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Jahrgang 2016 Nummer 12

Heiliger Joseph, Patriarch und Nährvater Christi

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Joseph (= Zuwachs, Mehrung), in Bethlehem geboren, stammte vom königlichen Hause Davids ab. Durch Gottes Zulassung waren seine Voreltern verarmt und blieben unbeachtet. Joseph nährte sich von Zimmermannsarbeit. Mehrere bewarben sich um die Hand der seligsten Jungfrau Maria. Es wurde bestimmt, dass jener ihr Bräutigam sein sollte, dessen Stab über Nacht grünen würde. Dies traf beim Stabe Josephs zu. Sohin vermählte sich der heilige Joseph mit Maria. Als aber Joseph bemerkte, dass seine Braut gesegnet sei, so wollte er sie, weil er gerecht war, nicht zur Anzeige bringen, sondern heimlich entlassen. Er wusste eben das große Geheimnis der wunderbaren Menschwerdung Jesu Christi noch nicht, aber ein Engel offenbarte es ihm. Als Nährvater war er für Maria und das liebe Jesukindlein sehr besorgt. Welche Heiligkeit und welchen Frieden zeigt uns das Leben der heiligen Familie zu Nazareth! Der Heilige hatte, etwa 70 Jahre alt, in den Armen Jesu und Mariens den tröstlichen Tod (am 19. März), und wird deshalb als Sterbpatron verehrt und angerufen. Sein Grab ist im Tale Josaphat. Sein heiliger Leib wurde nie aufgefunden. Die einzigen Reliquien von ihm sind Stücke von der Kleidung und der Brautring. Gerson, der heilige Bernardin und der heilige Franz von Sales behaupten geradezu, Joseph sei bei der Auferstehung Jesu Christi auferweckt und bei der Himmelfahrt Christi mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Papst Pius IX. erwählte am 8. Dezember 1870 den heiligen Joseph zum Schutzpatron der Jünglinge, Eheleute, Waisen, Arbeiter, besonders der Zimmerleute und Gesellenvereine.

Lehre. Die heilige Theresia sagt: »Ich nahm zum Beschützer und Fürsprecher den heiligen Joseph und erinnere mich nicht, ihn seitdem um etwas gebeten zu haben, das er mir nicht gewährt hätte. Anderen Heiligen hat Gott, wie es scheint, die Gnade gegeben, in einer einzelnen Not zu helfen. Diesen glorreichen Heiligen habe ich als Helfer in allen Nöten kennengelernt. Ich möchte jedermann raten, eine große Andacht zum heiligen Joseph zu haben.«

Gebet der Kirche. Wir bitten dich, o Herr! dass uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner heiligen Gebärerin geholfen werde: damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde. Amen


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

12/2016