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Jahrgang 2015 Nummer 7

Heiliger Valentin, Bischof und Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Valentin, ein adeliger Römer, wurde weger seiner geistigen Vorzüge zum Bischof von Terni geweiht um 203. Er suchte die Heiden zu bekehren und die Christen anzueifern. Nach mehreren Jahren erhielt der Heilige von Kraton, eine Einladung nach Rom. Dort wurden drei edle Athenienser von ihrem Landsmanne, dem Redner Kraton, unterrichtet, dessen einziger Sohn nun wunderbar geheilt wurde. Infolgedessen bekehrte sich Kraton, sein ganzes Haus, obige drei Schüler und der Sohn des Stadtpräfekten und wurden vom Heiligen getauft. Deshalb wurde Valentin auf Geheiß der Senatoren verhaftet und dann auf Befehl des Stadtpräfekten während der Nacht aus dem Kerker geführt und enthauptet. Jene drei Schüler, Proculus, Ephebus und Apollonius brachten den Leib des Heiligen nach Terni und bestatteten denselben in der Kirche. Der heilige Valentin wird als Patron gegen Gicht und Epilepsie (fallende Sucht) angerufen. Ursache hievon war: Es kam zur rauhen Winterszeit ein sehr dürftig gekleideter und vom Froste fast erstarrter Mann zum Heiligen. Dieser tröstete ihn liebevoll, zog sein Oberkleid aus und bedeckte ihn damit. Am nämlichen Tage noch brachte ihm ein himmlisch strahlender Jüngling das Kleid zurück mit den Worten: »Hier ist das Kleid, womit du heute Jesus selbst beschenkt hast; zum Lohne dafür verleiht er dir die Gnade, Gichtkranke und Fallsüchtige zu heilen«. Die Kirchen in Marzoll (Oberbayern) und Diepoltskirchen (Niederbayern) sind dem heiligen Valentin geweiht.

Lehre. Die Krankheiten sind Folgen und Strafen der Erbsünde, persönlicher und Sünden anderer. Auch legt Gott Krankheiten auf zur Buße, Prüfung und als Mittel, vor Sünde zu bewahren und Seelen zu retten. In seiner Barmherzigkeit verlieh Gott seinen Heiligen, zum Beispiel dem heiligen Valentin, die wunderbare Kraft, jenen Kranken zu helfen, von denen sie vertrauensvoll angerufen werden.

Gebet der Kirche. O Gott, von dessen Liebe entzündet der selige Martyrer und Bischof Valentin die schweren Bedrohungen mit dem Martyrertume durch Geringschätzung der Verfolgung besiegt hat: verleihe, dass alle, welche die Verdienste seines Martyriums verehren, durch seine beschützende Hilfe von der hinfallenden Krankheit befreit werden. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

7/2015