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Jahrgang 2015 Nummer 9

Heiliger Oswald, Erzbischof

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Oswald (= Herr des Hauses), ein vornehmer Däne, wurde von seinem Onkel, dem heiligen Erzbischofe Odo von Canterbury, sorgfältig erzogen. Oswald wurde Kanoniker, trat aber bald in das Kloster zu Fleury in Frankreich. Dort widmete er sich den Wissenschaften, dem Gebete und der Betrachtung und hatte einen schweren Kampf mit dem Teufel. Dieser störte ihn bei der Andacht, indem er bald wie eine Schlange zischte, bald wie ein wildes Tier heulte. Dann suchte er in Engelsgestalt den Heiligen zu täuschen. Jedoch durch das Zeichen des heiligen Kreuzes erkannte Oswald den bösen Geist und trieb ihn jedes Mal in die Flucht. Der heilige Odo berief seinen Neffen 958 nach England zurück und starb bald darauf. Ihm folgte zu Canterbury der heilige Dunstan, und dessen Nachfolger auf dem bischöflichen Stuhle zu Wigorn (Worcester) wurde Oswald 960 und erhielt 972 auch noch das Erzbistum York. Zu Rom empfing er 973 aus den Händen des Papstes Benedict VI. das Pallium. Nach seiner Rückkehr salbte er in Gemeinschaft mit dem heiligen Dunstan zu Bath feierlich Edgar zum König. Oswald gründete mehrere Klöster, erbaute die Marienkirche zu Wigorn, sorgte für die Armen, heilte mit geweihtem Brote einen Fieberkranken, starb reich an Verdiensten am 29. Februar 992 und wurde in der Marienkirche zu Wigorn beigesetzt. Sein Ehrentag ist der 28. Februar.

Lehre. Mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes überwand der heilige Oswald alle Zerstreuungen und Schrecken, welche ihm beim Gebete der Teufel verursachte. Gebrauchen auch wir dieses, heilsame Zeichen und schämen uns nie, dasselbe auf Stirne, Mund und Brust zu machen.

Gebet. O heiliger Oswald, der du eifrig beim Gebete dich gewidmet und alle Störungen bei demselben durch den bösen Geist bekämpft und überwunden hast: erlange uns durch deine Fürbitte die Gnade, dass wir über alle Hindernisse unseres Heiles obsiegen und beim Gebete von Gott jederzeit erhört zu werden verdienen mögen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

9/2015