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Jahrgang 2015 Nummer 2

Heiliger Hyginus, Papst und Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Hyginus (= gesund, heilsam) war zu Athen in Griechenland geboren und Papst von 137 bis 141. Es kam der Irrlehrer (Gnostieker) Cerdon aus Syrien nach Rom. Der Heilige traf die entschiedensten Anordnungen und gab die trefflichsten Unterweisungen, damit die Christen durch ihn an ihrem Glauben nicht Schaden erleiden möchten; er schloss denselben aus der Kirchengemeinschaft aus. Cerdon heuchelte Reue und Buße und wurde wieder aufgenommen. Als er jedoch bald wieder seine Irrlehren auszubreiten begann, wurde er abermals exkommuniziert. Das Bild stellt dar, wie der heilige Papst sich bemüht, den Irrlehrer zu bekehren. Bald darauf kam ein anderer Irrlehrer, Valentin, aus Alexandrien nach Rom und musste ebenfalls bekämpft und aus der Kirche ausgeschlossen werden. Nach der Überlieferung hätte der heilige Hyginus viele Unbilden zu erdulden gehabt und wäre im Gefängnisse gestorben, weshalb ihm der Ehrentitel »Martyrer« gebührt. Sein Tod erfolgte den 10. Januar 141. Am 11. Januar wurde er begraben. An diesem Tage steht auch sein Name im römischen Martyrologium. Es wird ihm die Verordnung zugeschrieben, dass bei jeder feierlichen Taufe ein Pate zugegen sein soll.

Lehre. Danken wir dem lieben Gott für die Stiftung der heiligen Kirche und für die Reinerhaltung des heiligen Glaubens. Wie tröstlich ist es, hierüber sicher sein zu können, was wir als Offenbarung Gottes zu glauben haben! Welche Beruhigung ist es für uns, dass in Sachen des Glaubens und der Sitten das Oberhaupt der Kirche durch den Beistand des heiligen Geistes nicht irren kann! Hören wir daher gerne Gottes Wort und vernehmen und befolgen willig die Mahnungen und Anordnungen des Papstes und der Bischöfe.

Gebet. O Gott, der du den heiligen Hyginus erwählt hast, dass er die Irrlehrer bekämpfe und das kostbare Gut des Glaubens rein bewahre; und die Oberhirten der Kirche erleuchtest, dass sie deine teuere Herde leiten und beschützen; verleihe uns deine Gnade, damit wir stets gute Schäflein seien, unseren Hirten willig folgen und so dereinst zu dir in deine ewigen Wohnungen gelangen mögen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

2/2015