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Jahrgang 2020 Nummer 32

Heiliger Cyriacus, Diakon und Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Cyriacus (= mächtig)war der Sohn eines reichen Markgrafen in Thuscien in Italien und wurde wunderbar bekehrt. Der heilige Papst Marcellinus weihte ihn zu seinem Diakon. Als Maximian von Diocletian zu seinem Mitkaiser erhoben wurde, baute er diesem zu Ehren die sogenannten Diocletianischen Bäder. Zu diesem Prachtbau wurden vorzugsweise Christen verwendet. Ein wohlhabender Mann, Therason, hatte Mitleid mit ihnen und gab dem heiligen Cyriacus reiche Unterstützung, um den Christen Erleichterung zu verschaffen. Deshalb wurden Cyriacus, Largus und Smaragdus zur gleichen Arbeit verurteilt. Weil sie aber ihr Liebeswerk fortsetzten, ließ sie Kaiser Maximian einkerkern. Durch zahlreiche wunderbare Heilungen wurden viele Heiden bekehrt. Der heilige Cyriacus soll sogar die Tochter des Kaisers Diocletian vom bösen Geiste befreit haben. Während dessen Anwesenheit ließ Maximian seinen Zorn an den Christen aus; Cyriacus wurde gefesselt vor ihn geführt, mit siedendem Pech übergossen, gefoltert und dann mit Largus, Smaragdus, Sisinus und 20 anderen Christen enthauptet den 8. August 309. Der heilige Cyriacus gehört zu den 14 heiligen Nothelfern und wird als Schutzpatron gegen heftige Versuchungen des Teufels angerufen.

Lehre. Mancher glaubt, recht mildtätig zu sein, weil er sich das Gute vormalt, welches er mit Reichtümern tun würde, die er nicht hat. Großmut und Freigebigkeit hängen nicht so fest vom Stande des Vermögens ab, als von der Beschaffenheit des Herzens. Wer in mittelmäßigen Verhältnissen lebt und sich noch nicht für reich genug hält, etwas zu geben; dieser würde auch dann nicht freigebig sein, wenn er Millionär wäre. Was gute Herzen zu leisten vermögen, das bezeugen die Klöster, Spitäler, Waisen- und Krankenhäuser und viele andere Anstalten, welche die christliche Liebe gegründet hat. Beherzige, o Christ! die Mahnung des frommen Tobias: »Hast du viel, gib viel; hast du wenig, gib auch von dem Wenigen gern«.

Gebet. O gütiger Gott, verleihe uns durch die Fürbitte deines heiligen Dieners und Diakons Cyriacus Ruhe und Frieden; bewahre uns vor Krankheiten, schmücke uns mit der Tugend der Reinheit und gewähre uns stets Schutz und Hilfe gegen die Versuchungen des bösen Geistes. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

32/2020