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Jahrgang 2012 Nummer 6

Heiliger Adolph, Bischof

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890



Adolph war ein geborener Graf und Domherr in Köln. Bei einem Besuche im Cistercienserkloster Kamp machte der Bußgeist jener Mönche einen solchen Eindruck auf ihn, dass er alldort um das Ordenskleid bat. Nicht lange konnte Adolph im Kloster leben. Der Adel seiner Geburt, noch mehr aber seine Tugenden waren Ursache, dass er zum Bischofe von Osnabrück erwählt wurde. Seine Sorge erstreckte sich auf bessere Einkünfte seiner Kleriker und Kirche, welcher er viele Güter zuwendete. Den heiligen Bischof zierten Demut, Liebe, Güte, Freigebigkeit gegen Arme und Barmherzigkeit gegen Bedrängte. Er besuchte auch eifrig die Kranken und ließ sich durch nichts davon abschrecken. So oft der Heilige von Osnabrück nach Fürstenau reiste, trat er in die Hütte eines Aussätzigen und munterte ihn zur Geduld und Ergebenheit auf. Die Bediensteten mussten lange warten, weshalb sie den Kranken einmal entfernten. Als sie aber in die Nähe dieser Hütte kamen, war der Aussätzige wieder da. Der heilige Bischof tröstete ihn (siehe Bild!); der Arme dankte für seinen vielfachen Zuspruch und Trost, hauchte seine Seele aus und hinterließ so auffällige Zeichen der Heiligkeit, dass alle davon ergriffen wurden. Der allverehrte Bischof starb den 11. Februar 1124. Sein heiliger Leib wurde 1651 erhoben. Die Verehrung des Heiligen dauerte von seinem Tode an ohne Unterbrechung fort. Adolph war der 28. Bischof von Osnabrück.

Lehre: Aus dem Leben dieses heiligen Bischofes, des wahrhaft helfenden Vaters seiner Diözesanen, ersehen wir die Macht des guten Beispiels. Der Bußgeist jener Mönche erwecke auch in ihm gleichen Eifer! Darum, o Christen, tuet Gutes, gebet ein gutes Beispiel und hütet euch, zumal vor Kindern Böses zu reden oder zu tun. Befolget die Mahnung Christi: »Lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, dass sie euere guten Werke sehen und eueren Vater preisen, der im Himmel ist!«

Gebet: Verleihe uns, o Herr, allmächtiger Gott, dass die Fürbitte deines seligen Dieners und Bischofs Adolph uns immer mehr in der Tugend befestige und der ewigen Seligkeit würdig machen möge. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.




6/2012