Jahrgang 2020 Nummer 24

Heiliger Antonius von Padua, der große Wundertäter

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Ferdinand wurde den 15. August 1195 als Kind vornehmer Eltern zu Lissabon in Portugal geboren und von den regulierten Chorherren ausgebildet. Im 15. Lebensjahre trat er selbst in deren Orden ein. Zu Coimbra verehrte er die Reliquien der fünf Erstlingsmartyrer des Ordens des heiligen Franziscus, wobei ihn ein so großes Verlangen nach dem Martyrium ergriff, dass er mit Erlaubnis seiner Obern in den Franziskanerorden 1221 übertrat, wobei er den Namen Antonius erhielt. Er wollte ganz verborgen leben. Doch Gott hatte andere Absichten mit ihm. Er offenbarte selbst die großen Talente und Gnadengaben des Heiligen, weshalb er zum Studium der Theologie veranlasst wurde, bald selbst Lehrer der Theologie, der berühmte Prediger und Wundertäter geworden ist. Zahllose Sünder und Irrgläubigen bekehrte der Heilige, da er predigend mehrere Provinzen Italiens durchzog. Zuletzt lebte und wirkte Antonius in Padua (daher sein Beiname) und starb daselbst den 13. Juni 1231. Schon am 30. Mai 1232 sprach ihn Papst Gregor IX. heilig. Die dankbaren Bewohner von Padua erbauten im Jahre 1263 ihm zu Ehren die prachtvolle Antoniuskirche, wohin auch seine Reliquien übertragen wurden. Hiebei ward seine Zunge so frisch befunden wie bei einem Lebenden. Die Wunder auf die Fürbitte des heiligen Antonius hin haben noch nie aufgehört.

Lehre des heiligen Antonius. »Den Mund der Religiösen öffnet Gott zu vier Dingen: zum Bekenntnisse der Sünden, zum frommen Gebet, zum Tadel der Gottlosen und zur Aufmunterung der Guten«. Gebrauche, o Christ! deine Zunge in ähnlicher Weise und hüte dich vor der Menge der Zungensünden, besonders vor Fluchen, unkeuschen Reden, Ohrenbläserei, Ehrabschneidung und Verleumdung.

Kirchengebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der du deinen glorreichen Bekenner Antonius durch immerwährenden Glanz der Wunderwerke verherrlichest: verleihe uns gnädig, dass wir dasjenige durch seine Fürbitte sicher erlangen, was wir durch seine Verdienste mit Vertrauen begehren. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

24/2020

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