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Jahrgang 2015 Nummer 3

Heiliger Antonius der Große, Abt

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Antonius (= preiswürdig) der Große war der Sohn vornehmer und frommer Eltern zu Roman in Oberägypten (251 geboren), verteilte sein ganzes großes Vermögen unter die Armen und begab sich in die Einsamkeit. Die vielen und schweren Versuchungen der bösen Geister überwand er mit Gottes Hilfe zuletzt der Art, dass sein Name der Schrecken der Hölle wurde. 6000 Schüler unterstellten sich seiner Leitung; demnach ward Antonius der Patriarch der Cönobiten (in Gemeinschaft lebenden Einsiedlermönche), denen er eine herrliche Ordensregel gab. Die verfolgten Schriften in Alexandrien tröstete er und kämpfte mit dem heiligen Athanasius gegen die gottlosen Arianer. Seine Kleidung bestand aus einem groben Rocke mit rauhem Gürtel und Mantel. Brot, Salz und Wasser waren seine Nahrung. Der Heilige erreichte das 105. Lebensjahr. Beim Tode erschienen ihm heilige Engel und führten seine Seele in den Himmel am 17. Januar 356. Antonius wird abgebildet mit einem Kreuzesstab; das Antoniuskreuz ist ein T, die Form seines Stabes. Das Glöcklein an demselben läuteten seine Mönche, um ihre Ankunft an einem Orte zu melden. Das Schwein bedeutet die teuflischen Versuchungen, welche der Heilige siegreich überwunden hat. Antonius ist Patron gegen Krankheiten der Haustiere, besonders der Schweine.

Lehre des heiligen Antonius. »Die Versuchungen überwindet man leicht, wenn man sich nicht auf seine Kräfte verlässt, sondern sein Vertrauen auf Gott allein setzt. – Ein reines Leben und der wahre Glauben an Gott sind die besten Waffen gegen diesen Verführer (Teufel); auch setzt ihn die Fröhlichkeit des Geistes und der Name Jesus in großen Schrecken«.

Gebet. Wir bitten dich, o Herr!, dass die Fürsprache des seligen Abtes Antonius uns dir anempfehle; damit wir durch seinen Schutz erlangen, was wir durch unsere Verdienste nicht vermögen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

3/2015