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Jahrgang 2020 Nummer 42

Selige Margaretha Maria Alacoque, Klosterjungfrau

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Margaretha Maria Alacoque wurde 1647 zu Lautecourt im Bistume Autun in Frankreich geboren und fromm erzogen. Der Vater gehörte dem Richterstande an. Das 3-jährige Töchterchen wurde nach dessen Tode in das Institut der Clarissinnen zu Charolles zur Erziehung übergeben. Ein Gelübde zur Mutter Gottes befreite sie von einer tötlichen Krankheit. Im Jahre 1670 erlangte Margaretha die ersehnte Aufnahme in das Kloster der Salesianerinnen zu Paray-le-Monial. Schon als Novizin schrieb sie mit ihrem Blute unter anderem das Gelöbnis: »Alles in Gott und nichts in mir. Alles Gott und nichts mir. Alles für Gott und nichts für mich«. Christus erschien ihr zwei Jahre nach ihrer Profess, nannte sie die Schülerin und Braut seines Herzens und gab ihr den Auftrag, die Andacht zu seinem heiligsten Herzen zu erwecken, zu verbreiten und ein besonderes Fest zur Ehre seines Herzens in der Christenheit einzuführen. Nach sehr vielen Leiden, Prüfungen und Widersprüchen erreichte Margaretha dieses Ziel, wobei ihr der ehrwürdige Jesuit P. Colombiere große Hilfe leistete. In verschiedenen Stellungen wirkte Margaretha segensreich für ihren Orden. Auch tat sie viel zu Hilf und Trost der armen Seelen. Die Selige verschied den 17. Oktober 1690 und wurde von Gott durch Wunder verherrlicht. Am 19. August 1863 erfolgte durch Papst Pius IX. ihre Seligsprechung. Viele Gläubige pilgern zu ihren Reliquien nach Paray-le-Monial.

Lehre. Der göttliche Heiland sprach zur seligen Margaretha: »Empfiehl diese Andacht (zu meinem Herzen) als eine wohlbegründete Andacht, die ganz dazu geeignet ist, zum Siege auch über die stärksten Leidenschaften zu führen, den Frieden und die Eintracht in entzweiten Familien wieder herzustellen, die am tiefsten eingewurzelten bösen Gewohnheiten auszurotten, eine zärtliche und brennende Liebe zu mir zu entzünden und endlich in kurzer Zeit und auf leichte Weise zum Gipfel der Vollkommenheit hinanzuführen«. Die selige Margaretha pflegte zu sagen: »O wie süß ist es, zu sterben, wenn man eine beständige Andacht zum heiligen Herzen desjenigen hatte, der uns richten wird!«

Kirchengebet. O Herr Jesus Christus! der du die unergründlichen Reichtümer deines Herzens der seligen Jungfrau Margaretha wunderbar geoffenbart hast: verleihe uns durch ihre Verdienste und Nachahmung, dass wir dich in allem und über alles lieben und so in deinem Herzen eine beständige Wohnung zu haben verdienen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

42/2020