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Jahrgang 2020 Nummer 19

Hl. Gregorius von Nazianz, Erzbischof und Kirchenlehrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Gregorius wurde zu Arianz bei Nazianz (daher sein Beiname) in Kleinasien 323 geboren. Sein Vater Gregor, seine Mutter Nonna, sein Bruder Cäsarius und seine Schwester Gorgonia sind ebenfalls Heilige. Gott war seine einzige Liebe. Er studierte an berühmten Schulen. Er lebte dann in Nazianz, wo sein Vater Bischof geworden war, ungemein strenge in Bezug auf Nahrung, Kleidung und Ruhelager. Gregorius widmete sich eifrig den Arbeiten und dem Gebete. Von sich selbst sagte der Heilige: »Aus der göttlichen Wissenschaft holte ich mir die Reinheit des Geistes: und die Lesung der heiligen Schriften brachte mich so weit, dass ich das Bittersalz der bloß weltlichen Bücher ausspie, die früher durch ihr süßes Gift meinen ganzen Geist fesselten.« Mit seinem Freunde Basilius zog er sich in die Einsamkeit zurück und trat in den von diesem gegründeten Orden. Die Lage der damaligen Verhältnisse berief ihn jedoch an verschiedene Orte. Im Jahre 361 wurde Gregorius zum Priester geweiht. Jetzt begannen seine Kämpfe mit den Arianern. Der heilige Gregorius konnte aber das Bistum nicht antreten; dafür wurde er 380 zum Erzbischof von Konstantinopel erwählt und resignierte nach einiger Zeit aus freiem Willen, um Misshelligkeiten vorzubeugen. Er verzieh einem Meuchelmörder von Herzen, kehrte nach Nazianz zurück und übergab seinen Geist in die Hände seines Schöpfers am 9. Mai 389. Wegen seiner herrlichen Schriften führt er die Ehrentitel »Theolog und Kirchenlehrer«.

Lehren des heiligen Gregor. Beginne und beendige jedes Werk damit, dass du es Gott anempfiehlst. – Ohne Gott ist es ebenso unmöglich, das Gut zu wirken, als einem Vogel, ohne Luft zu fliegen, oder einem Fische, ohne Wasser zu schwimmen. – Wir haben nur eins zu fürchten: dass wir uns nämlich durch unsere Schuld in den Fall setzen möchten, Gott und die Tugend zu verlieren. – Die Gnade ist nicht unfruchtbar; sie zeigt verschiedene Wege, die zum Himmel führen.

Gebet. O hl. Bischof und Kirchenlehrer Gregorius, komme uns durch deine Fürsprache zu Hilfe. Leite uns mit dem Stabe deiner Unterweisungen zur Tugend und zeige uns den Weg zu den himmlischen Wohnungen, damit wir würdig werden, mit dir uns zu erfreuen in der Herrlichkeit Gottes des Vaters, des Sohnes und des hl. Geistes. Amen.

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

19/2020