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Jahrgang 2012 Nummer 29

Heilige Praxedes, Jungfrau

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Praxedes (Praxedis = tätig) war die Tochter des heiligen Senators Pudens zu Rom und Schwester der heiligen Pudentiana. Die heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus wurden im Hause des Pudens gastlich aufgenommen. Dieser ward ihr Schüler. Sein Senatorenstuhl wurde der Sitz des heiligen Petrus. Die heiligen Schwestern wurden vom heiligen Petrus getauft, weihten sich Gott als Jungfrauen und empfingen den Schleier. Gebet und Betrachtung unterbrachen sie nur durch Liebeswerke. Überall suchten sie zu helfen, ohne Furcht vor Gefahren. Den heiligen Martyrern wendeten sie ihre besondere geistige und leibliche Fürsorge zu und ließen deren heilige Leiber ehrerbietig begraben. Die heilige Pudentiana starb im Frieden des Herrn. Die heilige Praxedes setzte die Obsorge für die gefangenen und gemarterten Christen fort und verbarg auch Christen in ihrem Hause. Der heilige Papst Pius I. weihte dasselbe 141 zu einer Kirche, spendete dort die heiligen Sakramente und feierte die heilige Messe. Vom Vermögen der heiligen Praxedes konnte er die verfolgten Christen unterstützen; ja sie half ihm auch in Verbreitung der heiligen Religion. Da jedoch die Verfolgung immer ärger und die Zahl der heiligen Martyrer immer größer wurde, da konnte die Heilige diese traurige Lage nicht mehr länger ansehen und betete zu Gott, er möge sie zu sich nehmen. Ihre Bitte wurde erhört. Die heilige Praxedes starb den 21. Juli um das Jahr 150. Ihr heiliges Haupt ist in der Kirche des heiligen Johann im Lateran. Ihr wurde eine eigene Kirche geweiht.

Lehre: Welch schönes Beispiel für reiche Personen ist die heilige Praxedes! Sie können so viel Gutes tun. Aber manche Menschen sind entsetzlich hartherzig; wenn sie schicklichkeitshalber etwas geben zu müssen glauben, so begleiten sie die Gabe noch mit bitteren Worten. Was ist aber edler, als Geben um Gottes Willen. Gott wird's lohnen.

Kirchengebet: Erhöre uns, o Gott, du unser Heil! Und gleichwie wir uns an dem Gedächtnisse deiner hl. Jungfrau Praxedes erfreuen, so mögen wir durch ihr Beispiel zur Tugend angeeifert werden. Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 


29/2012