Jahrgang 2020 Nummer 29

Heiliger Friedrich, Bischof und Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Friedrich (= friedreich) entstammte einer vornehmen Familie in Friesland. Als Priester bereitete er die Katechumenen zur heiligen Taufe vor. Nach dem Tode seines Erziehers, des Bischofes Richfried von Utrecht 820 musste er ungeachtet seiner Gegenvorstellungen dessen Nachfolger werden. Auf besonderen Wunsch des Kaisers Ludwig des Frommen begab sich Friedrich selbst zu den Friesen, um deren Bekehrung zu vollenden. Seiner Liebe und seinem apostolischen Eifer gelang auch dieses wichtige Missionswerk. Hiebei stand ihm auch der heilige Odulph treu zur Seite. Dann verbesserte der heilige Friedrich die Sitten der Bewohner der Insel Walcheren. Hierauf kehrte er nach Utrecht zurück. Er war ein ausgezeichneter Hirte und suchte überall Ärgernisse zu beseitigen. Kaiser Ludwig hatte sich wieder verehelicht und zwar mit der Gräfin Judith, welche jedoch ehrsüchtig und lasterhaft war; sie hatte sündhaften Umgang mit einem anderen. Der heilige Bischof wies sie zweimal freimütig zurecht und erregte dadurch ihren tödlichen Hass. Er hatte die heilige Messe gelesen und zog sich in eine Seitenkapelle zurück um die Danksagung zu machen, da drangen zwei Meuchelmörder herein, die von der Kaiserin Judith um großen Lohn gedungen waren und töteten den Heiligen durch mehrere Dolchstiche am 18. Juli 838. Der Leib des heiligen Bischofs wurde in der Erlöserkirche Dude-Münster zu Utrecht beigesetzt.

Lehre. Der heilige Friedrich erfüllte seine Pflicht ohne Furcht, eingedenk der Verheißung des Herrn: »Selig sind, die Verfolgung leiden wegen der Gerechtigkeit; denn ihrer ist das Himmelreich«. Lassen wir uns durch keine sündhafte Rücksicht von der Erfüllung unserer Pflichten abhalten.

Kirchengebet. O Herr! es möge uns die Feier des Festes deines heiligen Martyrers und Bischofs Friedrich Vermehrung unserer Andacht verleihen, welcher in Kraft deines Namens standhaft geblieben ist und geehrt zu werden verdient. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

29/2020

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