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Jahrgang 2015 Nummer 5

Heiliger Petrus Nolascus, Ordensstifter

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Petrus Nolascus hatte vornehme Eltern in Lanquedoc in Frankreich und zeigte schon früh große Liebe und Freigebigkeit gegen alle Unglücklichen und Armen. Damals seufzten viele Christen unter dem Sklavenjoche der Mauren in Spanien und Afrika. Ihr Anblick ging ihm tief zu Herzen und reifte den Entschluss, alle seine Güter zum Loskauf derselben zu opfern; auch ermunterte er andere zu diesem Liebeswerke. In der nämlichen Nacht erschien die Mutter Gottes dem Petrus, dem heiligen Raymund von Pennafort und dem Könige Jakob I. von Arragonien und forderte sie zur Gründung des Ordens der Diener Mariens zur Erlösung der Gefangenen auf. Der Orden kam ins Leben und wurde vom Papste Gregor IX. bestätigt. Zu den drei übrigen Ordensgelübden kam ein viertes: wenn es nötig wäre, sich selbst als Sklaven zur Befreiung von gefangenen Christen hinzugeben. Der König erbaute ein schönes Kloster zu Barcelona. Der Heilige machte den ersten Versuch in Valencia und Granada und Kaufte 400 Gefangene los. Selbst die Muhamedaner bewunderten seine Tugenden, und manche bekehrten sich. Auf einer Reise nach Algier hatte Petrus viel zu leiden und wurde sogar einige Zeit in Fesseln gelegt. Eine schwere Krankheit ertrug der Heilige geduldig und ging am 25. Dezember 1256 in die ewige Ruhe ein. Papst Urban VIII. sprach ihn 1628 heilig, und Clemens IX. bestimmte den 31. Januar zu seiner Verehrung.

Lehre. Der heilige Petrus übte sein Leben lang die Werke der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit und hat auch andere hiezu bewogen. Tue Gutes, o Christ! soviel du vermagst. Gott wird dein reicher Belohner sein.

Gebet der Kirche. O Gott, der du zur Nachahmung deiner Liebe uns zum Loskaufe der Gläubigen den heiligen Petrus durch deine Einsprechung gelehrt hast, deine Kirche mit einem neuen Orden zu bereichern: verleihe uns durch deine Fürbitte, dass wir von der Knechtschaft der Sünde befreit, im himmlischen Vaterlande die ewige Freiheit genießen mögen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

5/2015