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Jahrgang 2015 Nummer 38

Missionsbischof Emmeram war ein Heiliger aus Aquitanien

Zur Wiederkehr seines 1700. Todestages am 22. September

Der Heilige Emmeram kam 649 (?) von Poitiers in Frankreich nach Regensburg.
Regensburg-Harting – frühmittelalterlicher Trinkbecher aus dem 7. Jahrhundert.

»Das baierische Volk ist kirchlich, schlecht und recht, geht und lauft gerne wallfahren, hat auch viele kirchliche Aufzüge, (…) bleibt gern daheim und zieht nicht viel in fremde Länder.« Johann Georg Turmair, gen. Aventinus, bairischer Humanist und Universalgelehrter.

Sarmannina – die erste Märtyrerin der Donaumetropole

Wenngleich gesicherte Beweise bislang fehlen, vermuten versierte Altertumswissenschaftler und Archäologen, dass in Regensburg – dem römischen Castra Regina – bereits in der ausklingenden Spätantike ein Bischof gewirkt hatte. Ebenso wie in der römischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg) und in Batavis (Passau) gab es auch in der altehrwürdigen Donaustadt eine erste christliche Gemeinde, deren bekannteste Persönlichkeit die Märtyrerin Sarmannina war, die – der heiligen Afra in Augsburg gleich – ihre unerschütterliche Standhaftigkeit im Glauben mit dem Leben bezahlen musste. Bei umfangreichen Ausgrabungen im sogenannten Großen Gräberfeld beim gotischen Jakobstor (13. Jh.) in Regensburg- Kumpfmühl ist 1839 ihr frühchristlicher Grabstein aus spätrömischer Zeit (Ende 4. Jh.) gefunden worden, der neben dem Christusmonogramm – den griechischen Buchstaben XP (Xpiotóç) für den Namen des Heilands – auch die apokalyptischen Buchstaben A und Ω trägt, die häufig dessen Namenszeichen beigefügt sind. Darüber hinaus gibt uns eine lateinische Inschrift folgende Auskunft: »Zum Gedenken an Sarmannina, die hier wohlverdient in Christo Frieden ruht, den Märtyrern beigesellt (MARTIRIBVS SOCIATÆ)«. Dieser antiquierte Grabstein aus Kalkstein zählt zu den bemerkenswertesten archäologischen Zeugnissen des römerzeitlichen Christentums im nördlichen Alpenraum.

Historische Quellen über den heiligen Emmeram

»… ad radasponam pervenit urbem, qui ex sectis lapidibus constructa in metropolium huius gentis in arce decreverat …«

Der fränkische Geistliche, Emmeram, aus Poitiers kam nach »Radaspona, die, aus behauenen Steinen erbaut, Hauptstadt und Festung des Stammes (der Bajuwaren) geworden war«. (Aus: Leben und Leiden des Heiligen Emmeram)

Gleiche Bedeutung wie der im nordirischen Mullagh (An Mullach, Co.Cavan) geborene Kilian für Würzburg oder der ebenfalls aus Irland kommende Virgil (Feirgil von Aghaboe) für die Diözese Salzburg und ebenso der aus dem französischen Melun (Île-de- France) an der Seine stammende Korbinian für Freising hat der heilige Emmeram (Heimrammi, Hairahm) für den Sprengel Regensburg, wo er nicht nur als verehrenswerter Gründerbischof gefeiert wird, sondern dessen zweiter Diözesanpatron er auch ist. Überdies gilt er als schicksalhafter Glaubensbote und als ein weiterer Apostel Bayerns.

Unsere Kenntnisse über den gottgefälligen Missionar verdanken wir dem bekannten Bischof und ersten bayerischen Geschichtsschreiber, Arbeo von Freising (gest. 784) – der nicht nur der große Biograf und gelehrige Schüler Saint Corbiniens gewesen war –, sondern der auch einige aufschlussreiche Anekdoten über den heiligen Emmeram in seiner Vita et passio Sancti Haimhrammi martyris um 770 niedergeschrieben hat. In den 20er Jahren des 11. Jahrhunderts wird Meginfried (Meinfried) – routinierter Scholaster an der in ottonischer Zeit berühmten Magdeburger Domschule – die von Arbeo verfasste Vita des heiligen Emmeram sprachlich bearbeitet haben. Gleichzeitig verfasst Meginfried eine metrische Darstellung: De vita et virtutibus beati Emmerami sowie einen lyrischen Hymnus auf den Apostel Bayerns in gehobener lateinischer Sprache. Einige Jahre danach (1036/37) wird der Benediktinermönch, spätere Propst und geistliche Schriftsteller, Arnold von St. Emmeram, die überarbeitete Fassung Meginfrieds mit bildreichen Wunderberichten ausschmücken und ergänzen (De miraculis beati Emmerami).

Emmerams Heimatstadt Poitiers im 7. Jahrhundert

Im frühen 7. Jahrhundert war eine neue Epoche angebrochen, in der sich Iroschotten und Angelsachsen aus ihrer von den unübersichtlichen Turbulenzen der Völkerwanderungszeit verschont gebliebenen Heimat auf den Weg gemacht hatten, um auf dem von heterogenen Germanenvölkern mit heidnischen Kulten durchsetzten Festland das Wort Gottes zu verkünden. Viele jener vitalen Wanderprediger trafen in dem schon großteils christianisierten Gallien ein, um in der bei den glaubensstarken Ankömmlingen von den Inseln beliebten Anlaufstation Poitiers (Civitas Pictavorum) eine verdiente Rast einzulegen, in der sie sich über die subtilen Verhältnisse im weiten Osten des Kontinents näher informieren konnten. Vom heiligen Eifer für den wahren Glauben beseelt, schloss sich Heimrammi jenen wandernden iroschottischen Gottesmännern an, die ihre alte Heimat, ihren Clan und ihre Freunde sowie Haus und Hof verlassen hatten, um das göttliche Wort zu verbreiten.

Er war in einer edlen Familie in Poitiers, in der historischen Region Aquitanien, im tiefen Südwesten des heutigen Frankreichs geboren und aufgrund seiner beachtlichen Gelehrsamkeit und seiner tiefen Frömmigkeit zum dortigen Missionsbischof erhoben worden. Nachdem der gehorsame Knecht Gottes in seiner angestammten Gemeinde viel Gutes getan hatte, fasste er den richtungsweisenden Entschluss, den wilden und heidnischen Awaren im jetzigen Ungarn das heilige Evangelium zu verkünden. Sein beschwerlicher Weg führte ihn – nach einer Überlieferung im Jahre 649 (?) – als beherzten Vagantenbischof (lat. episcopus vago) entlang der Donau bis nach Regensburg (Ratasbona), wo damals der mythische Agilolfinger-Herzog Theodo I. residierte, der sich bereits zum christlichen Glauben bekannt hatte. Sobald der Herzog von Emmerams Ankunft hörte, lud er ihn zu sich ein und versuchte ihn dazu zu bewegen in Baiern – das damals noch provincia baiuvariorum hieß –, zu bleiben, wo es an versierten Priestern mangelte und wo viele Bewohner – wenngleich bereits getauft –, nur dem Namen nach Christen, manche sogar noch Heiden waren. Nach der Aussage Arbeos offerierte der listenreiche Regent dem aquitanischen Hirten, entweder als Primas die Leitung der bairischen Kirche zu übernehmen oder als Abt den Klöstern des Landes vorzustehen. Nachdem sich jener zum Bleiben überzeugen ließ, missionierte er zunächst in der näheren Umgebung des Herzoghofes. Dadurch stand er nicht nur dem bajuwarischen Souverän, sondern auch bald mit dessen gesamter Familie, insbesondere dessen jüngster Tochter, Prinzessin Uta, seel sorgerisch nahe. Sukzessive predigte er drei Jahre lang das Evangelium im Umland Regensburgs, wobei er sich als ein liebevoller Vater für die Armen und Kranken auszeichnete. Es kam die Zeit (um 715), in der es ihn drängte – wie so viele andere geistliche Sämänner auch – zum Stellvertreter Christi in die Ewige Stadt am Tiberufer zu pilgern, um bei einer päpstlichen Audienz zum Bischof geweiht zu werden sowie zu den Gräbern der heiligen Apostel Petrus und Paulus zu wallfahren. Diese heiligen Männer glaubten, dass ihre Taten wirksamer seien, wenn sie zuvor vom Pontifex gesegnet worden wären und sich der gnadenreichen Fürbitte der beiden Patrone der Stadt und des Bistums Rom versichert hätten (Dioecesis Urbis seu Romana). Emmerams Schicksal nimmt seinen verhängnisvollen Lauf

Mit der entgegengenommenen Erlaubnis des bairischen Landesherren – der Emmeram nur ungern fortließ –, reiste jener ab, ohne zu ahnen, dass er damit seinem qualvollen Martertode entgegen ging. Uta – bekanntermaßen eine leichtsinnige junge Dame – hatte sich zuvor mit dem gleichaltrigen Edelmanne Sigibald – einem sorglosen Beamten des Herzogs – in eine vertraute Liaison eingelassen und erwartete jetzt ein Kind von ihm. Beide heimlich Liebenden weihten den entschlossenen Rompilger ein, und dieser nahm deren schwere Schuld auf sich. Uta kam nun aus Furcht und Angst auf den unseligen Gedanken, dass ihr erzürnter Vater – sobald er von ihrem pikanten Fehltritt erfahren würde –, ihren noch immer teuren Verführer hinrichten und auch sie selbst töten könnte, weswegen sie Bischof Emmeram fälschlicherweise als eigentlichen Täter denunzierte. Außerdem dachte sich die kokette Prinzessin, dass die übereilte Abreise des frommen Pilgers – die der Herzog gar nicht gerne gesehen hatte –, ihrer böswilligen Lüge einen Schein von Wahrheit verleihen würde. Ferner glaubte sie, dass der tüchtige Gottesdiener bereits die Grenzen des Landes passiert und somit vor der väterlichen Rache nichts mehr zu fürchten hätte. Es lässt sich leicht mutmaßen, wie sehr Theodo – der fürsorgliche Pater de familias –, die große Schmach erfüllte, welche seinem herzoglichen Hause zugefügt worden war. Augenblicklich machte sich indessen Prinz Lambert (Lantpert, Landebert) – Utas Bruder – mit einer bewaffneten Gruppe seiner Kriegsknechte wutschnaubend auf den Weg, um Emmeram einzuholen und zu züchtigen. Allerdings war jener mit seinem treuen Famulus Volflet nicht so schnell gereist, wie Uta gehofft hatte. Unterwegs gab er sich als Vater des unehelichen Kindes der Herzogstochter aus, um sie so vor einer rigorosen Bestrafung zu schützen und am Stuhle Petri ihre völlige Rehabilitierung zu erreichen. Demgemäß befand sich der andächtige Mann erst südlich von München in der heutigen Siedlung Kleinhelfendorf (Gem. Aying) bei Bad Aibling – wo die ehemalige Römerstraße Via Julia – deren schnurgerader Verlauf noch immer im Gelände zu erkennen ist –, das oberbayerische Pfarrdorf in West-Ost-Richtung querte. Mit seinen kleinmütigen Reisegefährten kehrte der heilige Glaubensbote just in einem rustikalen Bauernhause ein. Er war gerade dabei vor einem an die Wand aufgehangenen und mit heiligen Reliquien geschmückten Kruzifix zu beten, als Lambert wütend hereinstürzte, mit einem derben Stock dem gottesfürchtigen Wanderbischof einen heftigen Stoß auf die Brust versetzte und ihn mit schrecklichen Schimpfworten überhäufte. »Aie, episcope et gener noster!« = »Sei gegrüßt, Bischof und Schwager!«, so soll der aufbrausende Herzogssohn rot im Gesicht und von Zorn entbrannt ausgerufen haben. Emmeram beteuerte seine redliche Unschuld und bat die Sache näher zu untersuchen. Lambert hingegen ließ nicht weiter mit sich reden, sondern befahl seinen gerüsteten Kriegsleuten den friedliebenden Frater zu ergreifen, um ihn langsam zu Tode zu malträtieren. Auf der Stelle packten die gottlosen Knechte den Heiligen am Schopfe, rissen ihm die Kleider vom Leibe und banden ihn auf eine Leiter. Dann hackten sie Emmeram bei den Fingerspitzen beginnend mit großer Grausamkeit die Glieder stückweise ab. Danach rissen sie ihm die herrlichen Augen heraus und schnitten ihm die fein geschwungene Nase und beide Ohren ab. Derart verstümmelt ließen sie ihn in seinem eigenen Blute liegen. Mit stiller Ergebung erduldete der gottgefällige Apostel die qualvolle und schamlose Pein, so erzählt es die Legende. Zum Himmel emporblickend, betete er dabei: »O Herr Jesu! der du deine Arme am Kreuze ausgestreckt und mit deinem Blute uns Menschen erlöset hast! Ich danke dir, dass ich nicht wegen des Verbrechens, dessen sie mich tatsächlich beschuldigen, sondern aus Liebe zu dir mein Blut vergießen kann.« Noch lebend bat Emmeram um ein kühles Schlückchen Wasser, woraufhin Vitalis – ein weiterer Diener des Missionsbischofs – jenem unverfroren entgegnete: »Wozu willst Du erquickt werden, wo Du doch nur noch ein verstümmelter Körper ohne allen Schmuck der Glieder bist? Mich dünkt, Du solltest eher Deinen Tod herbeiwünschen als – von solcher Schmach betroffen –, danach trachten, weiterzuleben.«

Emmeram antwortete seinem frivolen Begleiter: »das man nicht eilig dem Tode zustreben dürfe, vielmehr solle man ihn hinauszögern, um durch fromme Fürbitten das Antlitz Gottes gnädig zu stimmen.« Kaum hatte er dies gesprochen, da rang er auch schon mit seiner Abberufung. Letztendlich enthaupteten Lamberts ruchlose Folterknechte den gallischen Missionar. Aus dem Himmel wurde jenem daraufhin eine Leiter herabgereicht, was dessen makellose Unschuld bewies.

Emmerams verzagte Reisegefährten waren derweil laut jammernd entflohen. Auf ihr lautes Wehklagen hin eilten einige mitleidige Landleute herbei, die – in der Annahme, dass der keusche Pilger tot sei –, dessen abgetrennte Glieder aufsammelten und in einem hohlen Baum verbargen. Im Verlauf ihres mildtätigen Dienstes erschienen plötzlich zwei hellglänzende Ritter, die die abgeschnittenen und im ausgehöhlten Stamm versteckten Gliedmaßen des heiligen Künders des Glaubens an sich nahmen und sich damit entfernten, ohne dass jemals wieder eine Spur von ihnen gefunden wurde. Nun waren auch die furchtsamen Gehilfen des barmherzigen Kirchenmannes – die sich im unwegsamen Unterholz versteckt hatten –, herbei gekommen. Sie luden seinen verstümmelten Rumpf auf einen Wagen und fuhren mit ihm nach Aschheim (lat. »ascaim« = »Heim bei den Eschen«) – wo bereits aus römischer Zeit mehrere Landgüter (villæ rusticæ) nachgewiesen sind –, um ihn in der dortigen Kirche zu begraben, weil Helfendorf damals noch kein eigenes Gotteshaus besaß. Eine große Menge Volkes begleitete das Fuhrwerk unter Gebeten, Schluchzer und Tränen. Unterwegs fing Emmeram noch einmal zu seufzen an. Seine zaghaften Weggenossen hoben daraufhin den drangsalierten Torso des heiligen Mannes vorsichtig vom Gespann herab und betteten ihn auf einen grünen Rasen, auf dem er verschied, während ein wundersames Licht seinen wachsbleichen Leichnam umleuchtete. Dies geschah an einem 22. September am Rande der heutigen Gemeinde Feldkirchen. Bischof Arbeo beschrieb Emmerams Sterbeort als einen »[…] lieblichen, allzeit frühlingsgrünen Ort, an dem ein Quell entsprang und die Umwohner später ein Kirchlein erbauten.« Am Ortsrand von Feldkirchen befindet sich somit ein kleiner neugotischer Backsteinbau, die Kapelle St. Emmeram, die an der Stelle steht, an der der Heilige nach seinem grässlichen Martyrium angeblich im Jahr 715 verstorben sein soll. Diese Datierung stützt sich auf dessen spätgotische Grabplatte in Aschheim. Andere Überlieferungen nennen die Jahre 685 und 692. In Aschheim – wo Emmeram zunächst bestattet worden war –, fanden sich sofort vertrauensvoll zahllose Kranke und Gebrechliche ein, die sogleich von ihren quälenden Leiden befreit wurden, nachdem sie dessen Schrein berührt hatten. Das Aschheimer Gotteshaus geht auf eine sehr frühe Holzkirche aus den Jahren um 600 zurück und steht am Anfang von insgesamt sieben Kirchenbauphasen. Sie ist den beiden Schutzpatronen Sankt Peter und Paul geweiht. Darüber hinaus überliefert uns eine weitere Quelle den Hinweis, dass die sterblichen Überreste des Klerikers aus Poitiers zuvor auf die agilolfingische Herzogsburg in Aschheim gebracht worden sind. Am Ort seines dornigen Martyriums in Helfendorf soll es 40 Tage lang geregnet haben, in deren Folge das bis dahin unfruchtbare Land erblühte. In leutseliger Erinnerung an die frevelhafte Bluttat befindet sich in Kleinhelfendorf die spätbarocke Marterkapelle St. Emmeram – die um den Marterstein errichtet worden ist –, mit ihrem schlanken von einer Zwiebelhaube bekrönten Chorturm und ihrer östlich angefügten mit Putz und Pilastern geschmückten zweigeschoßigen Sakristei (erb. 1740-52). In deren Innerem stellt eine ausdrucksstarke Holzfigurengruppe die dornenreiche Passion Emmerams dar. »Auf dem Berge oberhalb der Weinpflanzungen zwischen Donau und Regen, wo sie zusammenfließen… «, habe man »Gottes heiligen Märtyrer« eine Kirche geweiht, beschließt Arbeo seine Aufzeichnungen über den heiligen Missionsbischof aus Aquitanien. Die Nachricht vom grauenhaften Tode des gütigen Hirten erfüllte das ganze bairische Land mit großem Schrecken und Entsetzen. Alle Christen jammerten und wehklagten über den Verlust des noblen Mannes. Sogar die ungläubigen Heiden sollen entrüstet gewesen sein, dass Emmeram ohne eine vorherige Untersuchung und ohne einen richterlichen Urteilsspruch barbarisch ermordet worden war.

Gleichermaßen erkannte Prinzessin Uta die entsetzlichen Folgen ihrer falschen Anklage, sodass sie ihrem erschütterten Vater weinend und händeringend offenbarte, dass der ehrenwerte Metropolit völlig unschuldig gewesen sei. Weil sie wusste, dass ihr gewandter Verführer – der Edelmann Sigbald – bereits entflohen war, gab sie dessen Namen preis, der uns sonst unbekannt geblieben wäre. Herzog Theodo war nicht nur über die elende Schmach seiner Tochter, sondern auch über die entsetzliche Gräueltat selbst höchst bestürzt. Utas schändliche Lüge betrübte ihn noch mehr, als ihr lasterhaftes Fehlverhalten. Deshalb verbannte er sie nach Italien, wo sie in einem weltverlorenen Kloster allein den Schleier nehmen musste, um ihre schlimmen Sünden zu büßen. Prinz Lambert erklärte Theodo I. aller Güter und Rechte eines Erbprinzen für verlustig und sandte ihn nach Ungarn, wo er in einem furchtbaren Krieg gegen die heidnischen Awaren kämpfen musste, in dem auch er den verdienten Tod fand. Heutige Historiker behaupten dagegen lapidar, dass der missratene Herzogssohn von den fränkischen Königen abgesetzt und verjagt worden war. Nachdem der reumütige Herrscher die widerwärtigen Urheber und Vollstrecker des Mordes an dem heiligen Kirchenmann bestraft hatte, verkündete er dessen engelsreine Unschuld vor dem gesamten Volk. Als deutliches Zeichen seines aufrichtigen Glaubens sandte er eilig ein Schiff die Donau hinab und ließ Emmerams Leichnam nach nur 40 Tagen erheben. Sogar die angeschwollenen Wasserfluten trieben die Handelskogge – auf die seine sterblichen Überreste gelegt worden waren –, mit unbegreiflicher Schnelligkeit nach Regensburg zurück. Mit seinem gesamten Hofstaat ging der bußfertige Regent dem schwermütigen Leichenzug entgegen. Anschließend ließ er Emmerams zerschundenen Köper im stillen Grabgewölbe der St. Georgskapelle bestatten, in der der heilige Glaubensbote noch zu seinen besten Lebzeiten einsam gebetet hatte. Dieses kleine Kirchlein stand zur Zeit des Agilolfinger-Herzogs Theodo I. – also vor über 1300 Jahren – außerhalb Reganburgos – wie die mittelalterliche Stadt genannt wurde –, in einem dichten Tann. Einige Jahre später ließ der bairische Landesvater zu Sühnung des begangenen Frevels den Grundstein zum weltberühmten St. Emmerams-Kloster legen – die sich zu einer der imposantesten Benediktinerabteien Süddeutschland entwickelte –, die er mit fürstlichen Einkünften versah. Der selige Gaubald (Gawibald) – mit dem die offizielle Zählung der Regensburger Bischofsreihe beginnt –, erhob die Gebeine des fränkischen Heiligen, um sie in der um 740 erbauten Krypta des Klosters St. Emmeram beisetzen zu lassen.

In der Mitte des 9. Jahrhunderts vergrößerte der ostfränkische König und römische Kaiser Arnulf von Kärnten – ein Enkel Ludwigs II., des Deutschen – Regensburg –, deren Bedeutung als feudale Kapitale unter den späten Karolingern an beachtlichem Gewicht gewonnen hatte –, und schloss das Kloster Emmeram mit in die städtische Ringmauer ein. Arnulf – der Normannenbesieger und Größte der Karolinger nach Carolus Magnus –, hatte sich den aquitanischen Heiligen zum vorbildlichen Patron seines ruhmreichen Lebens und des ostfränkischen Reiches (Regnum Francorum Orientalium) erwählt. Er hing sosehr an ihm, dass er in der unmittelbaren Nachbarschaft der prächtigen Benediktinerabtei eine neue dem Königsdienst angemessene Pfalz errichten ließ. Vereinzelte architektonische Elemente jener karolingischen Pfalzanlage sind in der Vorhalle St. Emmerams – dem sogenannten Paradies – enthalten.

Am Ende des 9. Jahrhunderts wurde der Leib des gepeinigten Patriarchen neuerdings erhoben und in einen silbernen Sarg unter dem Hochaltar der Klosterkirche umgebettet, wo er sich noch heute befindet. Er wird alle Jahre wieder am 22. September zum Fest des zweiten Regensburger Diözesanpatrons und zum Fest seiner heiligen Reliquien zur öffentlichen Verehrung ausgestellt. Seinen Gedenktag begehen nicht nur die Bistümer Eichstätt und München-Freising sondern auch das älteste slowakische Bistrum, Nitra (lat. Nitria), dessen ursprünglich romanische Kathedralkirche des 11. Jahrhunderts dem Heiligen geweiht ist (slow. Katedrála svätého Emeráma). Nitra gehörte einst zum Großmährischen Reich (9.-10. Jh.). Die beiden Attribute des Regensburger Schutzpatrons sind eine Leiter und eine Lanze.

Die ostfränkische Residenz Reganspurg nach Emmerams Tod

Nach der inadäquaten Absetzung des letzten Agilolfinger-Herzogs Tassilos III. durch Karl den Großen verbrachte jener zwei aufeinander folgende Winter (791-793) in der im 6. Jahrhundert erbauten Herzogsresidenz zu Reganspurg – wie es damals auch hieß –, um persönlich die unwiderrufliche Einverleibung Baierns in das Fränkische Reich abzusichern. Die exquisite Bevorzugung Regensburgs blieb auch unter seinen fränkischen Nachfolgern bestehen. Besonders Ludwig der Deutsche, ein Enkel Karls des Großen – dem 817 Baiern zugesprochen worden war und der 825 ins Land kam –, nahm häufig seinen gern frequentierten Aufenthaltsort in der prächtigen Donaustadt. In fast jedem Jahr weilte er mindestens einmal in dem geschichtsträchtigen Ort, in dem er 32 Urkunden ausgestellt hat.

Reganspurg wurde nicht nur ein eifrig besuchter Warenumschlagplatz des Fernhandels bis nach Paris, Venedig und Kiew, sondern auch zum gefragten Schauplatz diplomatischer Aktivitäten: 844/45 erschienen dort 14 böhmische Fürsten, um sich durch den 5. Regensburger Bischof Baturich (817-844) taufen zu lassen; 866 reiste eine bulgarische Gesandtschaft – deren Knjaz, der Heilige Boris I. (Michæl), der erste christliche Herrscher Bulgariens war, – an die blaue Donau; schließlich traf 872 und 873 eine größere Gruppe von auswärtigen Abgesandten des byzantinischen Kaisers Basileios I., des Makedoniers, aus ihrer mit glanzvollen Palästen und Marmor geschmückten Metropole am Goldenen Horn (Konstantinopel) in der ostfränkischen Hauptstadt ein. In diesem Zusammenhang können wir die von Ludwig veranlassten Neubauten an der althergebrachten Pfalzanlage sehen, bei denen vermutlich die Gräber der einstigen agilolfingischen Herzöge zerstört worden sind. Unzweifelhaft waren die fränkischen Karolinger zu den erfolgreichen Nachfolgern der Agilolfinger in Baiern geworden, die jene beerbt hatten und in deren ausgedehnten Besitz sie nun eingerückt waren.

Beachtliche Schwierigkeiten ergaben sich erst dann, als neben den Karolingern ein neues einheimisches Herrschergeschlecht heranwuchs – die frühmittelalterlichen Luitpoldinger, die im 10. Jahrhundert zu den führenden Familien der fränkischen Reichsaristokratie aufstiegen und die dadurch eine königsgleiche Stellung im Stammesherzogtum Baiern erlangten. Luitpold – der der Namensgeber des Geschlechts der Luitpoldinger war –, dürfte mit den Karolingern eng verwandt gewesen sein. Kaiser Arnulf von Kärnten hatte ihn 893 als Markgraf in Karantanien und Oberpannonien – im heutigen Österreich und Ungarn – sowie als dux Boemanorum (Herzog) eingesetzt (gest. 907).

Reichsabtei Sankt Emmeram als einzigartige Grablege

Unsere Betrachtung der Heiligen Regensburgs erfordert einen Spaziergang an den Südrand der Altstadt, wo im ehemaligen Benediktinerkloster – der später von Karl dem Großen gegründeten Reichsabtei St. Emmeram (ab 972) – stumme Zeugen aus zehn Jahrhunderten vom unermüdlichen Fleiß der frühmittelalterlichen Baumeister, von geschickten Steinmetzen, frommen Mönchen und von Heiligen und Fürsten berichten. Wie in keiner anderen bayerischen Kirche befinden sich in St. Emmeram – dessen Äbte von 739 bis 975 auch als Bischöfe in Regensburg walteten –, die hoch verehrten Grabmäler von Kaisern, Herzögen, Gelehrten und Heiligen. Wie wir bereits erfahren haben, wurde der fränkische Wandermissionar Emmeram in der ersten St. Emmerams-Kirche – als deren damaliger Namenspatron der Heilige Georg gilt –, bestattet, die über einem spätrömisch-frühchristlichen Gräberfeld im urbanen Siedlungsareal des antiken Castra Reginas errichtet worden war. Eine nachfolgende dreischiffige und dreichorige Basilika stammt aus der Zeit der Romanik. Sie ist seit damals immer wieder zerstört und anschließend neu aufgebaut und erweitert worden. Aus dem 8. Jahrhundert sind die beeindruckende Krypta und die Außenmauern bis heute erhalten.

Im 10. und 11. Jahrhundert wurden dem gewaltigen Dionysiuschor massive Grabgewölbe – die zu den Hauptwerken der romanischen Architektur in Süddeutschland zählen –, für den ersten selbstständigen Emmeramer Abt, den seligen Ramwold (gest. 1000), und den 13. Regensburger Bischof, den heiligen Wolfgang (gest. 994) –, hinzugefügt. In der Wolfgangskrypta befindet sich der sogenannte Heinrichsstuhl, eine steinerne Kathedra aus dem 10., 11. oder 12. Jahrhundert. Drei mittelalterliche Steinreliefs – die die frühesten ihrer Art in Deutschland sind (um 1052) –, stellen hier Jesus Christus, den heiligen Emmeram sowie den legendären Missionar Galliens und ersten Bischof von Paris – den heiligen Dionysius (Saint Dénis de Paris) – dar, der nach dem ersten Bischof von Athen auch Dionysius Areopagita genannt wird. Es ist zudem überliefert, dass Regensburg im 11. Jahrhundert sogar den kühnen Anspruch erhob, die wahren Gebeine des französischen Heiligen zu besitzen. Kaiser Arnulf habe sie einst im Verlauf seines glorreichen Feldzugs gegen die Normannen im Jahr 890 aus Saint-Dénis befreit und anschließend in St. Emmeram versteckt, wo sie 1049 in zwei Säckchen wiedergefunden worden wären. Folglich nahm die Verehrung des populären Pariser Bischofs ebenso in Baiern einen bedeutenden Aufschwung. Das Westquerhaus St. Emmerams besitzt eine bemalte Holzdecke, die den charismatischen Abt und spirituellen Ordensgründer Benedikt von Nursia abbildet. Über den Scheiteln der Arkadenbögen blicken Regensburger Bischöfe und Äbte des Klosters in den weiten Kirchenraum, in dem die Farbtöne Weiß, Grau, Rosa vorherrschen und dessen barockes Interieur von den Brüdern Asam heiterverspielt ausgestaltet worden ist (1731-1733). So befindet sich im Chor ein kostbares Barockbild des großen Frankenherrschers Charlemagne, den eine goldene Reichskrone schmückt. Neben dem Dionysiusaltar ist das Grabmal der seligen Königin Hemma (gest. 876) – der Gemahlin Ludwigs des Deutschen –, in die Wand eingefügt. Weitere Monarchen – die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben –, sind: Kaiser Arnulf von Kärnten (gest. 899) und dessen Sohn, Ludwig IV. das Kind, der achtzehnjährig verstorbene letzte Nachkomme des großen Karl im Ostreich (gest. 911). Unglücklicherweise sind die beiden Tumben (Hochgräber) der Kaiser Arnulf und Louis IV de Germanie, genannt l’ Enfant, zerstört worden. Obendrein befinden sich in der einstigen Reichsabtei die Gräber der bairischen Herzöge Arnulfs I., des Bösen (gest. 937), – des älteren Sohnes des Luitpoldinger Stammvaters Luitpold – und Heinrichs II. des Zänckers (gest. 955), der allerdings im Liudolfinger (Ottonen) Familienstift Gandersheim westlich des Harzes beigesetzt worden war; in Regensburg steht sein imposantes Hochgrab. In der Vorhalle St. Emmerams begegnen wir der fein ziselierten Grabplatte des bairischen Geschichtsschreibers und Humanisten Aventinus (Johann Georg Turmair, gest. 1534), der in seinen bewegten Lebzeiten in engem Kontakt zu den protestantischen Reformatoren Dr. Martin Luther und Philipp Melanchthon gestanden hatte. Ebenso sind die Heilige Reklusin Aurelia (gest. 1027) – die der Legende nach eine Tochter des französischen Königs Hugo Capets aus dem Hause der Kapetinger (Les Capétiens) gewesen sein soll –, und die beiden seligen Regensburger Abtbischöfe Gaubald (gest. 761) und Tuto (gest. 930) in St. Emmeram begraben. Darüber hinaus befinden sich dort in zwei gläsernen Schreinen die verehrungswürdigen Gebeine der Katakombenheiligen St. Maximianus und St. Calcidonius, die reich mit Gold, Edelsteinen und Stickereien verziert sind.

Sankt Emmeram und die christliche Missionierung Böhmens

Von Sankt Emmeram aus wurde die junge christliche Mission über das im Tal des Regen gelegene oberpfälzische Chammünster in Cham (Marca ad Champa) – der Urpfarrei des Oberen Bayerischen Waldes – in das Künische Gebirge (tsch. Královsk‘y Hvozd) und anschließend nach Böhmen weitergetragen, wo im Jahr 973 die Einrichtung des Bistums Prag erfolgte; der sächsische Mönch Thietmar war der erste Bischof von Zlatá Praha – dem goldenen Prag – an der Moldau. Vielleicht um das Jahr 740 – bestimmt aber noch vor seinem Tode 748 – hatte der Agilolfinger- Herzog Odilo dem ersten Regensburger Bischof Gaubald – der gleichzeitig Abt von St. Emmeram war –, Land für eine Cella an der Chamb übereignet.

Diese Schenkung wurde durch dessen politisch unglücklichen Sohn, Herzog Tassilo III. (748-788), erneuert. Das Kloster am Flusse Regen scheint während der Ungarnstürme zerstört worden zu sein. Gestanden hat es sicherlich in Chammünster – dem Tor zum Böhmerwald (tsch. sumava) –, das bis 1260 den Namen Chambe trägt und das noch 1262 als Münster sive Chamb bezeichnet worden ist. In der Zeit des seligen Abtbischofs Tuto (894-930) soll Böhmen unter der geistlichen Leitung der Bischöfe von Regensburg gestanden haben. Wenngleich jene vorsichtig zu beurteilenden Angaben aus einer Regensburger Quelle stammen, die sicherlich den Hauptzweck besaß, Abtbischof Tuto zu loben und zu preisen. Mit der Einrichtung des Prager Bistums 973 endete dort der geistliche Einfluss aus Bayern. Ob Chammünster noch bis in diese Zeit existiert hat, ist in der aktuellen Forschung umstritten. Vermutlich war es in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts von den Mönchen verlassen worden. Sein umfangreicher Grundbesitz zersplitterte sich, lediglich die Hofmarkt Zank blieb bis zur Säkularisation in enger Lehensabhängigkeit beim Hochstift Regensburg erhalten (1802/03).

Auf geheimnisvolle Weise konnte sich aber der einstige Rang des Klosters in der heutigen Pfarrkirche zu Chammünster bewahren, die zur wegweisenden Mutterkirche des gesamten Umlandes geworden ist und die zu den angesehensten Pfarreien der Diözese zählt. Im 14. Jahrhundert ging die Kirche schließlich an das Regensburger Domkapitel über, das sie stets mit einem eigenen Domkanoniker (Dekan) besetzt hat.

Sankt Emmeram – bedeutendes Zentrum der ottonischen Buchkunst

Gegen Ende des 10. und im 11. Jahrhundert entwickelte sich das Skriptorium des Klosters (Schreibschule) zu einem bedeutenden Zentrum der Buchmalerei. Hier entstanden kostbare Handschriften mit liturgischen Texten: der berühmte Uta-Codex, auch Uta-Evangelistar genannt, der im Auftrag der Äbtissin des Regensburger Niedermünsters, Uta von Kirchberg (?), angefertigt worden war (1020/25) und das Sakramentar Kaiser Heinrichs II., das sogenannte Regensburger Sakramentar, das zu den großartigsten Schriften der ottonischen Buchkunst zählt (1002-1014). Als Vorbild des Sakramentars gilt der vom westfränkischen König Karl dem Kahlen, (Charles II le Chauve), gestiftete Codex Aureus – bei dem es sich um eine karolingische Bilderhandschrift handelt (870) –, die Kaiser Arnulf von Kärnten dem Kloster St. Emmeram unter Abtbischof Tuto 893 geschenkt hatte. In jener hochmittelalterlichen Epoche des 11. Jahrhunderts war St. Emmeram Ausgangspunkt der Cluniazensischen Reform der römisch-katholischen Kirche – als nach dem Ende des Karolingerreiches das klerikale Leben auf einen moralischen Tiefpunkt gesunken war und sich schwere Missstände entwickelt hatten –, sowie der Klosterreform von Gorze im Herzogtum Baiern. Der heilige Bischof Wolfgang von Regensburg und der erste selbstständige Abt Ramwold des Klosters St. Emmeram, förderten diese tiefgreifende Reformbewegung tatkräftig. Im Jahre 1295 verlieh der römisch-deutsche König Adolf von Nassau (1292-1298) der angesehenen Abtei die Regalien (Hoheitsrechte), wodurch St. Emmeram die Reichsunmittelbarkeit erhielt und reichsfrei wurde. Die Bedeutung St. Emmerams als leuchtender Kulturmittelpunkt ließ im 16. Jahrhundert allmählich nach, nachdem Reganspurg aufgrund des Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 evangelisch-lutherisch geworden war. Trotzalledem fand die europäische Kulturepoche der Renaissance noch einmal die erstaunliche Kraft, den freistehenden und mächtigen Glockenturm St. Emmerams aufzurichten – dessen sechs Kirchenglocken allesamt von Regensburger Gießern gegossen worden sind –, bevor letztendlich das Kloster 1803 aufgehoben wurde. 1805 ein Erzbistum, avancierte Regensburg 1821 zur Suffragandiözese von München-Freising.


Christian Kalm

 

38/2015