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Jahrgang 2016 Nummer 35

Heiliger Gebhard, Bischof

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Gebhard (= freigebig) war der Sohn des Grafen Uzo von Bregenz und dessen Gemahlin Dietberga, welche auf ihrem Schlosse Pfannenberg (Hohenbregenz, jetzt Gebhardsberg genannt) fromm lebten. Er wurde am 7. August 949 geboren; während der Geburt starb die Mutter; der Sohn wurde gerettet und sorgfältig erzogen. Gebhard wurde Kanonikus zu Konstanz und war beim heiligen Bischofe Konrad so beliebt, dass ihn dieser als seinen Nachfolger wünschte. Gebhard wurde aber erst Bischof von Konstanz, als der zweite dieses Namens, nachdem Bischof Gaminolph gestorben war, welcher auf den heiligen Konrad folgte. Nach dem Tode des Vaters wollten die Brüder dem heiligen Gebhard dessen reiches Erbe streitig machen. Der Heilige rief aber das Gericht um Hilfe an, erlangte sein Recht und verwendete seine Güter nur zu frommen Zwecken. Er unterstützte die armen Bewohner des Schwarzwaldes und erbaute viele Kirchen. Der Heilige gründete die spätere Reichsabtei Petershausen bei Konstanz und berief Benediktiner aus Einsiedeln dorthin. Gebhard reiste 985 nach Rom und erhielt vom Papste Johann XV. das Haupt des heiligen Papstes Gregor des Großen, welchem zu Ehren er die St. Georgiuskirche in Konstanz erbauen ließ. Deshalb wird der heilige Gebhard mit einem Reliquienkästchen abgebildet, welches das Haupt des heiligen Gregor enthält. Der heilige Bischof starb an einer Krankheit den 27. August 996. Sein heiliger Leib wurde in der Abteikirche zu Petershausen beigesetzt.

Lehre. Der heilige Gebhard setzte sein volles Vertrauen auf Gott. Oft rief er aus: »O Gott, hilf du! o Gott, segne du! sonst ist mein schwaches Bemühen fruchtlos«. Setze auch du, o Christ! dein ganzes Vertrauen auf Gott und bete eifrig um Gottes Schutz und Segen. Denn an Gottes Segen ist alles gelegen.

Gebet. O gütiger Gott, der du deinen heiligen Bischof Gebhard mit so vielen Gnaden beschenkt und durch besondere Liebe zu dir und zu dem Nächsten ausgezeichnet hast: verleihe uns deinen Beistand, dass wir in allen unseren Obliegenheiten dir treu dienen, in der Liebe zu dir und zu unserem Nächsten immer mehr zunehmen und nie im Vertrauen auf dich erschüttert werden. Amen.


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

35/2016