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Jahrgang 2013 Nummer 36

Heilige Regina, Jungfrau und Martyrin

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Regina (= Königin), aus Alise in Burgund (Frankreich), wurde nach dem baldigen Tode der Mutter vom reichen heidnischen Vater einer Amme auf dem Lande übergeben. Diese war jedoch eine eifrige Christin, ließ ihre Pflegetochter taufen und erzog sie im christlichen Glauben. Regina kam als aufblühendes Mädchen voll Anmut in das Vaterhaus zurück. Ihr frommer und züchtiger Wandel brachte den Vater, der sie zärtlich liebte, auf die Vermutung, dass sie Christin sei. Darüber befragt, gestand die Tochter unerschrocken zu, dass sie eine Christin wäre. Voll Zorn sprach der Vater: »Entweder mußt du dem Christentume entsagen – oder mein Haus verlassen«. Traurig, aber entschlossen begab sich Regina zu ihrer Pflegemutter und lebte mit ihr mehrere Jahre in einsamer Gegend, wo sie die Schafe weidete und dabei Jesus, den guten Hirten, betrachtete. Da kam der Statthalter Olybrius in jene Gegend, erblickte die anmutige Jungfrau, befragte sie um ihre Eltern und bot ihr seine Hand an. Aber Regina entgegnete, sie hätte schon einen Bräutigam, Jesus Christus, von dem sie nichts zu trennen vermöge. Alle Versprechungen waren vergebens. Nun wurde sie in das Gefängnis geführt. Der Vater bot alles auf, um ihren Widerstand zu brechen, und wurde ihr ärgster Peiniger. Die standhafte Jungfrau ward in einen engen eisernen Käfig gesperrt, und dieser mit Ketten an die Mauer eines schrecklichen Kerkers befestigt. Dabei erhielt sie nur soviel Brot und Wasser, als zur Erhaltung ihres Lebens nötig war. Dann ward die Heilige bei fortgesetzter Weigerung grausam gegeißelt, wieder gefangen gesetzt, mit eisernen Krallen und brennenden Fackeln gemartert und zuletzt enthauptet den 7. September 251.

Lehre. Die heilige Regina verzichtete auf alle weltlichen Annehmlichkeiten und Aussichten aus Liebe zu ihrem Seelenheile. O Christ! sei stets auf das Heil deiner Seele bedacht; denn der heilige Maximus sagt: »Die wahre Sorge für die Seele ist der Endzweck des Glaubens«.

Kirchengebet. Gewähre uns, o allmächtiger Gott, dass wir über die Verdienste deiner heiligen Jungfrau und Martyrin Regina frohlocken und durch deren Fürbitte Hilfe erlangen. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

36/2013