Jahrgang 2020 Nummer 47

Heiliger Columbanus, Abt und Ordensstifter

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Columbanus (= sanftmütig), in Irland geboren, wurde vom heiligen Sinellus unterrichtet. Im Kloster Benchor erhielt er vom heiligen Comgallus das Ordenskleid. Nach mehreren Jahren erhielt Columban die Erlaubnis, das Evangelium zu predigen und setzte 585 mit 12 Gefährten nach Frankreich über. Er wirkte 25 Jahre in Ausbreitung des Christentums und gründete drei Klöster. Dann wurde der Heilige vertrieben, predigte in einer anderen Gegend, kam auch an den Zürichersee, wurde abermals vertrieben und begab sich nach Arbon am Bodensee. Dort baute er an die Kirche der heiligen Aurelia einige Zellen. Als daselbst ein Krieg ausbrach, musste der heilige Abt abermals fliehen, wendete sich nach Italien und erbaute 613 das Kloster Bobbio am Trebia. Er entwarf eine eigene Ordensregel für Mönche, welche in vielen Klöstern Eingang fand, bis die Regel des heiligen Benedikt allmählich die Oberhand gewann. Der heilige Abt und Ordensstifter Columban verschied den 21. November 615. Viele Wunder wirkte Gott auf seine Fürbitte. Der Heilige wird auf Bildern dargestellt mit einem Bären, weil er einen solchen aus seiner Höhle vertrieb und diese dann für sich einrichtete. Auch sieht man ihn manchmal mit einer strahlenden Sonne über sich abgebildet, indem seine Mutter eine solche über ihm sah, als sie ihn gebar. Ein großes Opfer brachte der Heilige, indem er bei seinem Eintritte in das Kloster über seine Mutter hinwegschreiten musste, welche sich vor ihm auf den Weg gelegt hatte, um ihn bei sich zu behalten.

Lehre. Der heilige Laurentius Justiniani sagt nur zu wahr: »Der Satan legt Schlingen, bereitet den Fall, gräbt Fanggruben, richtet den Ruin her, verstümmelt die Körper, verletzt die Seelen, bringt zu schlechten Gedanken, verleitet zum Zorne, bewirkt, dass selbst die Tugenden verhasst werden, vermehrt die Fehler, streut Irrtümer aus, nährt die Zwietracht, verwirrt den Frieden, erzeugt Leidenschaften, verdirbt alles Menschliche und verachtet das Göttliche«.

Gebet. O Gott, der du deinen heiligen Abt Columban zur Standhaftigkeit in den Verfolgungen und zum Kampfe gegen den bösen Geist gestärkt hast: verleihe uns durch dessen Fürsprache deinen mächtigen Beistand, dass wir alle Versuchungen des Teufels verabscheuen und deinen Einsprechungen stets Gehör schenken. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

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