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Jahrgang 2016 Nummer 30

Heiliger Apollinaris, Bischof und Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Apollinaris war aus Antiochia gebürtig und einer der 72 Jünger Jesu. Mit dem heiligen Petrus kam er im Jahre 46 nach Rom, wurde von ihm zum Bischof geweiht und zur Verkündigung des Evangeliums nach Ravenna gesendet. Dort heilte Apollinaris den blinden Sohn seines Gastwirtes und sammelte allmählich eine gläubige Herde um sich. Die Christen wurden immer zahlreicher, weshalb die Heiden aufrührerisch wurden, den heiligen Bischof ergriffen, mit Ruten schlugen und für tot zur Stadt hinauswarfen. Der Heilige erwachte wieder zum Leben und begann zur geeigneten Zeit neuerdings seine Tätigkeit. Um des Glaubens willen wurde er noch öfter verfolgt und misshandelt, weshalb er mit Recht als Martyrer verehrt wird, wiewohl er nicht unmittelbar den Martyrertod erlitt. Er verschied selig im Herrn am 23. Juli 75, nachdem er 29 Jahre das bischöfliche Amt zum Heile vieler Seelen verwaltet hatte. Seine heiligen Reliquien ruhen in der Kathedrale zu Ravenna. Der heilige Apollinaris wird als Schutzpatron gegen Steinleiden angerufen. Der heilige Petrus Chrysologus, Bischof von Ravenna von 433 bis 449, sagte über den Heiligen: »In Wahrheit war er ein Apollinaris (= Verlierer, Hingeber), der nach dem Gebote Gottes seine Seele auf Erden hingab, um sie für das ewige Leben zu gewinnen. Nicht so fast die Todesart, als vielmehr die Glaubenstreue und Opferwilligkeit machen den Martyrer«. In Remagen am Rhein wurde dem heiligen Apollinaris eine prachtvolle Kirche geweiht.

Lehre. Die wahre Nächstenliebe erstreckt sich über alle unsterblichen Seelen. Es kann nicht jedermann auf Mission gehen; aber es kann jedermann für die Bekehrung der Sünder und Ungläubigen beten und irgend ein Almosen zum Missionsverein, Kindheit-Jesuverein etc. geben.

Kirchengebet. O Gott, du Belohner der Seelen, der du diesen Tag durch das Martyrium deines heiligen Priesters (und Bischofs) Apollinaris geweiht hast: wir bitten dich, verleihe uns, deinen Dienern, dass wir durch seine Fürbitte Verzeihung erlangen, die wir dessen Fest mit Ehrfurcht feiern. Amen.


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

30/2016