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Jahrgang 2016 Nummer 32

Heiliger Sixtus II., Papst und Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Sixtus (Xystus = Gott verkündend) II., aus Athen in Griechenland, ging nach Rom, um seine Studien zu vollenden, und wurde 257 zum Papste erwählt. Er regierte die Kirche Gottes 11 Monate und 6 Tage lang, kämpfte gegen Irrlehrer und zeichnete sich in allen Tugenden aus. Als Kaiser Valerian eine Christenverfolgung begann, ermunterte der heilige Papst die Gläubigen zur Standhaftigkeit und verkündete eifrig den christlichen Glauben. Es glückte ihm noch, die kostbaren Reliquien der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus in Sicherheit zu bringen. Alsbald wurde er selbst ergriffen und vor den Richter geführt. Auf dem Wege zur Richtstätte eilte ihm der heilige Diakon Laurentius nach und rief: »Vater! wohin gehst du ohne deinen Sohn! Nie bist du ohne deinen Diener zum Opfer gegangen.« Der Heilige Papst antwortete: »Ich verlasse dich nicht, mein Sohn! auf dich warten noch schwerere Kämpfe für den Glauben an Christus. Nach 3 Tagen wirst du, der Levite, mir, dem Priester, folgen. Was du noch im Kirchenschatze zur Verwahrung hast, das teile unter die Armen aus.« Der heilige Papst Sixtus wurde enthauptet den August 258. Mit ihm wurden gemartert der heilige Quartus, die zwei Diakone Felicissimus und Agapitus und die Subdiakonen Januarius, Magnus, Vincentius und Stephanus.

Lehre. In den ersten drei Jahrhunderten waren die Christen beinahe ununterbrochen in beständiger Lebensgefahr; dabei dachten sie umsomehr an den Himmel. Das Leben auf Erden ist ja nicht das Endziel unseres Daseins. Der heilige Franz von Sales sagt: Die vollkommene Tröstung und Ruhe findet sich nur im Himmel; während des Lebens aber, mag es wie immer sein, wird das Gute stets mit Übel gemischt sein.«

Gebet. O Gott, der du uns gewährest, das Andenken deiner hl. Martyrer Sixtus, Felicissimus und Agapitus zu feiern: verleihe uns auch, dass wir in der ewigen Seligkeit uns an ihrer Gesellschaft erfreuen dürfen. Amen.


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

32/2016