Jahrgang 2020 Nummer 26

Heiliger Ladislaus, König

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Ladislaus I. (= berühmter Herrscher, edelsinnig) wurde 1031 als der Sohn des Königs Bela I. von Ungarn geboren und bestieg 1077 den Königsthron. Zuerst sorgte er für die Herstellung der Gesetze und Ordnung im Reiche. Er war sehr freigiebig gegen die Kirchen und Armen. Die Zeit wendete er zur Andacht und Erfüllung seiner Berufspflichten an. Der tapfere Held besiegte die Polen, Russen und Tartaren. In einem Feldzuge rettete Gott ihn und sein Heer wunderbar vor demTode durch Durst und Hunger. Bei jeder seiner Handlungen setzte der fromme König die Erfüllung des göttlichen Willens zum einzigen Ziele und unterließ nichts, was zur Ausübung einer unparteiischen Rechtspflege für alle seine Untertanen beitragen konnte. Sein Ruhm verbreitete sich in alle Länder. Deshalb wurde ihm auch der Oberbefehl über das Kreuzheer gegen die Sarazenen übertragen, um das heilige Land zu befreien. Allein der Heilige hatte noch nicht die Grenzen Ungarns überschritten, als er erkrankte. Nach Ordnung der Nachfolge in der Regierung und aller seiner sonstigen Angelegenheiten starb der heilige König am 30. Juli 1096. Sein heiliger Leib wurde in der von ihm gegründeten Stadt Großwardein beigesetzt, und über seinem Grabe eine schöne Kirche erbaut. Papst Cölestin III. setzte ihn 1192 in das Verzeichnis der Heiligen. Die Reliquien des Heiligen wurden am 27. Juni 1192 erhoben. Dieser ist nun sein Verehrungstag. Der Fürst Rakoczy von Siebenbürgen raubte 1631 die Krone und den silbernen Sarg des Heiligen.

Lehre: Der heilige König Ladislaus genoss nie Wein. Wie beschämt er so manche Christen, welche dem Laster der Trunkenheit fröhnen und sich umdas Wohl ihrer Familien gar nicht kümmern! Die Trunkensucht hat viele Übel im Gefolge: Streit, Feindschaften, Schlägerein, Verletzungen, Mordtaten, Unkeuschheit, Verarmung ...

Kirchengebet: O Gott, der du deinen Bekenner, den frommen König Ladislaus zu der Glorie der Unsterblichkeit erhöhet hast: wir bitten dich, verleihe, dass wir durch seine Verdienste und Fürbitte vor allen Unglücksfällen beschützt werden und die ewigen Freuden genießen mögen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

26/2020

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