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Jahrgang 2016 Nummer 20

Heiliger Pachomius, Abt

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Pachomius (= stark, unverdorben) wurde als der Sohn heidnischer Eltern 292 in der Thebais in Ägypten geboren. Er wurde in den weltlichen Wissenschaften ausgebildet und dann gezwungen, Soldat zu werden. Bei einem Feldzuge wurde er mit mehreren an einem Orte so liebevoll aufgenommen und verpflegt, dass er sich darüber verwunderte. Als er vernahm, dass Christen ihm diese Aufnahme bereitet hätten, nahm er sich vor, Christ zu werden, und führte diesen Vorsatz aus. Hierauf unterstellte er sich der Leitung des heiligen Einsiedlers Palämon. Pachomius gründete aber 326 in der Wüste von Tabenna eine eigene klösterliche Niederlassung. Das Unternehmen wurde von Gott gesegnet: Denn die Zahl seiner Schüler stieg bald auf 100 und bis zu seinem Tode auf 7000. Enthaltsamkeit, Arbeit, Gebet, Buße und Unterweisung der Brüder waren seine tägliche Beschäftigung. Er gründete auch mehrere große Klöster für diese Einsiedlermönche und schrieb eine besondere Regel vor, die ihm ein Engel in die Feder diktiert hat. Die Stiftung des Heiligen wurde zugleich Erziehungs-, Zucht-, Heilungs- und Fortbildungsanstalt mittels Ausführung der evangelischen Räte und Gebote. Der heilige Pachomius hatte einen großen Abscheu vor Irrlehren, deren Verbreiter und Anhänger. Es brach über die Klöster eine Pest herein, von welcher er selbst ergriffen wurde und nach 40-tägigem schmerzlichen Leiden im Alter von 57 Jahren am 14. Mai 348 selig im Herrn verschied. Seine Ordensstiftung bestand im Orient bis ins 11. Jahrhundert.

Lehren des heiligen Pachomius. »Einer für alle – alle für Gott! – der Mensch kann, solange er in diesem Körper lebt, keine Ruhe erwarten, wenn er nicht durch fromme Werke Gott zu gefallen sucht. – Die Enthaltsamkeit und das Gebet sind sehr verdienstlich; aber die Geduld in Krankheiten ist es noch viel mehr!«

Gebet des heiligen Pachomius. »O mein Gott, du Schöpfer des Himmels und der Erde! Wirf auch auf mich einen mitleidsvollen Blick. Befreie mich von allen meinen Armseligkeiten und zeige mir die rechte Art und Weise, wie ich dir wohlgefallen kann. Meine ganze Sehnsucht, mein ganzes Streben soll dahin gerichtet sein, dir zu dienen und deinen heiligen Willen zu erfüllen.« Amen.


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

20/2016