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Jahrgang 2013 Nummer 30

Hl. Pantaleon, Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Pantaleon (= allerbarmend) war zu Ricomedia in Kleinasien geboren. Seine fromme Mutter Eubula erzog ihn nach christlichen Grundsätzen; nach ihrem Tode aber brachte ihn der heidnische Vater Eustorgius vom Glauben wieder ab, doch war er noch nicht getauft. Pantaleon wurde Arzt und erlangte einen solchen Ruf, dass ihn Kaiser Maximian zu seinem Leibarzt erwählte. Bei kranken Christen traf er öfter mit dem heiligen Priester Hermolaus zusammen. Dieser fühlte sich zu dem geistvollen, edlen und mildtätigen Arzte hingezogen, brachte ihn allmählich zum christlichen Glauben und taufte ihn. Nun entfaltete Panteleon die herrlichsten Tugenden und wurde von Gott mit der Wunderkraft ausgezeichnet. Sohin heilte er viele Kranke wunderbar und gewann sie für das Christentum. Auch seinen Vater bekehrte er. Da nun eine Christenverfolgung ausbrach, teilte er sein ganzes Vermögen unter die Armen aus. Der Kaiser wollte ihn bewegen, den Göttern zu opfern. Allein der Heilige ließ sich nicht vom heiligen Glauben abbringen. Deshalb wurde er verhaftet, gefoltert, mit eisernen Krallen zerfleischt, mit brennenden Nadeln gepeinigt, in siedendes Blei getaucht, in das Meer geworfen, den wilden Tieren preisgegeben, auf ein Rad geflochten. Gott heilte und erhielt ihn wunderbar. Endlich wurde der heilige Pantaleon an einen Ölbaum gebunden und enthauptet den 27. Juli 305. Er ist Schutzpatron der Ärzte, gehört zu den 14 heiligen Nothelfern und wird in Krankheiten, in Verlassenheit und um die Gnade wahrer Buße angerufen.

Lehre. Ein guter Arzt ist ein großer Wohltäter der Menschheit; er kann Schmerzen lindern und durch Teilnahme trösten. Möchten doch alle Ärzte die Kranken rechtzeitig auf die Todesgefahr aufmerksam machen, damit sie sich auf den Tod vorbereiten und die heiligen Sterbesakramente empfangen. Eine schwere Verantwortung laden sie sich auf, wenn sie Kranke in falsche Sicherheit einwiegen, so dahinsterben lassen und ihre Seelen vielleicht dem ewigen Verderben überliefern.

Kirchengebet. O Gott, der du deinen hl. Martyrer Pantaleon befähigt hast, verschiedene Martern zu bestehen und für seine Verfolger innigst zu beten: verleihe gnädig, dass, die wir dessen Hilfe anflehen, wir deine Barmherzigkeit erfahren. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

30/2013