Ein letztes Mal kam ihm der Magistrat entgegen und gewährte ihm stattdessen »aus Mitteln der Armenpflege eine Wohnungsentschädigung, wodurch jedoch der Anspruch auf freie Beheizung und Beleuchtung hinwegfällt«. Er schlug seine Zelte zunächst im Haus des Rupert Pertl auf, wo ihm die Armenpflege eine kleine Wohnung finanzierte. Ein von ihm beantragtes »3tes Wohnzimmer« aber lehnten die zuständigen Stellen einhellig ab, da »eine Verpflichtung zur Leistung über die Nothwendigkeit hinaus […] nicht gegeben ist«. Zuletzt war er in der Rosenheimer Straße 20 gemeldet, im Haus der Anna Kriegenhofer. Dort verstarb Simon Mayr am 12. Januar 1883 im Alter von 76 Jahren.(10) Seine Ehefrau Anna, geborene Fischbacher, folgte ihm am 18. Juni 1889 nach. Sie wurde 83 Jahre alt und verbrachte nach dem Tod ihres Mannes ihren bescheidenen Lebensabend im Haus des Nudelfabrikanten Georg Buchfellner, Kammerer Straße 22.(11)

Wolfgang Portenreiter hatte noch einige Nachfolger, bis die städtische Waage im Feuerwehrhaus am Maxplatz 1960 endgültig aufgelassen wurde. »Nachdem schon seit längerer Zeit der Betrieb der städtischen Lastenwaage am Maxplatz eingestellt ist, hat nun der Stadtrat auch die Auflassung der Kleinviehwaage beschlossen. Die städtische Waage am Maxplatz hat daher zu bestehen aufgehört.«(12) 1979 wurde das Gebäude abgebrochen. Der unzeitgemäß gewordene Pflasterzoll gehörte da schon lange der Vergangenheit an. Das am 1. Juli 1922 in Kraft getretene Reichs-Kraftfahrzeugsteuergesetz hatte festgelegt, dass er ab 1. April 1923 für motorisierte Verkehrsmittel nicht mehr erhoben werden durfte. Und mit Beschluss des Stadtrats vom 15. Juni 1923 hatte in Traunstein diese dem Mittelalter entstammende Abgabe auch für Fuhrwerke, Gespanne und Einzeltiere, allesamt damals beileibe noch keine viel bestaunten Seltenheiten, ihre Gültigkeit verloren.


Franz Haselbeck


Anmerkungen:
(1) Nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtwaage.
(2) Anton Kasenbacher: Traunstein. Chronik einer Stadt in Wort und Bild, Traunstein 1986, S. 18 u. 132.
(3) Stadtarchiv Traunstein, Urkunde Nr. 126 v. 23. April 1493. Siehe auch: Helmut Kölbl, Der Traunsteiner Pflasterzoll. Eine städtische Einnahmequelle von 1493 bis 1923, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein 18/2006, S. 112-128.
(4) Das nun folgende Geschehen belegt der Akt: Stadtarchiv Traunstein, »A 924/3-4, Waagemeister der Heu- und Güterwaage und Pflasterzöllner am oberen Stadttor 1864-1878«.
(5) Als »Insassen« (auch Inwohner) bezeichnete man die Einwohner einer Stadt mit eingeschränktem Bürgerrecht ohne eigenen Grundbesitz.
(6) Als Heimatgemeinde war Traunstein für seine soziale Versorgung zuständig; für Neurath und seine Ehefrau Therese ist im Stadtarchiv aus dem Jahr 1862 unter A 114/3-1 auch ein Ansässigmachungsund Verehelichungsakt verzeichnet.
(7) Nach Lage der Akten wurde dieser Passus nicht vollzogen; Simon Mayr übte das Amt des Pflasterzöllners an der Bahnhofstraße auch weiterhin zusätzlich zu seiner neuen Aufgabe aus.
(8) Unter Abwurfholz verstand man einen Zoll, den jedes das Stadttor passierende Holzfuhrwerk zu entrichten hatte in Form eines angemessenen Stück Holzes, dass der Torwächter oder Zöllner für sich als Brennstoff verwenden durfte. Die Abgabe war durch eine Geldleistung ersetzt worden.
(9) Die Entscheidung wurde auch deshalb zurückgenommen, weil eine neu errichtete Pflasterzollstation an der Kraglgasse (Salinenberg) Mayrs Einnahmen ohnehin bereits empfindlich beschnitten hatte.
(10) Eintrag im Sterberegister des Standesamts Traunstein 3/1883 v. 13. Januar 1883. Demnach lautet die Schreibweise seines Namens »Mayer«, während er in den sonstigen Quellen ausnahmslos mit »Mayr« geführt wurde.
(11) Eintrag im Sterberegister des Standesamts Traunstein 52/1889 v. 18. Juni 1889 (hier: Maier).
(12) Amtliche Bekanntmachung der Stadt Traunstein vom 22. 7. 1960, unterschrieben von Oberbürgermeister Wilhelm Steger, in: Stadtarchiv Traunstein, A 843/3-2, Stadt- und Kleinviehwaage am Maxplatz 1900-1960.

 

30/2016