Jahrgang 2020 Nummer 39

Hl. Cyprian, Martyrer, und hl. Justina, Jungfrau und Martyrin

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Justina (= gerecht) wurde zu Antiochia in Asien geboren. Ihre Eltern, Edesius und Cledonia, waren Heiden. Justina wurde vom Diakon Praylius zum heiligen Glauben bekehrt und suchte nun auch ihre Eltern für das Christentum zu gewinnen. Der Himmel kam ihr zu Hilfe. Der Vater schaute Jesus Christus in Mitte der Engel, der ihn anredete: »Kommet her zu mir, und ich will euch das Himmelreich geben«. Beide ließen sich vom Bischofe Optatus taufen. Nach 1 ½ Jahren starb der Vater. Der heidnische Jüngling Aglaides bot alles auf, um die anmutige Jungfrau für sich zu gewinnen. Sie wies alle Anträge entschieden zurück, bezeichnete sich mit dem heiligen Kreuze und sprach: sie habe Christus zum Bräutigam, der sie auch vor jeder Sünde rein bewahre. Deshalb rief Aglaides den Magier Cyprian zu Hilfe, der durch Zaubermittel die Jungfrau ihm geneigt machen sollte. Dieser befragte den Teufel, der ihm aber erwiderte, er könne gegen jene nichts ausrichten, die Christus in Wahrheit verehrten. Durch diese Antwort wurde Cyprian ganz umgewandelt; er verabscheute sein bisheriges Leben, entsagte allen Zauberkünsten und bekehrte sich zum christlichen Glauben. Als dies bekannt geworden war, wurde Cyprian zugleich mit der heiligen Justina ergriffen; beide wurden mit Backenstreichen und Geißeln gepeinigt und dann eingekerkert. Wegen ihrer Standhaftigkeit wurden sie auf einen brennenden Scheiterhaufen geworfen, der mit Pech, Fett und Wachs getränkt war; Gott beschütze sie. Zuletzt wurden beide Heilige bei Nicomedia enthauptet den 26. November 304. Ihre heiligen Reliquien ruhen zu St. Johann im Lateran zu Rom.

Lehre. Wie tröstlich ist das Geständnis des bösen Geistes, dass er über jene nichts vermöge, die Christus wahrhaft verehren. Der Teufel hat nur soviel Gewalt über den Menschen, als dieser selbst ihm einräumt. Wer wird aber so töricht sein und seinem Todfeinde Türe und Tor öffnen und ihn schalten lassen über das Haus seiner Seele? Besonders hüte man sich vor allen Arten des Aberglaubens und gebrauche andächtig das Weihwasser.

Kirchengebet. Stets möge uns die Fürbitte deiner heiligen Martyrer Cyprian und Justina zu Gute kommen, o Herr! weil du nicht aufhörst, jene gnädig anzublicken, welche du durch solche Hilfe unterstützen lassest. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

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