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Jahrgang 2016 Nummer 11

Heiliger Gregor I. der Große, Papst und Kirchenlehrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Gregorius (= wachsam) wurde 540 in Rom geboren. Der Vater Gordian war ein angesehener und reicher Senator, die heilige Sylvia war seine Mutter. Von Jugend an fromm, verwendete Gregor sein großes Erbe zu unzähligen guten Werken. Er stiftete auf der Insel Sizilien 6 Klöster und verwandelte sein Vaterhaus in ein Benediktinerkloster, trat dort selbst ein, wurde Abt desselben und im Jahre 590 zum Papste erwählt. Der Heilige hatte sich geflüchtet und verborgen; aber eine Lichtsäule half ihn finden, und so nahm er das höchste Amt auf Erden an. Großartige Werke vollbrachte der Heilige ungeachtet seiner schwächlichen Gesundheit und wiewohl er die letzten 5 Lebensjahre wegen arger Gichtleiden das Bett nicht mehr verlassen konnte. Der heilige Papst Gregor I. der Große hielt Homilien an das Volk, verbesserte den Kirchengesang, erließ die heilsamsten Verordnungen für die heilige Kirche, regelte das Armenwesen und aß nie, ohne zuvor den Armen, wovon er 12 am Tische hatte, von seinen Speisen gegeben zu haben; kaufte Kriegsgefangene los und sorgte für die gottgeweihten Jungfrauen. Er belehrte viele Juden, sorgte für die Bekehrung Englands, indem er den heiligen Augustin mit mehreren Missionären dorthin sendete. Seine Hirtensorgfalt erstreckte sich auf die Longobarden, auf Frankreich, Spanien und Afrika, auf das griechische Reich. Der heilige verfasste die herrlichsten Schriften und wird deshalb unter die 4 großen lateinischen Kirchenväter gezählt. Am 12. März 604 erfolgte sein Tod. Sein heiliger Leib wurde zu St. Peter beigesetzt. In Rom sind ihm 3 Kirchen geweiht, wovon eine auf dem Grunde seines väterlichen Besitzes steht. Er ist auch Schutzpatron der Gelehrten.

Lehre. Nach der Mahnung des heiligen Gregor sind jene Gastmähler recht, wo man über niemand Übles redet, niemanden verlacht; wo das Leben Abwesender nicht verrufen wird; wo man dem Körper nicht mehr gibt, als er braucht. Befolge dies, o Christ! Und unterlasse nie das Gebet vor und nach Tisch.

Gebet der Kirche. O Gott, der du der Seele deines Dieners Gregorius die Belohnung der ewigen Seligkeit verliehen hast: gewähre gnädig, dass, die wir von der Last unserer Sünden bedrückt werden, wir durch seine Fürbitte bei dir davon erleichtert werden. Amen.


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

11/2016