Jahrgang 2020 Nummer 23

Heiliger Norbertus, Erzbischof und Ordensstifter

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Norbert (= berühmt, glänzend im Norden) war der Sohn eines Grafen zu Xanten im HerzogtumKleve, 1080 geboren. Er wurde dort Kanonikus, kam hierauf an den Hof des Erzbischofs von Köln und wurde Hofkaplan des Kaisers Heinrich V. Als ihn einmal ein Blitzstrahl bei einem Spazierritte zu Boden warf, da ging er in sich, legte die noch zu weltliche Gesinnung ab, betete, fastete und unterstellte sich der Leitung des Abtes Conon von Siburg. Er verteilte sein reiches Erbe, wurde Missionsprediger im Bistum Cambrai und gründete den Orden der Prämonstratenser nach der Regel des heiligen Augustin. Die ganze Stadt Antwerpen bekehrte der heilige Norbert, welche durch die Irrlehre des verstorbenen Tanchelinus verdorben worden war. Dieser hatte geradezu das heiligste Altarssakrament geleugnet. Weil nun der heilige Norbert diese gottlose Irrlehre mutig bekämpfte und ausrottete, so wird er deshalb mit einer Monstranz in der Hand abgebildet. Im Jahre 1126 wurde Norbert zum Erzbischof von Magdeburg ernannt und starb nach segensreichem Wirken den 6. Juni 1134. Der Leib des Heiligen wurde 1527 nach Prag übertragen. Die Heiligsprechung erfolgte 1582 durch Papst Gregor VIII.

Lehren des heiligen Norbert. »Man muss die Lästerzungen ertragen und ihretwegen nicht aufhören, für Gott zu arbeiten. – Mit dem Frieden und der Gewissensruhe eines wahrhaft gottergebenen Herzens sind 1000 Welten nicht zu vergleichen. – Wer seine Hoffnung auf die eigene Kraft setzt, stützt sich auf einen halbzerbrochenen Stab. – Ein strenges Leben ist reich an Vergnügungen. – Wer Gott für sich hat, den verwirrt nichts«.

Kirchengebet. O Gott, der du deinen heiligen Bekenner und Bischof Norbertus zum vorzüglichen Verkünder deines Evangeliums befähiget und durch ihn deine Kirche mit einem neuen Orden bereichert hast: wir bitten dich, verleihe durch seine Fürbitte und Verdienste, dass wir in Ausübung zu bringen vermögen, was er mit dem Munde und Beispiele gelehrt hat. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

23/2020

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