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Jahrgang 2012 Nummer 44

Heiliger Hubertus, Bischof

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Hubertus (= glänzend durch Einsicht, Klugheit) wurde als Sohn des Herzogs Bertrand von Aquitanien 656 geboren. Er kam an den Hof des Königs Theodorich III. von Austrien und wurde dann von diesem zum Pfalzgrafen ernannt. Hierauf begab sich Hubert nach Metz und erhielt vom Reichsregenten Pipin von Heristal eine hohe Stelle. Hubert war ein leidenschaftlicher Jäger. Einst trennte er sich von seinem Jagdgefolge und erblickte einen Hirsch, zwischen dessen Geweih ein glanzumstrahltes Kruzifix zu sehen war. Zugleich vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, den Hof zu verlassen und sich zum Bischof Lambert nach Mastricht zu begeben; dort werde er weiteres vernehmen. Hubert gehorchte. Nach dem Tode seiner Gemahlin Floribane zog sich der Heilige in den Ardennenwald zurück, wo er die Erscheinung hatte, und bereitete sich durch Abtötung und Studium der heiligen Schrift zum höheren Berufe vor. Er wurde Priester und nach dem Marthyrertode des heiligen Lambert 708 Bischof von Mastricht. Er ahmte seinen heiligen Vorgänger in allen Tugenden nach und übertrug dessen heiligen Leib, sowie die Reliquien der heiligen Madelberta nach Lüttich. Sein ganzes Vermögen und was er vom Einkommen erübrigen konnte, schenkte er den Armen und zu anderen guten Zwecken. Alle Bewohner im Ardennengebiete gewann der heilige Bischof mit Hilfe des heiligen Abtes Beregisus dem Christentume. Gott verlieh ihm die Wundergabe. Den 30. Mai 727 eilte seine Seele zu Gott. Sein Grab leuchtete durch Wunder. Der heilige Bischof Hubert ist Patron der Jäger und Schutzpatron gegen den Biss wütiger Hunde. Ehedem wurden die durch wutverdächtige Hunde verursachten Bisswunden mit einem glühenden St. Hubertusschlüssel ausgebrannt. Dem heiligen Hubert folgte als Bischof sein heiliger Sohn Floribert. Der Verehrungstag des heiligen Hubert ist der 3. November (Tag der Übertragung seiner heiligen Reliquien). In Bayern ist der St. Hubertusorden der vornehmste.

Lehre. Befolge, o Christ! was der gottselige Thomas von Kempis sagt: »Der Heilige denkt heilig, spricht wahr, handelt recht, verachtet das Gegenwärtige und betrachtet das Ewige«.

Kirchengebet. O Gott, der du der Seele deines heiligen Bekenners und Bischofs Hubert die ewige Herrlichkeit verliehen hast: wir bitten dich, gewähre, dass wir durch dessen Fürbitte bei dir so beschützt werden, damit wir das ewige Leben erlangen. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

44/2012