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Jahrgang 2012 Nummer 27

Heiliger Willibald, Bischof

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Willibald (= bereitwillig) war der Sohn des heiligen Richard, König der Westsachsen in England, 700 geboren und der Bruder des heiligen Wunibald und der heiligen Walburga. Als dreijähriges Kind schwer erkrankt, opferten ihn die betrübten Eltern vor einem Kreuze Gott zu seinem Dienste auf – und er wurde gesund. Er pilgerte mit Vater und Bruder an heilige Orte. Der Vater starb zu Lucca. In Rom wurde Willibald von einem Fieber ergriffen. Nach seiner Genesung trennte er sich vom Bruder, besuchte andere heilige Stätten und wallfahrtete nach Jerusalem. Diese Wallfahrten dauerten unter beständigen Abtötungen sieben Jahre. Dann trat Willibald in das Benediktinerkloster zu Monte Cassino ein und blieb dort zehn Jahre. Als er in Rom dem Papste Gregor III. vorgestellt wurde, sendete ihn dieser zu seinem Oheim Bonifazius, gewann viele Seelen für das Christentum. Der heilige Bonifazius weihte ihn zum Priester und 745 zum Bischof und wies ihm Eichstätt zu seinem Sitze an. Vom heiligen Bonifazius erhielt Willibald das merkwürdige Rationale, ein Brustschmuck, worauf lateinisch Glaube, Hoffnung und Liebe stehen. Dieses Rationale trägt noch jetzt der Bischof von Eichstätt bei feierlichen Ämtern. Nachdem der Heilige 36 Jahre lang als Bischof unsäglich viel Gutes vollbracht und viele Wunder gewirkt hatte, ging er in den Himmel ein am 7. Juli 781 im 81. Lebensjahre. Papst Benedikt VIII. sprach ihn 1014 heilig. St. Willibald ist Patron der Diözese Eichstätt.

Lehre. Der heilige Willibald verzichtete gerne auf den irdischen Thron, um das Reich der ewigen Herrlichkeit zu gewinnen. Der heilige Bernard sagt: »Das Reich Gottes wird angeboten, verheißen, gezeigt und in Besitz genommen. Es wird angeboten in der Vorherbestimmung; verheißen im Berufe; gezeigt in der Rechtfertigung und in Besitz genommen in der Verherrlichung.«

Kirchengebet. O Gott, der du deinen glorreichen Bischof Willibald, den Erben des Königreiches England, am heutigen Tage in das ewige Erbe der Engel versetzt hast: verleihe gnädig, dass wir durch seine Verdienste und Fürbitte seine Miterben in deiner Herrlichkeit zu werden verdienen mögen. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 


27/2012