weather-image
Jahrgang 2008 Nummer 16

Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern (1662 bis 1726)

Er brachte unendliches Leid über sein Land und gab ihm die Schönheit der Kunst – Teil II

Kurfürst Maximilian I. und sein Sohn, der spätere Kurfürst Ferdinand Maria, der Vater Max Emanuels – Bildnis von Niklas Prugger.

Kurfürst Maximilian I. und sein Sohn, der spätere Kurfürst Ferdinand Maria, der Vater Max Emanuels – Bildnis von Niklas Prugger.
Schlafgemach des Kurfürsten im Schloss Schleißheim mit dem reich verzierten Paradebett, vom übrigen Raum durch eine geschwungene

Schlafgemach des Kurfürsten im Schloss Schleißheim mit dem reich verzierten Paradebett, vom übrigen Raum durch eine geschwungene Balustrade abgetrennt – von Josef H. Biller gestaltet in Bayerisch Barock.
Schloss Schleißheim, Mittelteil von Westen – erbaut von den beiden Hofbaumeistern des Kurfürsten, Zucalli, begonnen 1701 und Eff

Schloss Schleißheim, Mittelteil von Westen – erbaut von den beiden Hofbaumeistern des Kurfürsten, Zucalli, begonnen 1701 und Effner 1715 bis 1721.
Das Bayernland besetzt, verwüstet und niedergebrannt

Schon 1703, als der Kurfürst noch in der Heimat Krieg führte und nach Tirol marschierte, aber schleunigst wieder umkehren musste, weil ein Treffen mit den Franzosen in Oberitalien nicht zustande kam, wurde der Chiemgau vom Kriegsgeschehen betroffen. So wurde im August 1703 der abgelegene Ort Reit im Winkl Schauplatz der Kämpfe zwischen Österreichern und Bayern, wie der Pfarrvikar Viechter berichtet. Die Kurfürstin schickte dem Chiemgau im Sommer 1703 den General Mattei zu Hilfe, der die Österreicher bei Marquartstein zersprengte. Sie flohen teils in die Wälder und nach Reit im Winkl, wo die bayerischen Truppen, in dem Glauben schon auf österreichischem Gebiet zu sein, den Ort plünderten. Die Einwohner wie auch der Seelsorger flohen. Der Pfarrvikar floh zunächst nach Kössen, dann aber, als am 30. August 1704 die Kroaten und Panduren des Freiherrn von der Trenck (der Kroatensteig auf der Möseralpe erinnert doch daran) den Ort zum zweiten Mal plünderten, floh er weiter nach Ellmau am Kaisergebirge und kehrte von dort erst im Januar 1705 zurück, als Ruhe im Dorf eingekehrt war, wo er im März wieder neu vorgestellt wurde.

Mit Erlaubnis des Bischofs vom Chiemsee versahen an Ostern 1704 und vom Advent 1704 bis zur Rückkehr Viechters zwei Chorherren die Seelsorge im Ort. Die Rede des bischöflichen Vertreters, des Kössener Vikars Johann Rössl, bei der Wiedereinführung Viechters ist noch erhalten. Das waren die Geschehnisse im Verlauf des »boarischen Rummels«, wie die Österreicher die Kriegshandlungen in den beiden Jahren 1703/04 bezeichneten, die damit begannen, dass der bayerische Festungskommandant von Kufstein von dort mit 400 Mann auszog in Richtung Kössen, hier in den Niederauen lagerte und über die Abgabe einer Brandsteuer von 8000 Gulden verhandelte, die ihm auch zugesagt wurden. Von Reit aus kamen weitere bayerische Schützen nach Kössen. Sie wurden von den österreichischen Truppen und Tiroler Gebirgsschützen aber in einen Hinterhalt gelockt, flohen wieder zurück über Reit im Winkl und wurden von den Tirolern weiter zum Förchenpass verfolgt.

Die Besetzung führt zu Aufständen im Jahre 1705

Die ungeheuere Bedrückung, die das Land und die Bevölkerung Bayerns im spanischen Erbfolgekrieg (1701 bis 1714) erleiden mussten, hauptsächlich von 1703 bis 1706, ist kaum vorstellbar. Sie ließen die Sehnsucht nach der Rückkehr des Kurfürsten aus den Niederlanden wachsen. »Lieber bayerisch sterben als in des Kaisers Unfug verderben«, hieß ein gängiger Spruch. Die Österreicher waren aber auch gnadenlos, wie wir schon gesehen haben. Und der junge Kaiser ab 1705, der den Kurfürsten hasste, feuerte seine Besatzer noch an, wenn er meinte, die Bedrückung Bayerns »sollte insoweit genossen werden, dass es künftig dem Kurfürsten unnutz sein solle«. Und so hausten sie wie die Barbaren bei der Besetzung. Die Steuern (vorher vier jetzt sieben), die Ablieferung der Kriegsanlagen und völlige Abrüstung des bayerischen Heeres und Kontributionen, die unaufhörliche Truppendurchmärsche, die »fast unerschwingliche« Quartierlast, die Überforderungen der Bewohner und Ausschweifungen der Soldaten, die Erpressungen der kaiserlichen Beamten und Offiziere, die Brandschäden und Plünderungen, ganz besonders aber die zwangsweise Rekrutierung der jungen Bayern und entlassenen Soldaten für ungarische und italienische Regimenter steigerten die Wut und Empörung der Bewohner und trieben vor allem die Bauern zu Aufständen.

In der Oberpfalz begannen die Aufstände im Oktober 1705 und pflanzten sich über das niederbayrische Unterland bis ins Oberland fort, wo sie in der Sendlinger Mordweihnacht des gleichen Jahres ihr tragisches Ende fanden. Die Bauern des Schwarzachtales waren die ersten, die zusammen fanden und in Neunburg vorm Wald den Österreichern die soeben ausgehobenen jungen Soldaten wieder entrissen. Ihr Anführer war übrigens ein adeliger Pfarrer und Verwandter des Kanzlers Herzog Maximilian Philipp. Die nächsten Städte waren Kelheim und Vilshofen. Schließlich folgten in Niederbayern noch das Rott-und Vilstal.

Dann nahmen die gleichen Haufen noch Pfarrkirchen und Braunau. Sie beherrschten nun das Land innerhalb von zwei Monaten von Inn bis zur Isar. Die Aufstände erfassten im Oktober auch das Oberland. Drei Wirte sammelten die Bauern um sich von Tölz aus ging die Bewegung. Hier bildeten sich am 18. Dezember 1705 die »kurbayerische Landesdefision des Oberlandes. In einem Aufruf (dem »Tölzer Patent«) informierten sie die Oberländer davon, »dass die kaiserliche Administration beabsichtige, die kurfürstlichen Prinzen wegzuführen und Bayern, falls sie es nicht mehr behaupten könne, mit Feuer und Schwert zu vernichten«. (Doeberl, Band II, S. 153) 2709 Bauern folgten dem Aufruf und fanden sich am 23. Dezember beim Kloster Hohenschäftlarn ein.

1900 Mann machten sich noch auf nach Sendling unter dem Kommando eines Hauptmann Mayer. Sie wurden am heiligen Abend kläglich zusammengehauen, auch als sie sich schon dreimal ergeben hatten. Nur noch 450 Oberländer blieben am Leben und wurden gefangen – übrigens nach einer Intervention des Salzburger Erzbischofs. Das war kein Ruhmesblatt in diesem Krieg, in dem sich auch ein Herzog Marlborough einer bayerischen Delegation gegenüber, die um Gnade für Bayern nachsuchte, dazu verstieg zu sagen; er gedenke, wenn der Kurfürst nicht umkehre, das völlige Bayernland zu destruieren«. (Prinz, S. 126)

Brennende Städte und das Wunder von Traunstein

Im Sommer 1704, nach der Schlacht bei Höchstädt, wurde Bayern vollständig besetzt. Und zu dieser Zeit brannten auch die Städte. Prinz Eugen und der englische Herzog von Marlborough verfolgten die Politik der verbrannten Erde. Nicht weniger als 7615 Wohnstätten fielen den Flammen zum Opfer.

Die Städte Fürstenfeldbruck, Landsberg, Starnberg, Schongau, Dachau, Eggenfelden, Landshut, Neumarkt, Pfarrkirchen, Bitburg, Vilshofen und Peißenberg wurden ganz oder teilweise niedergebrannt. Auch Traunstein teilte dieses Schicksal. In der Nacht vom 22. auf 23. August zündeten die Panduren die Stadt an. Auch die Kirche St. Oswald fiel den Flammen zum Opfer. In der Früh um vier Uhr des 23. August rettete der Pfarrer in höchster Eile das Allerheiligste aus der Kirche. Er hatte sie kaum verlassen, da stürzte hinter ihm der Turm zusammen. An diesem 23. brannte vormittags um 10 Uhr die Kirche noch »lichterloh.« Das Gewölbe des Langhauses war völlig zerstört, die Innenausstattung fast bis zur Gänze durch das Feuer vernichtet,« berichtet Gabriele Holz in den Chiemgaublättern (vom 12. Januar 2008). Gegen Abend begannen der Pfarrer und sein Amtskollege von Haslach, zusammen mit ein paar Klosterbrüdern und einigen Bürgern in den noch rauchenden Trümmern nach den wertvollen künstlerischen Heiligenfiguren zu suchen. Und siehe da: es war wie ein Wunder. Sie fanden unter Schutt und Asche fünf Plastiken, etwas rußgeschwärzt, vier davon aber gänzlich unversehrt und nur der heilige Sebastian hatte seine Beine verloren. In der Pfarrkirche sind heute noch zu sehen das Heilig-Haupt-Bildnis am Herz-Jesu-Altar, die Maria mit segnenden Kind im Rupertusaltar (Papstnische).

Zweimal verheiratet, geächtet, Bayernland und Familie verloren

Mitten in den Türkenkriegen, im Juni 1685 heiratete der Kurfürst in Wien die Tochter des österreichischen Kaisers Leopold I., die 16-jährige Marie Antoinette. Es war keine Liebesheirat, denn das Mädchen war durchaus nicht hübsch, wohl aber die Erbin des spanischen Weltreiches ihres Onkels, des kinderlosen und kranken Königs Karl II., auf dessen Ableben die Könige und Fürsten ringsum schon begehrlich warteten. Die Ehe dauerte nur sieben Jahre und die Frau war viel allein, denn ihr Mann eilte als Sieger von Krieg zu Krieg gegen die Türken. Dennoch gebar sie ihm drei Kinder, zuletzt den Kurprinzen Joseph Ferdinand 1692 und im Kindbett starb die Mutter an Weihnachten in Wien. Sie enterbte ihren Mann gänzlich, auch ihres privaten Vermögens. So gut war es um diese Ehe bestellt. Ihr Mann war zu dieser Zeit schon als Statthalter der spanischen Niederlande in Brüssel, wo er prunkvoll Hof hielt. Dieser Sohn des Kurfürsten war vom spanischen König ausersehen als Universalerbe seines Reiches. Drei Jahre nach ihrem Tode heiratete der bayerische Kurfürst die polnische Königstochter Therese Kunigunde, deren Vater ein Jahr später starb. Der Kurfürst verschmähte die ihm angetragene Königswürde des verstorbenen Königs Johann Sobielski, weil er auf ein Weltreich hoffte. Mit seiner zweiten Frau hatte der Kurfürst noch neun Kinder. 1699 kam der älteste Kurprinz Joseph Ferdinand von Wien nach Brüssel, wo er nach einhalbjährigem Aufenthalt nach Madrid weiterfahren sollte. Plötzlich aber starb der siebenjährige Knabe vor der Abfahrt. Damit nicht genug des Unglücks. Der spanische König setzte nun den Enkel des französischen Königs Ludwig XVI. zum Universalerben ein, was wiederum den Verwandten in Wien missfiel, der Kurfürst aber akzeptierte. Seine Beziehungen zu Wien verschlechterten sich im Laufe von andauernden Verhandlungen. So landete er schließlich 1702 auf der Seite der Franzosen. Seit 1701 aber tobte der Krieg zwischen Österreich, auf dessen Seite nun auch die Seemächte England und Niederlande standen, und dem französischen König mit dem Kurfürsten.

Die Folge waren verlorene Schlachten und die Zerstückelung Bayerns in diesem 14-jährigen Krieg. Sein eigener Schwager, der König und Kaiser Joseph I. seit 1705, behielt sich das größte Stück Bayerns vor und verleibte es Österreich ein, die übrigen Gebiete teilte er unter seine Bundesgenossen und Familienangehörigen auf. Bayern war so von der Landkarte getilgt. Im gleichen Jahr sperrte er die nach Venedig gereiste Kurfürstin aus und ließ sie nicht mehr nach Bayern heimkehren. Den Kurfürsten aber ächtete er auf Grund einer fragwürdigen mittelalterlichen Bestimmung, um sein Land wegnehmen zu können. Nicht genug damit, er führte auch noch seine vier Söhne, die bayerischen Kurprinzen, nach Österreich weg, um sie dort erziehen zu lassen. Nicht unter ihren Namen und sie durften auch mit ihren Eltern nicht brieflich verkehren. Was den Vater besonders schmerzte, denn er liebte seine Kinder und die Familie.

Der Kurfürst kehrt mit allen Rechten nach Bayern zurück

Von Compiegne, einem französichen Schloss, wo er zuletzt erbärmlich residierte, kehrt der Kurfürst nach dem Frieden von Rastatt im März 1715 wieder in sein Geburtsland Bayern zurück. Der plötzliche Tod des österreichischen Kaisers 1711 veränderte die Situation gründlich. Ihm folgte 1714 auch der französische König in den Tod. Auch der Bruder des Kurfürsten erhielt wieder sein Kurfürstentum Köln zurück und meinte, nach dem Tode Josephs müsse sein Bruder Maximilian Kaiser werden. Daraus aber wurde nichts. Erst der Sohn des Kurfürsten wurde 30 Jahre später tatsächlich – wenn auch nur für ein Jahr – Kaiser des »heiligen römischen Reiches deutscher Nation«.

Der Kunstliebende Kurfürst baut in seinem Land auf Pump

Der Kurfürst war schon vom Hofleben seiner Mutter her ein großer Kunstliebhaber und hat sich im Laufe seines Lebens auch beachtliche Kenntnisse auf diesem Gebiet erworben. Jedenfalls war er ein wirklicher Kenner der französichen Kunst und hat seine bayerischen talentierten Landsleute nach Paris zur weiteren Ausbildung geschickt (z. B. den Gärtnerlehrling Joseph Effner, 1687 - 1747) aus Dachau, der später sein Hofbaumeister werden sollte). Auch Enrico Zucalli, seinen Hofbaumeister der ersten Regierungsperiode, schickte er schon 1684/85 zur Weiterbildung in die französische Landeshauptstadt. Max Emanuel fing 1701, wieder in Brüssel zurückgekehrt, den Bau des neuen Schlosses Schleißheim unter dem Hofbaumeiser Zucalli an, den Bau vollendete ab 1715, der zweiten Rückkehr des Kurfürsten nach München, sein jetziger Hofbaumeister Joseph Effner, der zur Innenausstattung auch den berühmten, damals 40-jährigen Johann Baptist Zimmermann, für Stuckarbeiten holte. Er war der Meister des Barock, Maler und Stuckateur zugleich. Außerdem war er verantwortlich für die herrliche Pracht des Festsaales dieser große Festsaal brannte leider 1729 aus und ist heute wieder in der alten französischen Barock Bauweise restauriert worden. »Nun ist in der Großen Galerie die fürstliche Pracht dieses Festsaales erlebbar«, sagte die Museumsdirektorin Dr. Brigitte Langer bei der Eröffnung vor einem Jahr. Noch vieles, auch die wunderbare Gemäldegalerie Max Emanuels, die vergoldeten Konsolen und andere Kleinkunstgegenstände aus der Münchner Hofkunst der Barockzeit und zahlreiche Säle sind dort zu bewundern. So ist das neue Schloss Schleißheim auch heute wieder eine der größten und eindrucksvollsten Residenzen in Bayern, ein Denkmal, das sich der Kurfürst Max Emanuel gesetzt hat.

Auch Schloss Nymphenburg ließ der Kurfürst nach der französischen Bauweise ändern. Ferner ließ Max Emanuel Effner noch zwei Lustschlösser erbauen, die Pagodenburg (1716) und die Badenburg (1718-1721) und als weltliches Gegenstück in seinem vorletzten Lebensjahr (ab 1725) die Magdalenen-Kapelle. Hofbaumeister Effner veränderte als Hofbaumeister im Rokokostil noch die Schlösser Dachau, Fürstenried, Berg und Lichtenberg. Die genialste Schöpfung des Rokoko war die von Francois Cuvillies im Nymphenburger Park erbaute Schlösschen Amalienburg. Ihn hatte Max Emanuel in seinen letzten Lebensjahren noch nach Paris geschickt und er kehrte als einer der reifsten Rokoko-Baumeister wieder zurück. In München schuf er auch noch das Residenztheater nach dem Tode des Kurfürsten. Die Fülle der Künstler – Baumeister, Maler, Bildhauer und Stuckateure – in dieser Epoche ist gar nicht aufzuzählen. Nur die wichtigsten seien hier genannt. Die Brüder Asam, Zimmermann und Dinzenhofer sowie Gunetzrainer, auch Ignaz Günther, Johann Michael Fischer und natürlich die Hofbaumeister Zucalli und Effner. Nicht vergessen seien die italienischen und französischen Künstler, die Bayern in den höchsten Tönen lobten und »als das achte Wunder der Welt« priesen. Und das schon unter den Eltern des Kurfürsten. Ein Kunststück, dass die Adeligen, die Kloster-Abte, Bischöfe, ja selbst die reichen Bürgerlichen ihnen schon vor der Jahrhundertwende nachzueifern begannen und ihre Paläste, Schlösser, herrliche Klöster und Kirchen Bürgerhäuser bauten. Alle Künste gediehen prächtig, nur die Literatur blieb ein Stiefkind.

Max Emanuel liebte aber nicht nur die französiche Oper, sondern auch besonders die Musik. So sehr, dass er zu den schon vorhandenen drei Kapellmeistern noch einen zusätzlichen Konzertmeister bestellte. Der französische Hofkapellmeister blieb übrigens, als der Kurfürst nach Brüssel übersiedelte, in München als Leiter der Kirchenmusik. Nach der Rückkehr des Kurfürsten 1715 gab es fast ununterbrochen Konzerte am Hofe.

Nicht vergessen werden sollte zu erwähnen, dass der Kurfürst während seiner Zeit in den Niederlanden und in Frankreich zu einem wirklichen Kenner der Malerei heranreifte. Er kaufte in Flandern die Gemälde des Peter Paul Rubens, die heute noch in der Münchner Alten Pinakothek zu sehen sind.

Doeeberl jedenfalls lobt diese Epoche in den höchsten Tönen, wenn er dieses Kapitel mit den Worten abschließt: »Die fürstlich-höfische Kultur ist eine der wichtigsten Entwickelungsstufen, in denen sich der süddeutsche Kunstgeschmack geläutert und die Überlegenheit des bayerischen Kunstgewerbes herausgebildet hat. Bayern empfing und empfängt von den Kunstschöpfungen dieser Epoche so viel Anregung und Nutzen, dass uns heute selbst der Preis der kurfürstlichen Schulden nicht zu hoch erscheint.« In der Tat, Kurfürst Maximilian II. hatte nicht nur den letzten Rest der eisernen Ration aufgebraucht, die sein Großvater für Notfälle des Staates hinterlassen hatte, sondern seinem Sohn auch noch 26 Millionen Gulden an Schulden hinterlassen. Und die Beamten mussten nach seinen Tode noch drei Monate auf ihre Gehälter warten. Er hatte wirklich die Künste auf Pump gefördert.

Dr. Ludwig Plank

Teil 1 in den Chiemgau-Blättern Nr. 15/2008

Literaturhinweise:
Michael Doeberl, Entwicklungsgeschichte Bayerns, Band II, 3. erweiterte Auflage, München 1928, Druck und Verlag R. Oldenbourg. Friedrich Prinz, Gestalten und Wege bayerischer Geschichte, München 1982, Süddeutscher Verlag. Benno Hubensteiner, Bayerische Geschichte, 16. Auflage 2006, Rosenheimer Verlagshaus, Der Reiter Winkel, Heimatbuch der Gemeinde Reit im Winkl, 1999, im Eigenverlag der Gemeinde, Druckerei Miller, Traunstein. OSR Josef Guggenbichler, Unser Heimatbuch, Kössen 1991, Hsg. Gemeinde Kössen Rink/Plank, Geschichte der Pfarrei der Pfarrei Reit im Winkl, 1988, hsgg. im Eigenverlag der Gemeinde Reit im Winkl. Goldner/Bahnmüller, Bayerische Herzöge, Kurfürsten und Könige, 2. Auflage 1981, Pannonia Verlag, Freilassing. Franz Klauser sen., Wiedergründungsfest der Gebirgsschützenkompanie Reit im Winkl, 1994, Marquartstein, Manstedt Verlag und Druckerei. Gabriele Holz, Der Schatz von St. Oswald, Chiemgaublätter Traunstein, vom 12. Januar 2008 München (ttb), Wie zu Zeiten der bayerischen Kurfürsten, Traunsteiner Tagblatt v. 17. 3. 2007 Julius Bittmann, Die Herz-Grablege der Wittelsbacher, Chiemgaublätter, vom 30. Juni.



16/2007