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Jahrgang 2015 Nummer 51

Heiliger Nemesius, Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Nemesius wurde in Egypten geboren. Zu Alexandrien verklagten ihn feindlich gesinnte Menschen, dass er mit Räubern im Einverständnisse wäre. Da jedoch Nemesius sich gegen diese Verleumdung glänzend verteidigen konnte, so wandten seine Feinde ein anderes Mittel an. Unter Kaiser Decius war eben eine grausame Christenverfolgung ausgebrochen. Dieser Umstand erschien den Feinden des Heiligen günstig, und sie klagten ihn als Christen an. Der kaiserliche Statthalter Ämilian ließ ihn vor sein Gericht führen und befahl ihm, Christus zu verleugnen und den Göttern Weihrauch zu opfern. Als der heilige Bekenner standhaft blieb, ließ ihm derselbe doppelt so viele Geißelhiebe geben, als den Räubern, und verurteilte ihn lebendig zwischen Räubern verbrannt zu werden. Nemesius schätzte sich glücklich, wie der göttliche Heiland zwischen Räubern sterben zu dürfen, und vollendete sein Martyrium (siehe Bild!) am 19. Dezember 249. Die heiligen Soldaten Ammon, Zeno, Ptolemäus, Ingenes und Theophilus ermunterten einen Christen, der in den Folterqualen zitterte und in Gefahr war, Christus zu verleugnen, durch Mienen und Zuwinken mit den Augen zur Standhaftigkeit. Einige melden, es sei dieser Christ Nemesius gewesen. Dadurch wendete sich das Volk gegen sie. Als sie freimütig sich als Christen bekannten, wurden sie enthauptet. Ihr Andenken ist am 20. Dezember.

Lehre. Wir bewundern mit Recht die Geduld der Heiligen, zumal der heiligen Martyrer. Gott stärkte sie in den Leiden, um sie dann desto mehr verherrlichen zu können. So tröstlich die Geduld ist, so ist hingegen die Ungeduld trostlos, wie der heilige Cphräm lehrt: »Der Ungeduldige ist im Leiden kleinmütig, wird im Kampfe leicht gefangen, widersetzt sich seinen Vorgesetzten, ist lau im Gebete, im Wachen schläfrig, traurig beim Fasten, nachlässig in Beobachtung der Enthaltsamkeit, unschlüssig im Antworten, gottlos im Handeln, unbußfertig in der Bosheit, ungestüm beim Befehlen, heftig im Streite, ohnmächtig in der Ruhe und beim Schweigen.

Kirchengebet. O Gott, der du deinen heiligen Martyrer Nemesius mit der erhabenen Tugend der Standhaftigkeit beschenkt und zur unaussprechlichen Himmelsglorie erhöht hast: verleihe uns durch dessen Verdienste, dass wir die Nachstellungen des bösen Feindes überwinden und in die Gesellschaft der Himmelsbürger gelangen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

51/2015