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Jahrgang 2016 Nummer 39

Heiliger Rupertus, Bischof

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Rupert (= an Ruhm glänzend) soll von königlichen Stamme in Frankreich gewesen sein. Als Missionsbischof kam er nach Worms und dann um das Jahr 560 nach Bayern, dessen Bewohnern er den heiligen Glauben verkündete. Er taufte den Herzog Theodo zu Regensburg und bekehrte einen großen Teil des Volkes. Deshalb verdient der heilige Rupert mit Recht, der Apostel von Bayern genannt zu werden. Die alte Kapelle in Regensburg und die heilige Kapelle in Altötting erbaute er an der Stelle von Götzentempeln, die er zerstört hatte. Nach Altötting übertrug er in feierlicher Prozession das wundertätige Gnadenbild. Noch viele andere Kirchen gründete er. Auch in Österreich verkündete der Heilige das Evangelium. Auf seine Bitte schenkte ihm der Herzog das Gebiet des von den Herulern zerstörten alten Juvavium (Salzburg) und der Umgegend. Kirche und Stift St. Peter verdanken ihm ihr Entstehen, ebenso das Benediktinerinnenkloster Nonnberg in Salzburg, dem er seine heilige Schwester Erentrud als Äbtissin vorsetzte. In Salzburg schlug er seinen bischöflichen Sitz auf. Die Salzbergwerke Hallein und Berchtesgaden soll der heilige Rupert eröffnet und die Salzquellen in Reichenhall von Gott erbeten haben. Deshalb wird er mit einem Salzfässchen an der Seite und mit der Muttergottesstatue von Altötting in der Hand abgebildet. Am 27. März 583 ging der Heilige in die ewige Ruhe ein. Sein Festtag ist der 24. September, an welchem seine Reliquien vom heiligen Bischofe Virgilius 773 übertragen wurden; dieselben ruhen jetzt im Dome zu Salzburg.

Lehre. Der heilige Apostel Paulus sagt geradezu, dass kein Geiziger in den Himmel eingehen könne. Darum begegnet uns bei den Heiligen immer wieder die werktätige Nächstenliebe. Auch der heilige Rupert gab sich derselben in vollem Maße hin und munterte auch dazu auf mit den schönen Worten: »Von allem, was wir in der Welt haben, können wir nur das unser Eigentum nennen, was wir den Armen geben; alles andere raubt uns der Tod. Was wir den Armen geben, ist ein Schatz, der im Himmel hinterlegt ist«.

Gebet. O Gott, der du deinem heiligen Diener und Bischofe Rupertus so großen Eifer zur Verkündigung des heiligen Glaubens und zur Rettung der Seelen verliehen hast; gewähre uns den Beistand deiner Gnade, dass wir nach deinen Geboten wandeln und unsere Seelen retten. Amen.


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

39/2016